Mein Pumpzeit ist nun zwar schon eine Weile her, aber ich schilder hier auch gern einmal, wie es bei uns lief - vielleicht ist es ja für die eine oder andere von Interesse
Ich habe wieder angefangen an drei Tagen in der Woche ganztags zu arbeiten, als das Goldfischlein 6 Monate alt war, einen davon im Homeoffice. Mit 10 Monaten waren es dann wieder fünf Tage/Woche.
Ich habe während der Bürozeiten gepumpt bis zum 13. Monat, erst zweimal täglich, später nur noch einmal mittags, das habe ich dann nach und nach immer mehr Richtung Feierabend gezogen, bis meine Brust sich dran gewöhnt hat, den ganzen Arbeitstag ohne Abpumpen durchzuhalten.
Da ich für meinen Arbeitsbereich allein zuständig bin, brauchte ich nicht viel Rücksprache halten, ob, wann, wie lange ich pumpen darf - meine direkte Vorgesetzte sitzt in einer anderen Stadt

Entsprechend habe ich nur mit unserem Office Mangement abgesprochen, dass ich das nach Bedarf machen kann. Auch nach den gesetzlich geregelten 12 Lebensmonaten - ich hatte die Zusage, dass ich solange Pumppausen machen darf, wie wir es brauchen.
Einen extra Pumpraum hatte ich nicht, ich bin jeweils in ein Büro bzw. in einen Konferenzraum dafür gegangen. Diese waren zwar nicht abschließbar, die Kolleginnen hatten den aber im Auge, so dass nie jemand reingeplatzt ist
Als Pumpe hatte ich eine geliehene Medela im Büro stehen, ich hatte von meiner Gyn unkompliziert für die gesamte Dauer ein Rezept plus Verlängerungen. Das war auch echt gut, ich hatte zuhause eine elektrische Lansinoh-Pumpe - überhaupt kein Vergleich, was die Pumpleistung anging! Mit der Medela Symphony habe ich beide Brüste gleichzeitig abgepumpt und war in max. einer Viertelstunde fertig. In der Küche alles kurz durchgespült, im TK lagerte der Kühlakku, Milch in den Kühlschrank bis Feierabend. So kam alles immer gut gekühlt zuhause an. Hier hatte ich die Kühltasche von Medela, die würde ich sehr weiterempfehlen, da der Kühlakku an die Flaschenform angepasst ist. Es passen da 4 Flaschen rein oder (so hab ich es dann später transportiert) zwei Flaschen plus die auseinandergebauten Pumpaufsätze.
Gefüttert wurde die abgepumpte Milch ausschließlich zuhause, in der Kita hat sie es nicht angenommen (Fläschchen wurden verweigert), also hat sie von Papa oder Oma was bekommen, wenn sie nach dem Mittagessen aus der Kita geholt wurde und nachmittags. Aufgewärmte Milch war aber leider nie so richtig ihr Fall. Entsprechend hat sie in der Zeit ihren Bedarf hauptsächlich abends, nachts und morgens gestillt, sprich wir haben sehr oft nachts gestillt, morgens zwischen Aufwachen und Losfahren auch noch zwei Mal. Das war natürlich entsprechend zeitaufwändig (morgens) bzw zehrend (nachts), aber insgesamt hat es gut geklappt
Nachdem das Goldfischlein dann ein Jahr alt war, recht gut gegessen hat tagsüber und die aufgewärmte Bäh-Milch oft verweigert hat, hatte ich dann wirklich langsam keine Lust mehr... das dauernde Spülen des Pumpzubehörs etc war einfach lästig. Ich hab es dann also langsam ausschleichen lassen über ca. einen Monat, um keinen Stau zu kriegen, dann hab ich die Pumpe zurückgebracht und das war es dann. Wobei ich zugeben muss, dass es emotional schon ein schwieriger Schritt war

Irgendwie war das "ich muss mein Kind satt kriegen!!" so verankert, obwohl die abgepumpte Milch dafür wirklich nicht mehr nötig war
Insgesamt war es bedeutend unspektakulärer und unkomplizierter, als ich es mir vor Arbeitsbeginn noch ausgemalt hab. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ich bei DER Stillfrequenz jemals genug Vorrat pumpen könnte, damit das Kind satt ist bis abends

Letztlich sind Stillmahlzeiten und Bechermahlzeiten aber wohl zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, ich hab deutlich mehr gepumpt, als sie tatsächlich getrunken hat. Sie hat sich dann eben nachts geholt, was sie brauchte, und hat tagsüber eher gewartet oder eben bisschen was Festes gegessen, das wurde eigentlich erst nach dem 1. Geburtstag wirklich gut von den Portionen her. (Muss dazu aber auch sagen, dass unser Kind eher schwer ist und wir uns nie um ihre Gewichtsentwicklung sorgen mussten.)
Ich hoffe einfach mal, mein Bericht macht den Stillmüttern, die noch daran zweifeln, dass es mit der Pumperei klappen kann, und die evtl. deswegen ihren Arbeitsstart o.ä. fürchten, ein bisschen Mut

Ich freue mich auf jeden Fall über den Austausch hier!