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Re: Umzug nach Baden-Baden?

Verfasst: 29.11.2018, 21:57
von Cucurbita
also wenn eure Kinder auf Bagger und Co stehen wäre Karlsruhe derzeit der absolute Hit.
Aber nein es gibt auch in Karlsruhe schöne Ecken, aber da muss man auch erstmal bezahlbaren Wohnraum finden. Insgesamt finde ich schon dass sich in der Stadt schon viel für Familien tut.

Re: Umzug nach Baden-Baden?

Verfasst: 28.02.2019, 11:17
von Herbstmenschin
Meine Eltern sind als ich 7 war in eine Kleinstadt gezogen, von Baden-Baden ein mal über den Berg, tiefer in den Schwarzwald. Ich war schleunigst wieder weg, als ich mit 17 die Schule fertig hatte.
Ich mag den Dialekt überhaupt nicht, hab auch nach 10 Jahren einiges nicht verstanden. In die Gemeinschaft kommt man nicht rein, meine Mutter hatte so nach 15 Jahren die ersten echten Freundschaften. Im Zweifelsfall ist jeder mit jedem über x Ecken verwand und man selbst immer nur zugezogen (und hat damit zumindest nicht die Erbkrankheiten) Jeder Stadtteil hat 1-3 Namen, die sich durchziehen.
Ich wurde für meine Sprache (komme aus der nähe von Bremen) ziemlich gemobbt, auch von Lehrern.

In Baden-Baden ist Kulturell einiges geboten, für mich dominiert aber meist noch reich, gold und russisch, die schere zwischen arm und Reich ist sehr groß, in der Mitte gibt es wenig. Kann ich gut verstehen, dass das jetzt aufgefüllt werden soll.

In Karlsruhe fühle ich mich deutlich wohler, da ist es offener. Dazu sehr grün und man kann viele Baustellen anschauen :D Würde ich als meine Lieblingsgroßstadt in Deutschland bezeichnen. Und Karlsruherisch ist deutlich angenehmer und weniger verbreitet als Badisch.

Bei Kitas kenne ich mich nicht aus in BAD selber, Gymnasien gibt es mehrere. Waren von der Ausrichtung her nicht so mein Fall, entweder man liebt oder hasst sie. Grundsätzlich schlecht sind sie nicht, kommt aber einfach auf den Typ an. Ich bin lieber eine Stunde nach Karlsruhe gefahren zum Gymnasium.

Jetzt ziehen wir in eine kleine, unterfränkische Gemeinde, da fühle ich mich schon nach einigen Monaten sehr wohl, es ist offen, Tolerant und mir rollen sich bei dem Dialekt auch nicht ständig die Fußnägel hoch.

Re: Umzug nach Baden-Baden?

Verfasst: 28.02.2019, 11:32
von SchwarzwaldMama
Herbstmenschen, ich glaube ich wohne mittlerweile ziemlich da wo du so dringend weg bist, zumindest passt die Beschreibung "einmal übern Berg" ganz gut 😉

Re: Umzug nach Baden-Baden?

Verfasst: 28.02.2019, 12:26
von Herbstmenschin
SchwarzwaldMama hat geschrieben: 28.02.2019, 11:32 Herbstmenschen, ich glaube ich wohne mittlerweile ziemlich da wo du so dringend weg bist, zumindest passt die Beschreibung "einmal übern Berg" ganz gut 😉
Zumindest bist du mit Baiersbronn im richtigen Tal ;-)
Meine Eltern wohnen aber noch ne ganze Ecke weiter Richtung Karlsruhe

Re: Umzug nach Baden-Baden?

Verfasst: 28.02.2019, 12:37
von SchwarzwaldMama
:lol: ich glaube in die Richtung wird es auch nicht besser

Ich komme ja ursprünglich auch aus nem kleinen Dorf aber ich finde "Tal-Menschen" doch nochmals ein Stück gewöhnungsbedürftiger und die teilweise inzestuös anmutenden Verwandtschaftsverhältnisse...nunja...

Aber sonst kann ich mich eigentlich hier nicht beschweren, ich bin eigentlich gut aufgenommen worden. Liegt aber sehr wahrscheinlich daran dass die Familie meines Mannes hier schon seit der Steinzeit lebt 😎

Re: Umzug nach Baden-Baden?

Verfasst: 05.03.2019, 10:36
von Herbstmenschin
Ja, vermutlich ist es deutlich einfacher in eine Familie aufgenommen zu werden, als 800km da hin zu ziehen und auf perfektes hochdeutsch trainiert zu sein...

In 9 Tagen geht es wieder für eine Woche zu meinen Eltern, mal sehen wie schnell die Fluchtgedanken dieses Mal kommen.

Re: Umzug nach Baden-Baden?

Verfasst: 17.02.2020, 10:44
von DolphinFFM
Ich wollte mal meine ersten Erfahrungen hier lassen, falls es nochmal jemanden hierher zieht.

Wir wohnen nun seit Januar in Baden-Baden. Das Glück war uns hollt und wir haben eine tolle Wohnung in zentraler Lage in Baden-Baden selbst gefunden. Mein Mann lebt bereits seit April 2019 in Baden-Baden; bis Mitte Dezember ist er gependelt.

Bisher fühlen wir uns wohl. Der Kulturschock ist ausgeblieben. Die Nachbarn haben uns nett aufgenommen, manche Gespräche sind schon entstanden und Eier bekommen wir auch von einer Nachbarin. Natürlich sind das alles bisher keine tieferen Beziehungen, aber ein Anfang.

Das wir immer noch städtisch wohnen, macht es uns mit Sicherheit einfacher. Wir hatten in Baden-Baden tatsächlich nur diese eine Wohnung, alles andere wäre in umliegenden (teils sehr dörflichen) Ortschaften gewesen.

Eine Kita haben wir auch für die Kinder. Die schließt leider schon um 14:30 und die meisten Eltern dort schnappen sich ihre Kinder, verfrachten sie ins Auto (das natürlich im absoluten Halteverbot direkt vor der Kita steht) und fahren schnell weiter. Das macht Bekanntschaften und Nachmittagsverabredungen in der Kita im Moment noch schwierig. Aber meine Mittlere hat schon 2 Freundebücher mitbekommen 😂

Überrascht bin ich über den hohen Anteil Nicht-Deutsch-Muttersprachler in der Kita, die auch tatsächlich wenig bis gar kein Deutsch zu sprechen scheinen. Eine Erzieherin meinte zu mir, sie wären sehr froh, mal deutschsprachige Eltern zu haben. Eine Unterstützung zur sprachlichen Integration der Kinder scheinen die Erzieher auch nicht zu bekommen.

Mal schauen was die nächsten Monate bringen.
Momentan fühlen wir uns jedenfalls wohl.