So, jetzt. Vielen lieben Dank für euer Verständnis und euer Engagement für meine Situation. Ich bin fast gerührt, dass so viele Antworten kommen. Ich antworte nicht namentlich, das waren so viele, bitte verzeiht.
Ihr habt recht, ich bin sehr frustriert. Weil ich meinen Sohn derzeit energetisch nicht gerecht werde. Weil ich seit neuestem beim Arbeiten und kaum konzentrieren kann, und so auch meinen geschätzten Patienten nicht gerecht werde. Weil ich einkaufen gehe und trotz Einkaufszettel die Hälfte vergesse. Weil ich bei Freunden gesprochenes nicht erinnere oder Nachrichten lese und dann wieder vergesse, bis meine Freunde mich daran erinnern. Weil mein Mann mich verlangsamt erlebt, ich zittere und schon überlege ob ich zu meiner geliebten Krabbelgruppe fahren soll (augenzeuglich ist da meine Vergleichsgruppe wohl eine Ausnahme was das essen betrifft; die mampfen alle) oder eher eine Zumutung für den Straßenverkehr bin. Als mein Sohn nachts nur zwei bis dreimal kam, hatte ich das alles nicht und war viel freudiger. Alleine die Beiträge hier muss ich fünfmal lesen um sie zu kapieren (außer die Zweizeiler)
Ich hatte bisher einen Zusammenhang zwischen Essensmenge tags und nachts vermutet, aber viele von euch verneinen diesen ja. Ich werde also mal ausprobieren, ihn länger zu tragen, bisher trage ich im Schnitt täglich so 1-1.5 Stunden.
Zur Schlafsituation: wir haben am Gitterbettchen eine Seite abmontiert, dass er sich je nach Nähe-Distanz-Bedürfnis zu mir hin oder wegrollen kann. Mein Mann schläft separat, außer die Sehnsucht nach uns beiden wird zu groß. Dafür nimmt er ihn morgens meist noch 45 Minuten vor der Arbeit mit. Nachts wird mein Sohn eben dann zappelig und wimmert, dann sucht er die Brust und dockt im Schlaf / Halbschlaf an. Er trinkt dann so hingebungsvoll (oder angestrengt) stöhnend,

dass ich nicht gut weiterschlafen kann.
Tagsüber: ich weiß nicht ob es jetzt so viel ist, aber er schläft am Vormittag und Nachmittag je eine Stunde. Meistens schlafe auch ich dabei unweigerlich ein, aber ist halt auch kein Tiefschlaf...
Ich dachte auch wie einige hier, er brauche vielleicht mehr Stillen tagsüber. Und auch das war frustrierend: umzudenken und -fühlen ("okay, dann braucht er eben etwas anderes als ich es mir vorgestellt habe, gestalten wie es eben gemeinsam so, wie er es braucht") und dann lehnt er komplett ab bzw. dockt an und ab, weil alles andere so spannend ist und ich sitze halb barbusig im Park/ abgedunkelten Schlafzimmer und bin die einzige die am Stillen interessiert scheint. Aber zum Einschlafen geht es dann nicht ohne
Wenn ich koche, lutscht er kurz an den Dingen und wirft dann einzelnes wahlweise den ganzen Teller raptusartig auf den Boden. Okay, ich bin nicht die beste Köchin, aber Nudeln und Gedünstetes und Obst schälen bekomme ich noch hin

nehme aber gerne Anregungen für Leckeres entgegen und werde versuchen den Kleinen dabei auf den Schoß zu nehmen.
Vielleicht will er echt noch keine Beikost; das erforderte wie gesagt schon ein Umdenken (habe oft Rilkes Gedicht über die Geduld gelesen;-)), nur dass nachts soviel läuft, macht mich wirklich fertig!
War es bei euch auch so, dass die Kleinen häufig aufstoßen mussten und durstig waren beim Essen? Ich habe in meiner Vetzweiflung auch schon überlegt, Prena zum Brei zu trinken zu geben, weil ja tagsüber mehr stillen nicht klappt. Aber das macht doch auch wenig Sinn, jetzt noch die Flasche zusätzlich einzuführen? Ohne trinken geht es nicht beim Essen, bisher war es Wasser.
Auch hatten überlegt ob mein Mann in von 20 Uhr bis 1 Uhr beruhigen soll? Das würde uns beide aber totale Überwindung kosten, weil wir beide es schlecht ertragen wenn der Kleine weint und Hunger haben könnte ( nimmt keinen Schnuller o.ä.).
Vielen Dank euch allen nochmals, für eure Tipps und Ideen. Ich bin gar kein Fan des Wörtchen "aber" und trotzdem kommt es in diesem Text ständig vor
