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Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 10:56
von Arche Mama
Es gibt kein Kleingewerbe nur Gewerbe.
Lediglich beim Finanzamt gibt es eine Kleinunternehmerregelung, bei der keine Umsatzsteuerpflicht besteht.
Schon wenn Du Material einkaufst, aus dem Du wahrsch. mal was verkaufen willst, ist das eine gewerbliche Tätigkeit und Du brauchst den Gewerbeschein. Den besorgen ist aber das geringste Problem. Dann kommt der Rattenschwanz. Finanzamt, Handwerkskammer, IHK, Krankenkasse, Elterngeldstelle... alle wollen was von Dir, Berge an Formularen und natürlich Geld. Buchhaltung machen. Wenn Du verschickst brauchst Du eine Verpackungslizenz. Und ich habe bestimmt was vergessen . Verdienen wurd auch schwer, rechne mal, was ein selbstgenähtes Teil wirklich kostet, wenn Du realistisch alle Ausgaben umlegst und einen passablen Stundenlohn möchtest. Das zahlt dann keiner.
Ehrlich, ich würde mir das nicht nochmal antun. Nicht für ein bißchen Nähen.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, daß es möglich sein muss, einen Dankeschönbetrag für das Nähen entgegenzunehmen ohne Angst vor Steuerhinterziehung zu haben

Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 11:57
von Lukires
Lohnt es sich bei dem Verdienst?
Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 13:04
von rueckenwind
Ich war eine Weile bei einer Tauschbörse, dort konnte man alles mögliche tauschen. Vielleicht wäre das eine Option?
Ich habe für Bekannte auch schon einmal etwas genäht, wo die Benähten den Stoff ausgewählt haben und dann einfach Stoff für mich mitgekauft haben, der mir gefiel und diesen Stoff habe ich dann quasi als Tausch für meine Nähtätigkeit erhalten. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich mich damit in einem rechtlichen Graubereich bewegt habe, würde ich das öfter machen, müsste ich mich wohl noch mal darüber informieren.
So lange wie ich aber häufig brauche, um ein Kleidungsstück oder so herzustellen, wären die Stückpreise vermutlich so hoch, dass es eh niemand mehr kaufen würde.....
Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 13:29
von glockenblümchen
Ich würde auch tauschen, ganz konkrete Ansagen machen zb ja näh ich dir gegen 3 Packungen Windeln oder so.

Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 13:32
von Lösche Benutzer 8492
Das ist nur Halbwissen - aber ich meine mal gelesen zu haben, dass "du tapezierst mein Wohnzimmer und kriegst eine Kiste Bier" auch unter Schwarzarbeit faellt? Dementsprechend waere das Tauschen doch auch nicht okay?
Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 13:39
von Serafin
Gut. Aber ich tapezier dir dein Wohnzimmer weils mir so Spaß macht ist erlaubt. Und ich schenk dir ne Kiste Bier, weils dir gut schmeckt auch.
Am Land ist das doch total üblich, sich zu helfen. Ich leih dir meinen Buldock und du hilfst mir beim Hausbau. Man fragt das gar nicht so als Gegenleistung. Sondern: Kann ich morgen deinen Buldock haben? Ja, klar. ab 15 Uhr.
Bzw. wir bekommen morgen den Boden. Kannst du mir beim Verlegen helfen? Ja, Samstag.
Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 13:42
von Lösche Benutzer 8492
Serafin hat geschrieben:Gut. Aber ich tapezier dir dein Wohnzimmer weils mir so Spaß macht ist erlaubt. Und ich schenk dir ne Kiste Bier, weils dir gut schmeckt auch.
Am Land ist das doch total üblich, sich zu helfen. Ich leih dir meinen Buldock und du hilfst mir beim Hausbau. Man fragt das gar nicht so als Gegenleistung. Sondern: Kann ich morgen deinen Buldock haben? Ja, klar. ab 15 Uhr.
Bzw. wir bekommen morgen den Boden. Kannst du mir beim Verlegen helfen? Ja, Samstag.
Das ist mir schon bewusst.
Aber dann ist doch "ich schenk dir eine genaehte Muetze" und "ich schenk dir einen 20 Euro Schein" genauso erlaubt?
Ich gehe mal davon aus, dass die, die gegen eine Kiste Bier tapezieren, sich auch keine Gedanken machen, ob sie fuer 2 genaehte Shirts ein Gewerbe anmelden muessen...
Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 13:44
von Lösche Benutzer 17612
Arche Mama hat geschrieben:Es gibt kein Kleingewerbe nur Gewerbe.
Lediglich beim Finanzamt gibt es eine Kleinunternehmerregelung, bei der keine Umsatzsteuerpflicht besteht.
Schon wenn Du Material einkaufst, aus dem Du wahrsch. mal was verkaufen willst, ist das eine gewerbliche Tätigkeit und Du brauchst den Gewerbeschein. Den besorgen ist aber das geringste Problem. Dann kommt der Rattenschwanz. Finanzamt, Handwerkskammer, IHK, Krankenkasse, Elterngeldstelle... alle wollen was von Dir, Berge an Formularen und natürlich Geld. Buchhaltung machen. Wenn Du verschickst brauchst Du eine Verpackungslizenz. Und ich habe bestimmt was vergessen . Verdienen wurd auch schwer, rechne mal, was ein selbstgenähtes Teil wirklich kostet, wenn Du realistisch alle Ausgaben umlegst und einen passablen Stundenlohn möchtest. Das zahlt dann keiner.
Ehrlich, ich würde mir das nicht nochmal antun. Nicht für ein bißchen Nähen.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, daß es möglich sein muss, einen Dankeschönbetrag für das Nähen entgegenzunehmen ohne Angst vor Steuerhinterziehung zu haben

Stimmt, ich weiß nicht mehr was der genaue Wortlaut war als ich das beantragte.
Es machte aber einen Unterschied ob das Haupterwerb oder Nebenerwerb war. Ich war hauptberuflich Hausfrau, und auf meinen Mann bei KK etc. angemeldet. Durfte einen gewissen Betrag nicht überschreiten. IHK war hier kostenlos und lief automatisch bei der Gewerbeanmeldung, HWK ein Minimalbetrag.
Auch bei der Steuererklärung wurde das alles irgendwie gemeinsam veranlagt, ich musste nur Ausgaben und Einkünfte belegen und auf der Rechnung stand irgendwie, dass ich aufgrund der Kleinunternehmerregelung von der Ausweisung der Umsatzsteuer befreit war. Oder so. ( wir haben eine Steuerberaterin)
Es war wirklich nicht soooo schwierig, da ich alles von daheim aus verkauft habe.
Aber Dawanda und Co habe ich in dem Moment aufgegeben, als das mit der Verpackungslizens rauskam. Das wäre ein Fass ohne Boden gewesen.
Trotzdem hat es nich nicht gelohnt, wenn man Stundenlohn, Maschinenstunden, Material etc. ansetzt. Ich wollte immer auf 12 €/Stunde kommen und das wurde abzüglich der anderen Summen schon sehr sehr schwierig. Nicht bei ein paar Mütze, aber bei aufwändigeren Sachen.
Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 14:00
von AnnieMerrick
Bin gerade überrascht. Freundin verkauft gehäkelte sachen.bzw. sie häkelt,stellt es in der bucht bei kleinanzeigen usw. online. sie häkelt einfach aus spaß und mengen!!! Privatverkauf. Wenn ich z.b. ein kleid nähe.mich in der größe vertue und es verkaufe uber die bucht falle ich doch nicht unter die Regelung, sonst wäre ja jeder verkauf, gebrauchte Kindersachen usw,ein Kleinunternehmen? !?
Re: Gelegentlich was Selbstgenähtes verkaufen?
Verfasst: 21.06.2017, 14:01
von AnnieMerrick
Wie istcdas mit der verpackungslizenz? Noch nie gehört!