Doku über Helikoptereltern

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Dickkopf-Mama
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Re: Doku über Helikoptereltern

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Mir ging es eher um den Punkt: Gegen den Wunsch des Kindes.
Natürlich werden die Eigenverantwortlichkeiten größer, aber das Helicoptern am Punkt gegen den Willen des Kindes festzumachen erscheint mir nicht sinnvoll, denn der Willen des Kindes kann in bestimmten Bereichen einfach die Tragweite nicht überblicken.
In meinen Augen ist die Einschätzung von reellen vs. angenommenen Gefahren viel bedeutsamer.
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
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Larala
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Re: Doku über Helikoptereltern

Beitrag von Larala »

Dickkopf-Mama, deine Beispiele haben für mich überhaupt nichts mit Helicopter-Parenting oder Überbehütung zu tun. Natürlich passieren in der normalen Erziehung immer Dinge gegen den Willen des Kindes. Helicopter-Parenting meint elterliche Einmischung oder Unterstützung, die von außen als übertrieben wahrgenommen wird und das eventuell auch ist.
Ich halte z.B. meistens beim Rutschen eine oder beide Hände meiner Tochter. Die meisten anderen Kinder in ihrem Alter rutschen allein. Wenn meine Tochter eigentlich auch alleine rutschen wollte/könnte, ich ihr das aber nicht zutraue und sie deshalb nötige meine Hand zu halten, wäre das ein Fall von "gegen den Willen des Kindes". Ich würde ihr damit die Chance nehmen sich selbst zu erproben, und wenn ich in sehr vielen Bereichen so handeln würde, würde ich wahrscheinlich auf Dauer ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstsein ersticken.
In Wirklichkeit ist es aber meine Tochter, die meine Hand halten will. Wenn ich es nicht tue, bleibt sie eine halbe Stunde oben auf der Rutsche sitzen, schaut herum und blockiert andere Kinder bzw. drückt sich an die Seite, damit die anderen Kinder vorbei können. Das findet sie auch okay. Aber indem ich ihr meine Hand gebe, gebe ich ihr die Chance das Rutschen zu erleben, dass sie sich alleine noch nicht traut. Und nach 20 Mal an meiner Hand rutschen fängt sie irgendwann auch an mal alleine zu rutschen. Das ist ein Fall von "auf Wunsch des Kindes." Für Außenstehende mag mein Verhalten auf dem Spielplatz total übertrieben wirken, aber in dem Konkreten Fall hilft es meinem Kind.
Macht die Unterscheidung für dich so mehr Sinn?

Ich habe die Doku nicht gesehen. Aber ich höre/lese den Begriff Helikopter-Eltern meistens bei größeren Kindern oder Jugendlichen. Da ist die Unterscheidung vielleicht deutlicher, weil von denen sowieso mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung erwartet wird. Ich finde es z.B. einen Unterschied, ob ich wütend zum Elternabend stampfe, weil mein Teenagerkind eine schlechte Note hatte und besagtes Kind dich einen feuchten Dreck für die Schule interessiert, oder ob das Kind mich bittet mit der Lehrkraft zu sprechen, weil es die Benotung ungerechtfertigt findet aber nicht mutig oder eloquent genug ist das selbst anzusprechen.
Oder so: Dränge ich meinem Kind zu einen bestimmten Studium in einer Stadt meiner Wahl, weil ich der Meinung bin, dass diese Studium ihm die besten Karrierechancen bietet - oder lese ich mit ihm gemeinsam Broschüren und besuche zusammen Unistädte, weil das Kind mit der Wahl überfordert ist und mich um Hilfe bittet?
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17
LariZZa
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Re: Doku über Helikoptereltern

Beitrag von LariZZa »

Dickkopf Mama, Ich wollte dir im Prinzip nur zustimmen, dass man eben manche Dinge gegen den Willen des Kindes durchsetzt, weil man eben die Konsequenzen besser überblickt. :D

Aber irgendwann kommt halt auch der Punkt, an dem das Kind eben keins mehr ist. Und dann eben auch Entscheidungen zu seinen persönlichen Ungunsten treffen wird und man kann eben einfach nichts machen. Aber das ist ja schon etwas off Topic und wirklich Advanced helikoptern, wenn man das auch bei jungen Erwachsenen noch versucht...

Ich glaub tatsächlich auch, dass die Einschätzung von Gefahrenpotential das wichtigste ist. Und leider auch extrem schwierig... und klar, je mehr Freiheiten das Kind braucht oder einfordert, desto wichtiger wird die Frage. Da muss man dann irgendwann echt einfach abgeben. Man kann das Kind eben nicht 24/7 überwachen. Wenn ich das Kind 4 Jahre jeden Tag in die Kita gebracht und in die Hände der Erzieher in eine abgeschlossene Kita übergeben habe, ist das vermutlich schon echt ein Schritt, morgens nur noch die Wohnungstür zu öffnen und tschüss zu sagen und das Kind dann eben erst ein paar Stunden später wieder zu sehen. Und wenn es alleine nach Hause läuft, ja noch nichtmal genau zu wissen, wann es kommen wird. Manchmal trödelt man ja auch...

Ich hab da mit Baby und fast Vierjährig ja noch ne ganz andere Situation, da geht es ja mehr um die Frage, welche Kompetenz traue ich dem Kind schon zu und welche nicht. Aber auch da fängt das Helikoptern ja irgendwann an.
Bei Kitakindern fängt der Elternabend 16:30 Uhr an. Richtig, das ist jetzt unser Abend. Denn unser Morgen ist die Nacht von früher. - Kirsten Fuchs

Mit Schulkind, Vorschulkind und Kitakind
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