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Re: Studie TOMI

Verfasst: 08.10.2019, 08:38
von Glyzinie
Wir wurden auch mal angefragt, unter einem Jahr noch. Es geht nicht um Säuglingsmilch sondern diese Milch für Kleinkinder. Bei uns stand im Info-Heft, dass das Kind abgestillt sein sollte. Bei euch nicht? Generell kam das sowieso nicht in Frage, da mitzumachen, da nur reif geborene Kinder genommen werden. Außerdem trinkt unser Bub keine Milch, der isst nur Käse, Butter und Joghurt. Hätte also auch nicht zu seinen Gewohnheiten gepasst.

Re: Studie TOMI

Verfasst: 08.10.2019, 09:20
von pqr
Wenn es blöd läuft, wird da dann wieder so eine Kinderarztempfehlung draußen, dass diese Spezialmilch für Kinder zwischen 1 und 2 " besser" ist. ( und die fehlende Goldstandardkontrollgruppe geht unter)

Re: Studie TOMI

Verfasst: 08.10.2019, 09:27
von Leominor
Habe ich das richtig verstanden, dass da nur verschiedene Arten Kindermilch verglichen werden? Eine Kuhmilchkontrollgruppe gibt es auch nicht? Dass es keine Stillkontrollgruppe gibt ist zwar sehr schade, wundert mich jetzt aber nicht sonderlich, da gestillte Kinder Ü1 doch sehr selten sind bei uns. Aber die Empfehlung lautet ja eigentlich, dass Ü1 ganz auf spezielle Säuglings-/ Kindermilch verzichtet werden kann und stattdessen Kuhmilch genommen werden kann. Das zu ignorieren zeigt mir deutlich dass es bei der „Studie“ nur um Werbung für Produkte des Auftraggebers geht...

Re: Studie TOMI

Verfasst: 08.10.2019, 09:29
von Leominor
Das hinschreiben kannst du dir meiner Meinung nach sparen... Das wird keinen interessieren.

Re: Studie TOMI

Verfasst: 08.10.2019, 21:17
von Violatricolor
Hm also ich denke man muss das anders betrachten.
Die Studie ist halt keine Grundlagenforschung sondern eine in Auftrag gegebene Studie eines Kindermilchherstellers, der herausfinden will welches seiner Produkte besser ist. Natürlich testet er es nicht gegen gestillte Kinder, da ist ja schon bekannt und erforscht, dass das besser ist.
Aber doch auch beruhigend dass das gemeinsam mit einer renommierten Uni erforscht wird?

Re: Studie TOMI

Verfasst: 08.10.2019, 21:22
von nido56
Violatricolor hat geschrieben: 08.10.2019, 21:17 Hm also ich denke man muss das anders betrachten.
Die Studie ist halt keine Grundlagenforschung sondern eine in Auftrag gegebene Studie eines Kindermilchherstellers, der herausfinden will welches seiner Produkte besser ist. Natürlich testet er es nicht gegen gestillte Kinder, da ist ja schon bekannt und erforscht, dass das besser ist.
Aber doch auch beruhigend dass das gemeinsam mit einer renommierten Uni erforscht wird?
Nicht wirklich. Ich finde es eher beunruhigend, dass öffentliche Unis bezahlte Auftragsforschung für die Industrie machen. Natürlich bedeutet das nicht automatisch, dass die Studie nicht korrekt durchgeführt wird, aber Unabhängigkeit der Forschung sehe ich da schon in Gefahr. Die Linie kann da ziemlich schnell ziemlich dünn werden.

Re: Studie TOMI

Verfasst: 08.10.2019, 21:29
von Violatricolor
Also Unis und Industrie arbeiten quasi immer Hand in Hand. Irgendwo muss ja das Geld für die Forschung herkommen und die Industrie verwendet die Forschungsergebnisse um neue Produkte oder Medikamente herzustellen.

Re: Studie TOMI

Verfasst: 08.10.2019, 22:00
von nido56
Violatricolor hat geschrieben: 08.10.2019, 21:29 Also Unis und Industrie arbeiten quasi immer Hand in Hand. Irgendwo muss ja das Geld für die Forschung herkommen und die Industrie verwendet die Forschungsergebnisse um neue Produkte oder Medikamente herzustellen.
Ich weiß, ich habe selbst mal an der Uni gearbeitet. Aber ich finde, das ist schon kein ganz einfaches Thema.

Eine Sache ist, wenn Industrie und Uni gemeinsam an der Entwicklung eines Produktes oder der Erforschung eines Phänomens arbeiten. Ich finde es da schon problematischer, wenn eine Uni eine Studie dazu durchführt, welches von zwei Produkten eines Herstellers (die beide ohnehin nicht ganz frei von Kritik sind) das bessere ist. Das ist für mich eine reine Marketing Aktivität, und das finde ich eben nicht ganz unproblematisch.

Re: Studie TOMI

Verfasst: 09.10.2019, 09:28
von Marie2
Die richtige Kommunikation dazu ist ja genau das Problem finde ich.
Dass Nestle das ganze sponsert geht aus der Broschüre gar nicht hervor, erst irgendwo kleingedruckt auf der Homepage.
Ansonsten fände ich es mit der Angabe der Stillempfehlung der WHO gut geregelt. Dann den Hinweis dass für nicht mehr gestillte Kinder
die bestmögliche Zusammensetzung der Milch untersucht werden soll.
Wenn man sich nicht mit dem Thema beschäftigt kommt die ganze Broschüre eben so rüber, dass die bekannteste Kinderklinik hier im
zweiten Lebensjahr Säuglingsnahrung als unabdingbar erachtet.

Re: Studie TOMI

Verfasst: 09.10.2019, 09:40
von pqr
nido56 hat geschrieben: 08.10.2019, 22:00
Violatricolor hat geschrieben: 08.10.2019, 21:29 Also Unis und Industrie arbeiten quasi immer Hand in Hand. Irgendwo muss ja das Geld für die Forschung herkommen und die Industrie verwendet die Forschungsergebnisse um neue Produkte oder Medikamente herzustellen.
Ich weiß, ich habe selbst mal an der Uni gearbeitet. Aber ich finde, das ist schon kein ganz einfaches Thema.

Eine Sache ist, wenn Industrie und Uni gemeinsam an der Entwicklung eines Produktes oder der Erforschung eines Phänomens arbeiten. Ich finde es da schon problematischer, wenn eine Uni eine Studie dazu durchführt, welches von zwei Produkten eines Herstellers (die beide ohnehin nicht ganz frei von Kritik sind) das bessere ist. Das ist für mich eine reine Marketing Aktivität, und das finde ich eben nicht ganz unproblematisch.
Das sehe ich auch so. Es hat leider dann auch so einen White Washing Effect auf den Sponsor und ist durch das Nutzen der Infrastruktur der Uni auch subventioniert von Steuergeldern.
An der Art, wie die Studie aufgesetzt ist, sehe ich wenig Wissenschaftliches.

Aber klar, kein einfaches Thema.