Also, austauschen im Sinne des direkten Erfahrungsaustauschs kann ich leider nicht mehr, da bei uns die Stillzeit doch gefühlt schon wieder ewig zurück liegt ... Und trotzdem: Es war eine lange und intensive Zeit - wertvoll für uns alle!!
Beide Kinder habe ich ca. 4 1/2 Jahre gestillt. Ende war irgendwie bei beiden dann in Übereinstimmung: Die Große hat, als ich sie irgendwann im Herbst gefragt habe, wie lange sie denn noch stillen will, gesagt: "bis Weihnachten". Okay, haben dann nicht mehr drüber geredet. Ich habe ihr vertraut, dass es so sein wird. Wenn ich das mal wo erwähnt habe, hat mir das keiner geglaubt: So ein kleines Kind kann das doch gar nicht erfassen, was das bedeutet ... Aber sie hat dann an Heiligabend vorsichtig gefragt: Morgen still ich aber noch mal, morgen ist doch noch Weihnachten, oder? Und das hat sie getan. Dann nie wieder. Ich habe sie dann einige Tage später mal gefragt, ob sie wirklich nicht mehr will. Nein.
Aber abstillen hat bei Dir, die Du den Thread eröffnet hast, ja (hoffentlich) noch etwas Zeit

! Vorher muss ich sagen, war für mich persönlich die größte Krisenphase die Zeit des Tandemstillens: Ich habe durchweg gemerkt, wie gut es meinen Kindern tat. Aber ich hatte dieses Gefühl, dass die Große nun zu groß ist und das Stillen nicht mehr braucht und es passte für mich nicht mehr. Vorher tat es weh: Die Milch blieb sehr früh in der Schwangerschaft aus, viel zu früh ... Entsprechend wenig hatte sie in der Zeit genuckelt; entsprechend hatte ich dann auch das Gefühl, dass sie in der Zeit die Technik ein wenig verlernt hatte - obwohl sie dann natürlich selbst wieder viel Milch bekommen hat und ihr Trinken auch ein Segen war für Milchbildung und für die Entwicklung ihrer Schwester. Trotzdem war diese Zeit für mich Krisenzeit.
Und es schmerzte dann auch weiterhin, weil ich immer glaubte, sie habe sich in der Zeit dann doch ein wenig abgewiesen gefühlt, weil sie, so sensibel wie sie ist, ganz bestimmt mitbekommen hat, dass es mir unangenehm war, wenn sie gestillt hat, während ich die Stillzeiten mit ihrer Schwester genossen habe.
Aber gut, das sind die Tücken und schönen Seiten des Tandemstillens.
Was vorher Stillhäufigkeiten etc. anging, so waren die beiden grundverschieden: Die Große konnte immer und überall stillen. Je öfter, je besser. Diskussionen über unmögliches Zoppeln o.ä. hatten wir aber auch nie! Wahrscheinlich weil ich sie auch in allen möglichen und unmöglichen Situationen an die Brust gelassen habe ... Und sie dann auch kapiert hat, dass es, wenn ich nicht wollte, wirklich nicht ging ...
Die Kleine dagegen hat sehr schnell das Bett zu ihrem Stillort erklärt. Draußen hatte sie Besseres zu tun! Bei ihr beschränkte sich ab einem gewissen Alter das Stillen dann dadurch auf Einschlaf- und Aufwach- und Kuschelstillen ...
Bei beiden war Stillen aber durchaus als Trost geeignet. Wie oft war ich froh, wenn sie krank waren, dass ich sie stillen konnte, dass ich was Gutes für sie hatte, dass ich Milch auch mal in die Nase träufeln konnte, dass es Nahrung gab, die drin blieb, wenn sonst nichts ging ...