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Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 19:07
von Bönthi
So zwischen 7 und 8 wird er aktuell sehr quakig und hat auch richtige Schreiphasen. Ich hoffe, dass das aktuell nur eine Phase ist. Dann wird er in Ruhe gewickelt und der Schlafanzug angezogen. Von mir lässt er sich abends aktuell sehr schlecht beruhigen, darum muss er immer zum Papa auf den Arm und getragen werden, bis er sich wieder beruhigt hat. Manchmal geht das ganz schnell, manchmal dauert es aber auch ein bis zwei Stunden. Wenn er sich dann soweit beruhigt hat, dass er sich zum Stillen anlegen lässt, leg ich mich mit ihm ins Bett und er schläft beim Stillen neben mir ein. Da klappt das meistens noch sehr gut. Gegen Mitternacht wird er dann meistens wach und ich versuche ihn direkt anzulegen. Manchmal trinkt er erstmal ganz ruhig, manchmal ist er aber auch direkt so unruhig, dass ich ihn wickeln gehe. Mit frischer Windel geht's dann wieder ins Bett und er fängt direkt an zu suchen, also leg ich ihn wieder an. Meistens ist das aber auch extrem unruhig und zappelig, er wird hastig und die Milch läuft ihm aus dem Mund. Irgendwann schläft er einfach ein. Gegen halb drei gibt's dann gerne nochmal das gleiche, da ist er dann auch mal ein bis zwei Stunden wach, in denen er auch rumgetragen werden will (im Schaukelstuhl sitzen zählt nicht). Danach wird er meistens gegen vier noch mal wach und dann gegen 5. Da ist oft auch einmal der Schlafanzug nass, weil die Windel ausläuft, also komplett umziehen. Dann schläft er noch maximal eine Stunde. Zwischen 6 und halb 7 wird lautstark in die Windel gepupst. Die muss dann auch direkt gewechselt werden, sonst läuft Stuhl am Rücken aus. Und dann ist die Nacht vorbei und es wird nicht mehr im Bett eingeschlafen.
Gewickelt wird also in der Regel 3 mal in der Nacht und ein bis zwei mal gibt es meistens einen neuen Schlafanzug. Grundsätzlich stört mich auch nicht, wie oft er wach wird, sondern eher, dass das Stillen und wieder einschlafen dann so eine unruhige Sache ist und dadurch halt so richtige Wachphasen entstehen. Er zappelt dann so sehr, dass er immer wieder andockt und irgendwann weint und nach dem Beruhigen hellwach ist.
Vielleicht übertreibe ich ja auch total. Aber am Abend klappt das Stillen im Liegen so schön entspannt und den Rest der Nacht ist es einfach nur Chaos.
Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 19:37
von Polarfuchs
Hast du mal versucht dich zum stillen hinzusetzen im Bett?
Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 20:18
von Bönthi
Ja, das ist dann immer die Alternative. Wenn er dann aber auf meinem Schoß einschläft, wacht er fast immer auf, wenn ich mich hinlege. Und dann lässt er sich nur ganz schwer wieder zum schlafen bringen, weil er dann ja satt ist und er sich aktuell wirklich nur stillen lässt, wenn er Hunger hat. Versucht man es sonst, wird gebrüllt.
Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 20:21
von gartenbritta
Super, vielen Dank für Deine ausführliche und schnelle Antwort

. Ich finde ihr macht das sehr gut, seid beide involviert und könnt schon gut auf Euren Kleinen hören. Ist es Euer erstes Kind?
Zum Auslaufen: Vielleicht hilft es, mit verschiedenen Windelgrößen oder Marken zu experimentieren, damit Ihr eine findet, die über Nacht dicht ist und ausreichend Volumen habt. Das mit dem Stinkerauslaufen hatte ich auch bei einem Kind relativ häufig, da hat die Zeit für mich gearbeitet, irgendwann gab es keine Verdauung mehr nachts.
Genauso denke ich, wird sich auch seine Trinktechnik weiter verbessern und er wird weniger wieder auslassen. Bis dahin würde ich Handtücher, Spucktücher, Unterlagen und Wechselwäsche am Bett vorrätig lagern, dann geht das Trockenlegen nachts schneller, über eine nasse Stelle würde ich nur ein Handtuch legen z.B.
Versuch doch mal, wenn er unruhig trinkt, im Halbsitzen zu stillen, leicht erhöht zurückgelehnt auf Kissen, dann hat er es leichter beim Schlucken. Er ist noch jung und vielleicht klappt das reine im Liegen-Stillen in vier Wochen besser?
Hat er heute Nacht auch getreten? Wie hast Du reagiert?
Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 20:27
von gartenbritta
Bönthi hat geschrieben: 11.04.2020, 20:18
Ja, das ist dann immer die Alternative. Wenn er dann aber auf meinem Schoß einschläft, wacht er fast immer auf, wenn ich mich hinlege. Und dann lässt er sich nur ganz schwer wieder zum schlafen bringen, weil er dann ja satt ist und er sich aktuell wirklich nur stillen lässt, wenn er Hunger hat. Versucht man es sonst, wird gebrüllt.
Brüllen ist stressig, das verstehe ich gut. Leider ist es bei vielen Babys normal. Ich kann mir vorstellen, dass Ihr mit der Zeit mehr eine Einheit werdet und Du Dich mit ihm wieder so hinlegen kannst, dass Ihr beide schlafen könnt. Wie beruhigst Du ihn?
Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 20:37
von cicelyalaska
Hallo Bönthi,
als mein Sohn noch so klein war wie deiner musste ich mich auch hinsetzen zum Stillen, weil es in Seitlage überhaupt nicht ging - er konnte nur ganz schlecht andocken, wenn er es mal geschafft hat ganz leicht den Saugschluss wieder verloren, ganzes Bett voller Milch, Baby frustriert und wach und schwer wieder in den Schlaf gefunden. In den allerersten Wochen musste ich mich sogar mit Stillkissen in einen extra nebens Bett gestellten Sessel setzen, weil ich im Bett keine Position gefunden habe, die aufrecht genug war, später dann an einen Kissenberg gelehnt im Bett. So ging es ganz gut dass er nicht vor lauter Frust richtig wach wurde.
Je größer und kräftiger und beweglicher er wurde, desto mehr konnte ich zu "halbliegend zurückgelehnt" übergehen, das war aber erst mit vier bis fünf Monaten ehrlich gesagt. Die halbliegende Position habe ich dann immer "flacher" werden lassen. Inzwischen (Baby 8 Monate alt) bleibe ich selber auf dem Rücken liegen, drehe mich ganz leicht zu der Seite an der ich ihn andocken will, schiebe den Arm dieser Seite unters Baby (Kopf liegt auf Achselhöhe), und so trinkt er dann und schläft weiter. Manchmal rollt er danach wohl wieder runter, manchmal nicht, da schlafe ich aber schon längst wieder.

(Ich hoffe du kannst mit dieser Beschreibung was anfangen

)
Richtige Seitenlage mögen wir beide bis heute nicht, auch wenn er es rein technisch eigentlich kann mittlerweile.
Aber in dem Alter deines Sohnes war all das noch undenkbar bei uns... Insofern noch eine Stimme für "time will/might fix it"...
Achso - gewickelt habe ich ihn in den ersten Wochen immer nach der Hälfte des Stillens. Also trinken lassen, gewickelt und ggf. umgezogen (ganz oft war er trotz sitzender Position klatschnassgemilcht) und dann wieder in den Schlaf nuckeln lassen. Auch das war im Verlauf ohne weiteres Zutun nicht mehr notwendig, aktuell wickle ich nachts noch höchstens einmal oder gar nicht.
Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 20:53
von Bönthi
Ja, er ist unser erstes Kind.
Das mit dem Treten und Strampeln hat er eigentlich wirklich jede Nacht und auf Dauer ist das dann grade mit der Narbe vom Kaiserschnitt sehr unangenehm. Ich versuche dann schon immer ihn ganz leicht mit einer Hand auf seiner Hüfte zu beruhigen oder selbst etwas weg zu rücken. Das gefällt ihm aber nicht so wirklich. Und ein Kissen oder ähnliches vor meinem Bauch passt ihm auch gar nicht.
Grade abends/nachts habe ich aktuell so meine Schwierigkeiten ihn zu beruhigen, wenn er nicht grade Hunger hat

Wenn der Papa Nachtdienst hat, endet das mitunter tatsächlich damit, dass ich auch einfach mal ne Stunde lang angeschrien werde, bis er einfach plötzlich einschläft. Am liebsten wird er dann auf dem Arm getragen, das kann ich wegen zwei kaputten Handgelenken aber nur sehr kurz und in den Sling oder die Tragehilfe mag er nur tagsüber und gut gelaunt. Also geb ich die Beruhigungsversuche irgendwann auf, sitze mit schreiendem Baby summend im Schaukelstuhl und warte, dass er sich beruhigt.
Mal sehen wie die heutige Nacht wird. Grade geht der Papa schon wieder fast eine Stunde mit ihm durchs Haus

Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 21:54
von vam
Hallo Bönthi,
es waren schon viele gute Tipps, ich drück euch die Daumen, dass die Zeit schnell für euch arbeitet. Es wird besser! Wir hatten in den ersten Monaten auch ein Chaos mit Unruhe, Strampeln, etc. - ähnlich wie bei euch, nur ein paar Stunden vorgeschoben. Also ab dem späten Nachmittag bis nach Mitternacht. Bei mir war’s der Oberschenkel, der blaue Flecken hatte. Und ja Papa tragen lassen war auch die Geheimwaffe. Wenn ich allein war, halfen der Gymnastikball und Atmen (ganz tief ein und aus, Baby ansehen, aber an etwas komplett anderes denken - klingt komisch, hat mich aber oft gerettet). Halte durch! Kannst du untertags mit deinem Baby Schlaf nachholen?
Zum Windelthema: Hast du schon mal an Stoffwindeln gedacht? Aus meiner Erfahrung halten die Stuhl echt super drinnen, wir hatten damit noch nie die volle Ladung den Rücken rauf wie bei den Wegwerfwindeln. Wobei ich zugeben muss, dass die Wickelintervalle tendenziell etwas kürzer sind als bei WWW, da ja Stoff saugt und keine Superabsorber. Nachts kommen wir trotzdem mit einer aus. Wenn du dir das vorstellen kannst, gerne mehr oder schau doch mal ins Stoffi-Unterforum.
Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 11.04.2020, 22:28
von Polarfuchs
Bönthi hat geschrieben: 11.04.2020, 20:18
Ja, das ist dann immer die Alternative. Wenn er dann aber auf meinem Schoß einschläft, wacht er fast immer auf, wenn ich mich hinlege. Und dann lässt er sich nur ganz schwer wieder zum schlafen bringen, weil er dann ja satt ist und er sich aktuell wirklich nur stillen lässt, wenn er Hunger hat. Versucht man es sonst, wird gebrüllt.
Das verstehe ich - haben wir hier wie gesagt such gehabt mit dem Ablegen. Ich versuche es wirklich so dass ich sie neben mich gleiten lasse, und oft den Arm unter dem Kopf gelassen habe. Eben so wie beim Stillen. So fühlt sie sich scheinbar wie auf dem Arm und schläft weiter. Wichtig war immer, dass dieser „Fallmoment“ nicht kommt. Manchmal wenn es gar nicht ging habe ich mit ihr im halb liegen geschlafen, wenigstens ein bisschen Schlaf für beide
Sonst habt ja schon ein paar Tipps bekommen, dass mit der Narbe verstehe ich total, dass fand ich auch mega unangenehm und schmerzhaft.
Zum Windelthema: wir haben auch schon einiges ausprobiert weil wir öfter nasse Klamotten hatten. Gut, wenn auch teuer sind Pampers Pure. Die sind irgendwie etwas größer als die anderen in der gleichen Größe, am Rücken höher und saugen gefühlt mehr auf. Vielleicht ist es ja eine Möglichkeit die für die Nacht zu nutzen, so machen wir es jetzt immer.
Ich drücke die Daumen, dass es schnell besser wird!
Re: Nächtliches Stillen macht Probleme
Verfasst: 12.04.2020, 09:28
von Bönthi
Danke für eure vielen Tipps, ich werde das die nächsten Nächte alles mal ausprobieren. Und auch wenn es mir für euch natürlich leid tut, bin ich froh, dass es nicht nur mir so geht
Was die Windeln angeht, probieren wir grade mal alles durch. Hipp, Pampers Baby-dry und Premium Protection sind schon durchgefallen, die Pure hab ich aber tatsächlich noch nicht ausprobiert. Letzte Nacht hatten wir die Eigenmarke von dm eine Nummer größer als sonst und er ist trocken geblieben. Mal schauen, ob das nur ein Glückstreffer war.
Tatsächlich hat er letzte Nacht extrem viel geschlafen. War zwischendurch immer nur ein paar Minuten zum Trinken wach und nur einmal richtig zum Wickeln und ausgiebig stillen und ist immer sofort wieder eingeschlafen. Allerdings hat er gestern Abend auch noch recht lange geschrien, wahrscheinlich war er einfach völlig kaputt. Mal sehen, was die nächsten Nächte so bringen.