Das klingt nach einer Saugverwirrung. Dein Baby hat vergessen wie es ohne geht ODER es bevorzugt den langsameren Milchfluss, den man aber auch stillfreundlich erreichen könnte.
Wie könnte ich das stillfreundlich erreichen? Die Tipps und Hinweise in dem verlinkten Thread habe ich schon gelesen und alles gemacht, das bringt zwar teilweise Linderung, löst das problem bei uns aber nicht komplett und auf Dauer. Unsere Nachsorgehebamme hat immer gesagt, dass sie einen sehr starken Zug drauf hätte, und ja, der ist wirklich teilweise stärker als die maximale Stufe der Milchpumpe. Ich glaube, dass auch das Teil des Problems ist. Sie schafft es ja sogar durch das Stillhütchen so stark zu saugen, dass die Milch spritzt (dann halt ins Stillhütchen rein und nicht in ihren Mund), egal, wie voll die Brust ist oder in welcher Position wir stillen.
Es ist möglich, dass Ihr zum entspannten "pur" Stillen kommt. Dafür müsstest Du jedoch konsequent alles künstlichen Saugen (Stillhütchen, Schnuller, Flasche) weglassen. Da es bei Euch keine Indikation für die Hütchen gibt, würde ich Dir empfehlen, es zu versuchen.
Puh, das wird schwierig. Wenn ich das Stillhütchen weglasse, wird sie einfach gar nicht trinken. Beim zweiten Stillstreik war es genauso und nach 12 Stunden habe ich kapituliert, da sie auch nichts mehr ausgeschieden hat. Ich will sie ja nicht hungern lassen. Ihr den Schnuller wegzunehmen, finde ich auch extrem schwierig. Sie ist wie gesagt ansonsten eher ausgeglichen, was aber auch daran liegt, dass sie manchmal am Schnuller nuckeln kann. Würden wir ihr den wegnehmen, wäre das glaube ich tatsächlich schlimm. Vor allem tagsüber benutzt sie ihn zum einschlafen, braucht darüber hinaus aber keine weiteren Einschlafhilfen, was ich für ihr Alter als sehr positiv empfinde.
Vorgezogene Beikost hat ohne Indikation Nachteile. Vollstillen für ca. 6 Monate ist die optimale Ernährung für Dein Baby.
Welche Nachteile hat es? Und hast du Literatur dazu? Alle Empfehlungen, die ich diesbezüglich kenne, nennen den abgeschlossenen 4. Lebensmonat als frühestmöglichen Zeitpunkt, sofern das Baby mitmacht.
Ja, ich finde es doof, dass ich sie nicht "pur" stillen kann. Ich habe nur glaube ich einfach keine Energie mehr für erneute Kämpfe an der Brust. Wir hatten das nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, nach dem ersten und nach dem zweiten Stillstreik. Wir haben es zwar immer geschafft - mal für längere, mal für kürzere Zeit - wieder an die Brust zurück zu kehren, aber es hat auch sehr viel Energie gekostet. Es geht bei mir auch schon dahin, dass ich längere Ausflüge nicht mache bzw. absage, aus Angst, dass sie unterwegs Nichts trinken wird. Und da sie keine Hungerzeichen zeigt, bin ich ohnehin immer unsicher, ob sie sich wieder generell verweigert oder eben gerade tatsächlich keinen Hunger hat.
Im Moment denke ich, dass ich sie einfach so lange wie möglich mit dem Hütchen (vielleicht auch irgendwann wieder ohne, wer weiß) stillen will/ werde. Das Thema Essen bzw. Trinken nimmt schon seit ihrer Geburt einen so großen Platz in unserem Alltag ein und ist der einzige, seit Monaten bestehende und konstante Schreigrund für sie. Ich will jetzt einfach auch mal zu einem Alltag kommen, in dem wir uns alle nicht nur darüber Gedanken machen müssen und in dem sie auch mal aus anderen Gründen schreit (OK, letzteres vielleicht doch nicht

).