regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Darla
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Darla »

Hier ein mittelgroßes Dorf in Rheinland -Pfalz.
Wenn (!) gestillt wird, dann meistens nur bis zur Beikosteinführung mit 4-5 Monaten...
Mit unseren drei Jahren Stillzeit waren wir hier also echte Exoten.

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Viele Grüße von Darla mit
Wintermädchen (12/07),
Sommermädchen (06/11) und
dem Frühlingsmädchen (04/14)
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Fledertierchen
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Fledertierchen »

Hier Westsachsen... Ich bin immer sehr froh, wenn ich in der Öffentlichkeit mal Mütter sehe die tatsächlich stillen, aber wie auch in meinem näheren Freundes- und Bekanntenkreis sind die Flaschenkinder (oft weil zu wenig Milch) in der Mehrzahl. Bei denjenigen Freundinnen/Kolleginnen bei denen das Stillen gut klappte, folgte spätestens ab dem 6. Monat der Breifahrabstillplan.
Allerdings gibt es auch hier Stillgruppen und alternative Krabbelgruppen und das Stillen auch über ein Jahr und mehr, ist da wiederum sehr verbreitet. Das ist dann meine kleine Blase, in der ich mich gern bewege :)

Ich bin aber auch geneigt, mir mein Umfeld diesbezüglich auszusuchen. Vielleicht ist deshalb auch die Wahrnehmung so unterschiedlich.
Grüße vom Fledertierchen groß mit Fledertierchen klein 02/15
Bärin
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Bärin »

Stadt in Rheinland-Pfalz, hab das Gefühl hier ist ziemlich alles vertreten nur eins überwiegt: schwierige Stillbeziehung, frühe Beikosteinführung, frühes abstillen. In den letzten Jahren haben hier, wie wohl überall, viele Entbindungsstationen geschlossen. In der 'großen' Klinik gibt es gar keine Unterstützung mehr beim Stillen erzählt man sich. In der 'kleineren' sind zwar alle Schwestern Stillberaterin, aber die Qualität der Beratung ist mittelmäßig. Und ansonsten halten sich halt die ganzen Ammenmärchen (z. B. wenn das Baby öfter als alle 3 h an die Brust will, reicht wohl die Milch nicht und man muss zufüttern/abstillen)
Aber umso länger man stillt, umso einsamer wird man. Witzigerweiße sind in der Stillgruppe nur Ü1 Kinder und sutige Mamas. Die Apotheke die den Raum stellt wundert sich immer, wo denn die Babys bleiben.
Bärenjunge 03/16 & Babybär 06/18
Milchreis0284
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Milchreis0284 »

Huhu. Ich komme aus einem kleinen Dorf aus Rlp. Ich bin auch heil froh, wenn ich mal von jemandem höre, dass er gestillt hat. Viele Kolleginnen haben nicht oder sehr früh (nach paar wochen) abgestillt. Ich finde es sehr anstrengend, die Rechtfertigungen anzuhören (als ob ich das als ehemalige stillmami erwarten würde) warum abgestillt wurde. Ich sage dann immer, ach schade, dass es nicht richtig klappen wollte. Dann beiß ich mir auf die zunge.
Aber die mittelalte Großmüttergeneration ist tatsächlich recht anstrengend. Meine junge oma (73) hat damals behauptet ich würde ihn ersticken. Und wenn in der Anfangszeit das andocken was länger gedauert hat, sagte sie...lass den Quatsch und nimm ne flasche :lol:
Meine mutter (die mich nicht stillte) war aber hin und weg wie einfach und praktisch es doch wäre, wenn sie es bei uns sah :)
Sie wollte auch immer das ich auf alle möglichen wehwechen mumi drauf mache :shock: :lol:
der Große 08/13
der Kleine 09/17
:smilie_und_kind: :3:
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Fortresca
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Fortresca »

Kleinstadt in Mittel/Südhessen, eher ländlich:
Ich erkenne ein Süd/Nord-Gefälle innerhalb der Stadt [emoji6]
Es gibt alles. Wobei ich wenig drüber rede und ja auch bei gut einem Jahr eine wir-stillen-nur-zuhause-Regel (die natürlich Ausnahmen hat) eingeführt hab.
Hab aber heute erst auf einem Mittelaltermarkt 2 Orte weiter gesehen, wie ein ca 2,5Jähriger gestillt wurde...
viele Grüße
von Forti mit der kleinen Nebelhexe (10/15) & dem Elfenöhrchen (12/19)

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sunswirl
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von sunswirl »

Hier auch berlin. Ich kenne von max 3-6 monate stillen und dann mit beikostfahrplan und flasche weitermachen bis hin zum langzeitstillen alles in meiner Umgebung. Ich habe einige freundinnen, die vermutlich aus dem familären drang und freundeskreis, werbung oä , schnell abstillen “weil sie ihren körper zurück wollen“. In der familie (frau des cousins meines mannes) stillt den kleinen (21 monate) auch noch, somit ist die familie erstmal ruhig gestellt ;)gegen zwei stillmamas kommt man so schnell nicht an mit diskutieren.
Auf arbeit hab ich eh die ökoschiene (bioladen ;) ) da hat nahezu jeder von meinen kollegen gestillt,viele sogar ein Jahr und länger.
Da ist also eine bunte Mischung, aber zum glück ist da die “leben und leben lassen“ strategie überall. Jedem wie er will, das find ich ganz angenehm.
Sunny mit Schlumi *05/16
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Totoli
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Totoli »

Guten morgen :-)

Danke euch, für eure Berichte. Es ist sehr interessant wie unterschiedlich es ist.
" den eigenen Körper zurück haben " scheint hier auch neben " zu wenig Milch " der Grund schlecht hin zu sein. Als der kleine ca 3 Monate alt war, hatten wir eine kiga Freundin vom Großen samt Mutter zu Besuch, wir kamen auf das Thema Kino und ich sagte, dass ich Film xy - Dank stilldemenz weiß ich schon gar nicht mehr, welcher das war, hat also was für sich-;-) gerne gesehen hätte aber ich mir dann ja einfach die DVD irgendwann holen könne, da sagte sie, " na dann still halt ab, passt der Papa auf ".... Uff.... Wegen Kino..... Echt jetzt?! Die stillzeit ist im Vergleich zum Muttersein so eine kurze Zeit.
Kürzlich erzählte mir eine andere kiga Mutter, dass die Frauen in unserm hiesigem Kh zum abpumpen müssten, damit die Schwestern sehen, wie viel Milch schon da wäre. Ich weiß natürlich nicht, ob es stimmt aber kirre machen die Schwestern einem in jedem Fall. Beim großen war es 2011 die wiegeprobe, wo die mich so kirre gemacht haben, dass ich ihm am Ende heulend diese blöde traubenzuckerlösung gab. Das war auch ein Grund, weshalb ich den kleinen zu hause bekommen wollte. Ich schweife ab... Letztlich fehlt es hier v.a. An Aufmunterung und Unterstützung, Zuspruch und Vertrauen in den eigenen Körper. Ich hoffe sehr, dass es sich noch ändert. :-)
Mit "Toto" (11/16) an der Brust und " Li" (6/11) an der Hand
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Linchen1988 »

Wir sind am Land in Oberösterreich zuhause und mein Eindruck ist, dass zuerst alles dafür getan wird um erfolgreich stillen zu können, um nach 6 bis 8 Monaten zügig mit dem Abstillen zu beginnen. Ich habe im Bekanntenkreis bei beiden Kindern am längsten gestillt, wobei sich meine Große mit 18 Monaten abgestillt hat und meine Kleine noch gestillt wird (das hänge ich aber auch schon nicht mehr an die große Glocke)

Linchen mit Wirbelwindmädchen (05/14) und kleiner Lausemaus (06/16)
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von seelenkind »

In unserem Umfeld hängt der Stillerfolg eher am Bildungsstand- in unserem akademikerlastigen direkten Freundeskreis stillen alle mindestens ein Jahr lang und wenn es nicht auf Anhieb klappt, holt man sich Hilfe. Von den anderen Müttern an der Schule meiner Tochter (Gesamtschule mit Grundschulteil, viele einfache Angestellte und Arbeiter, also Jobs, für die man eine Ausbildung braucht) höre ich dagegen oft Sachen wie "Hat nicht geklappt", "Hatte zu wenig Milch" oder auch mal "Da hatte ich ja keinen Bock drauf", und wer stillt, wechselt nach 6 Monaten zur Flasche.

Beides eher kleinstädtisches/ ländliches/ Randberliner Brandenburg, wobei die Akademiker natürlich zum Studieren nach Berlin gezogen sind (und beim ersten Kind dann ein Haus im Umland kaufen, wenn sie es finanziell können).
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Marissa04
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Marissa04 »

Seelenkind, das kann ich nun gar nicht bestätigen.
Ich komme aus Berlin und wohne mittlerweile in Brandenburg. Mit Haus.
Ich selbst bin dann wohl "nur" Arbeiter und mit wenig Bildung (Dankeschön...) und habe beide Kinder 2,5 und 2 Jahre gestillt. Ebenso kenne ich genug "nur" Frauen mit Ausbildung die lange stillen. Oder es toll finden.
Viele erzählen das auch einfach nicht.
Eine flüchtige Bekanntschaft (vom Kiga Weg) hat in einem Gespräch beiläufig erwähnt das sie auch noch stillt.



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