Ich bin gerade heulend aus der Praxis meines Frauenarztes gekommen und werde sie auch nie wieder betreten.
Die Zugsalbe hat nicht geholfen. Die verstopfte Montgomery Drüse war es wohl nicht.
Der rote Streifen wurde zum Glück blasser am Wochenende. Meinen Sohn lies ich 48h nur noch an der gesunden Seite stillen. Ich versuchte die andere Seite auszustreichen mit mäßigem Erfolg. Immerhin hat meiner Brustwarze die Auszeit wohl gut getan. Sie schmerzt nicht mehr so stark und stillen ist wieder möglich. Alle 12h bekommt er nun die kaputte Seite.
Trotzdem alles nach Besserung aussah, bekam ich am Samstag Abend Schwindel dazu, der solange anhielt bis mein Sohn abtrank, was ich nicht ausstreichen konnte. Ich kontaktierte meine Hebamme mit der Bitte, sich das Ganze mal anzusehen. Von ihr bekam ich zur Antwort, ich könnte am nächsten Tag mal anrufen und dann reden wir mal darüber. Schönen Dank!
Gestern habe ich viel mit Quark gekühlt. Heute morgen sah das ganze schon wieder viel besser aus. Der rote Strich ist fast unsichtbar, der Knubbel unter dem Warzenhof fast nicht mehr da. Das Stillen heute Morgen war durchaus erträglich, wenn auch unangenehm.
Leider hatte ich heute Nacht Gliederschmerzen, daher bin ich heute doch zum Gynäkologen. Mein Mann hat sich extra freigenommen, um aufs Baby aufzupassen,er ist sonst unter der Woche nicht hier. Nach 3h Wartezeit war ich dann auch schon dran.

Die Schwestern meinten vorher noch, ich solle die Vorsorge gleich mitmachen, wenn ich schon mal hier bin. Nach der Schilderung meiner Brustprobleme bekam ich an den Kopf geknallt, wieso ich überhaupt noch stille. 6 Monate wären okay, 1 Jahr grenzwertig, aber alles was darüber hinausgeht ist quasi unverantwortlich. Es birgt nur die Gefahr, dass Bakterien in die Brust eindringen und ich solle mich doch mal durchsetzen bei meinem Sohn und endlich abstillen. Es bringe ihm ja sowieso nichts mehr, außer dass er seinen Spaß an meiner Brust hätte. Und außerdem müsste man meine Milch mal nach Schadstoffen untersuchen, denn nicht alles, was man isst, wäre ja gesund und vielleicht ist meine Milch ja der Auslöser für die eventuelle Brustentzündung. Am Ende schmiss er mir dann noch an den Kopf, er könne keine Vorsorge machen, so lange ich noch stille.
Er schrieb mir dann eine Überweisung zum Brustultraschall und ließ mir einen Termin in 4 Wochen zur Nachbesprechung geben. Zitat der Schwester: "Bis dahin ist der Befund ja dann auch da."
Ich muss ehrlich gestehen, ich war so vor den Kopf gestoßen, dass ich sprachlos war. Ich versuchte einmal einen Einwand vorzubringen und sagte ihm, dass die WHO 2 Jahre stillen empfiehlt und ich auch bisher völlig ohne Probleme gestillt habe, aber er ließ mich gar nicht zu Wort kommen.
Ich bin wirklich geschockt, traurig und immer noch völlig sprachlos. Weiß nun auch nicht so richtig weiter. Offensichtlich ist ja irgendwie alles auf dem Weg der Besserung, daher warte ich wahrscheinlich einfach weiter ab. Gliederschmerzen habe ich nicht mehr.
Was nützt ein Brustultraschall, wenn der Befund erst in 4 Wochen ausgewertet wird. Falls es was akutes ist, ist es bis dahin doch eh zu spät. Der Arzt, der das macht ist 1h Fahrtzeit weg und ich habe niemanden, der aufs Baby aufpasst. Ich hoffe einfach, es klärt sich alles so. Falls es doch wieder schlimmer wird, suche ich mir einen anderen Arzt.
Nach einer Stillberaterin habe ich auch nochmal intensiv gesucht, aber hier oben gibt es leider niemanden. Wie schön war es doch, als wir noch in Berlin gewohnt haben, wo es nette Hebammen, kompetente Stillberaterinnen und stillfreundliche Frauenärzte gab.
Wo ich das alles so aufschreibe, kommen mir wieder die Tränen. Ich glaube, ich bin selten in meinem Leben so runtergeputzt worden. Was für ein A....