Guten Morgen!
ViolaBo hat geschrieben:Teazer hat geschrieben:
Super. Du hast heute ja schon gewogen. Achte darauf, dass Du ab jetzt täglich unter möglichst gleichen Bedingungen wiegst (Uhrzeit, Abstand zur letzten Mahlzeit, etc.). Wie war Dein Sohn denn bekleidet?
Das ist sein Nackig-Gewicht

Gut, dann wieg ihn weiterhin nackig.
Teazer hat geschrieben:
Warum gibst Du HA?
Wir haben es bei dem belassen, was in der Klinik gegeben wurde. Außerdem sind wir mit Allergien vorbelastet. Spricht denn etwas gegen HA?
Nein. Sie wird bloß oft unnötig genutzt, weil manche denken, sie sei generell verträglicher. Ist sie für gesunde Babys aber nicht.
Teazer hat geschrieben:
Die Dauer ist sehr gut. Allerdings stillt Ihr wirklich zu selten. So kann Deine Brust nicht mehr Milch produzieren. Ihr fehlt schlicht die Stimulation. Zur Milchsteigerung solltet Ihr 10-12x in 24h stillen, tagsüber alle 2h, nachts alle 3h (jeweils von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet), dazu auch wecken.
Wir haben das so oft versucht. Er hat von Anfang an mindestens eine 4-5stündige Schlafphase am Tag, manchmal auch 2. Wir haben schon in der ersten Woche versucht ihn dann zu wecken, aber es hat nicht funktioniert. Er trinkt dann einfach nicht, auch nicht, wenn er richtig geweckt ist. Das endet immer darin, dass er entweder direkt einschläft oder aber sich richtig in Rage schreit und überhaupt nicht mehr zu beruhigen ist.
Okay, dann lassen wir es fürs Erste so.
Während der langen Stillpausen pumpe ich deshalb aber immer ab, so dass maximal 1x pro Tag mehr als 2-3 Stunden zwischen Stillen bzw. Pumpen liegen. Oder bringt das Pumpen für sich dann gar nichts für die Stimulation?
Pumpen ist in dieser Situation eine sehr gute Idee. Jede Entleerung der Brust regt die Milchproduktion an.
Bitte schreib in die Liste wie oft Du gepumpt hast. Wenn Du 9x stillst, dann wäre es gut, wenn Du mindestens einmal täglich zusätzlich pumpst. 4-5h Pause sind für viele Brüste das Signal für geringe Nachfrage und führt zur Reduktion der Milchmenge bzw. mangelndem Aufbau der Milchproduktion.
Wie lang sind denn seine nächtlichen Stillpausen?
Wie zähle ich eigentlich das Stillen? Wir haben oft Phasen, wo er über 2 Stunden hinweg immer mal wieder trinkt für 5 Minuten. Gilt das dann als 1x oder als öfter?
Wenn die Pause zwischen zwei Stilleinheiten länger ist als die erste Stilleinheit, dann gilt es als zwei.
10 min stillen + 5 min Pause + 10 min stillen = 1x stillen
10 min stillen + 20 min Pause + 10 min stillen = 2x stillen
Eine Stilleinheit sollte zur Milchsteigerung mindestens 20 min dauern. Das kannst Du durch Wechselstillen (s.u.) erreichen.
Das habe ich oft versucht und mehrfach 1 Mahlzeit pro Nacht ohne BES geschafft. Aber ab und zu (z.B. heute nacht) kommt ihm dann nicht genug, so dass ich doch das BES dazunehmen muss. Ich weiß, dass die Brust theoretisch nie leer sein sollte, aber er schluckt ab einem gewissen Punkt trotz tiefer Züge nicht mehr - und regt sich dann natürlich auf.
Unruhe an der Brust ist völlig normal. Allerdings bekommt Dein Sohn den Großteil seiner Nahrung aktuell aus dem BES. Von daher solltest Du zunächst immer mit BES stillen. Mit richtiger Nutzung und der Kombination verbessertes Stillmanagement und Domperidon wird die Milch bald besser fließen und wir können BES-freie Stilleinheiten nutzen. Aber aktuell ist das einfach noch zu früh.
Die sind in die 400ml schon mit eingerechnet. Also eigentlich bestehen "nur" ca. 300ml seiner Nahrung aus Pre.
Gut. Bitte notiere das ab jetzt einzeln, so dass ich einen besseren Überblick habe. Wenn ich zukünftig sage, Du sollst z.B. 400 ml zufüttern, dann ist das die Summe aus Muttermilch und PRE.
Ich wechsle immer die Seiten nach 10-15 Minuten. Außer wenn er nicht so lange/viel trinkt. Falls nicht beide Brüste dran kommen, versuche ich immer noch zu pumpen hinterher.
Zur Steigerung der Milchmenge solltest Du Wechselstillen. Wechsel bei jeder Stilleinheit die Brust ab, an der Du das BES anbringst. Wenn Dein Sohn aufhört zu saugen, klemmst Du das BES ab und wechselst die Brust. Saugt er da nicht mehr ordentlich, wechselt Du wieder an die BES-Brust, öffnest das BES, bis er nicht mehr saugt, usw. Das Wechseln stimuliert die Milchproduktion stärker als nur ein Wechsel.
Solltest Du ohne BES stillen, dann nutze ebenfalls das Wechselstillen. Es ist eine sehr effektive Methode die Milchmenge zu steigern.
Nachpumpen ist generell eine gute Idee, wenn es Dich nicht stresst. Aber es sollte einen Brustwechseln nicht ersetzen. Ziel ist schließlich, dass Dein Sohn gut stillen kann, so dass das BES irgendwann nicht mehr (jedes Mal) nötig ist. Ohne Stillübung können wir dieses Ziel aber nicht erreichen.
Ich benutze meistens den kleinsten Schlauch und hänge die Flasche auf Brusthöhe, also unteres Ende auf BW-Höhe. Wenn er recht schnell trinkt, dann hänge ich sie auch mal ein Stück tiefer. Der zweite Schlauch wird abgeklemmt.
Gut. Die Milch sollte ca. 1 Tropfen pro Sekunde herausfließen.
Bis jetzt haben wir ja immer nach Bedarf gefüttert, er trinkt auch so unregelmäßige Mengen. Mal nur 30ml, mal 100. Wie schaffe ich es, dass er immer die gleiche Menge will? Ich will ihn ja nicht hungern lassen, oder ihm noch Milch reinzwingen?
Dein Sohn wird auf keinen Fall hungern. Du wirst jetzt für ein paar Tage jeden Tag 400 ml zufüttetn. Damit ist er im Schnitt die letzten Wochen super gediehen. Deine Brust produziert jeden Tag unterschiedlich viel Milch, je nach Nachfrage. Mit der Differenz von einem auf den anderen Tag kann sie gut umgehen. Wenn Dein Sohn noch Hunger hat, dann soll er sich die Milch aus der Brust holen. Klar, er ist momentan im "Schlaraffenland", aber er kann stillen und wird das bei Hunger auch tun.
Wichtig ist, dass Du ihm beim Lernen hilfst. Dazu gehört, dass Du mit dem BES den Ablauf des "normalen" Stillens imitierst. Dabei läuft nicht einfach Milch in den Mund, sondern das Baby muss kräftig saugen, dann fließt die Milch, das Baby schluckt. Irgendwann hört der Milchfluss auf und das Baby muss wieder kräftig saugen usw. Diesen Ablauf kannst Du mit dem BES imitieren, indem Du immer wieder abklemmst und erst wieder öffnest, wenn er ein paar Mal kräftig gesaugt hat. So lernt Dein Sohn, dass er aktiv sein muss, damit Milch fließt.
Die ersten Tage wird es seltsam sein eine feste Menge zuzufüttern. Aber ohne systematisches Reduzieren hat Deine Brust keine Chance ihre Produktion stetig anzupassen.
kann es passieren, dass das Baby die pre Milch der Muttermilch vorzieht? Und wenn ja, was dann?
Ich hatte schon öfter das Gefühl dass er schlechter trinkt, wenn im BES nur Muttermilch ist
PRE und insbesondere HA schmeckt nicht so gut wie Muttermilch. Ich habe noch nie von einemBaby gehört, dass PRE bevorzugt hätte. Das ist wohl eher Zufall.
Hast Du Deine Milch schon einmal probiert? Bei manchen Frauen, deren Milch eine hohe Enzymaktivität hat, schmeckt aufbewahrte Milch seifig. Vielleicht spielt das eine Rolle.
Ich bin irgendwie so auf das Stillen fixiert, ständig mit der Angst im Hinterkopf, er könnte zu wenig bekommen, dass mir da die Intuition total abhanden kommt

Ich weiß. ((((Viola)))) Vielen Frauen in Deiner Situation geht es so. Du machst das ganz klasse und ich bin sicher, dass die Angst und Sorgen langsam verschwinden, wenn Du siehst, dass unsere Maßnahmen greifen. Im Moment ist es schwierig, aber es wird besser, versprochen. Du bist nicht allein mit Deinen Fragen und Gedanken.
Viele Grüße,
Teazer (Stillmoderatorinnenteam)