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Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 05.01.2017, 11:26
von Peaceful
Okay, Danke!

ich versuche es jetzt noch ein paar Tage weiter mit Stillen.
Das Antibiotikum nehme ich nun eine Wocheund morgen muss ich wieder zum Arzt.
Ich versuche geduldig zu bleiben

Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 08.01.2017, 11:20
von Mondenkind
Wie geht es dir?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 09.01.2017, 19:00
von Peaceful
Liebes Mondenkind,
Danke, es geht mir viel besser. Ich habe das AB 10 Tage genommen und die Entzündung klingt ab. Morgen muss ich nochmal zur Kontrolle des Abzesses zum Arzt.
Der Milchstau ist nach wie vor da und ich versuche ihn mit Wärme und entsprechendem Anlegen langsam zu lösen. Bislang ohne Erfolg. Aber ich bleib geduldig. Meine Hebamme hat mir heute noch Akkupunktur-Nadeln gesetzt deswegen.
Ich habe nochmal eine andere Frage. Mir ist langes Stillen völlig fremd, aber kriege hier mit, dass das viele machen. Ich würde gerne mal mehr über die Beweggründe lesen. Wobei mir schon dämmert, dass es eigentlich das e Frage ist, warum die meisten recht früh (z.B. Mit 6 Monaten abstillen). Gibt es hier im Forum allgemeine Infos darüber, warum es sinnvoll ist lange zu stillen oder auch eben nicht?
Viele Grüße
Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 09.01.2017, 19:55
von delfinstern
die Hauptgründe müsstest du jedes Stillpaar extra fragen, da hat vermutlich jeder so seine eigenen. Meist ist es eine Mischung aus vielen Gründen. Ich liste mal ein paar auf, die mir grad so kommen (und ich still nicht

)
- WHO-Empfehlung (6 Monate vollstillen, bis min 2 Jahre Teilstillen, danach so lange Mutter/Kind es wollen)
- Inhaltsstoffe der Milch (bei meiner GVK-Hebamme hing eine Liste, was in Pre und was in Mumi drin ist. Die Pre-Liste war 1 Dina4 Blatt. Die Liste der Muttermilch war 2m lang und es sind noch lange nicht alle Inhaltsstoffe bekannt)
- einfache, praktisches, ideales, sauberes, leicht verdauliches Nahrungsmittel
- Abwehrstoffe / aktive Zellen (z.B. bei Krankheiten von Vorteil, wenn das Immunsystem Unterstützung bekommt).
- stillen an sich (Nähe, Geborgenheit,.....)
- je nach Studie gibts ein "natürliches Abstillalter" mit 2-7 Jahren bei Menschen (abhängig von z.B. anderen Säugetieren, Zahnwechsel,....)
Vermutlich ist auch oft die Frage, wie du schon vermutest: Warum soll ich abstillen? Ich wüsste jetzt nicht, was für Vorteile außer "Essen komplett unabhängig von Mama" frühes Abstillen hätte. Oft stillt man eben ab, wenn man den klassischen Beikostplan macht. "Mahlzeit X ersetzen" sorgt ja automatisch für weniger stillen. Man kanns aber eben auch parallel bzw. komplett unabhängig von einander sehen (also stillen vs. essen), dann bleibt das stillen einfach erhalten. Es ist ja dann längst kein Vollstillen mehr, oft nur noch eine Handvoll Stillmahlzeiten am Tag/Nacht. Warum auch nicht...Ist hier im Kulturkreis eben eher eine Randerscheinung, in anderen Kulturen ist länger stillen durchaus "normal".
Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 09.01.2017, 20:18
von Serafin
Wenn mein Baby mit 6 Monaten nicht mehr stillen sollte, dann hätte ich keine Milch und mein Kind kein Saugbedürfnis mehr. Ganz einfach, die Natur will es so. Hat sich über Jahrmillionen so entwickelt. Flascherl gibts bei weitem noch nicht so lange. Wird schon seinen Grund haben, warum die Natur das für schlau hält. Ein paar davon hat Delfinstern aufgezählt.
Außerdem ist es praktisch.
Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 10.01.2017, 09:24
von Peaceful
Danke für die Antworten, Delfin und Serafin!
Ja, das stimmt schon, Serafin, es scheint einfach natürlich zu sein.
Wenn man aber doch anfängt die Mahlzeiten durch Brei zu ersetzen, erledigt sich das Stillen bis auf z.b. Die Mahlzeit zur Nacht doch früher oder später von alleine, oder? Was spricht denn gegen den normalen Beikost-Fahrplan?
ich persönlich freu mich jetzt schon darauf, dass mein Kind mit Brei anfängt und das Stillen weniger wird. Ich finde es manchmal recht belastend.
Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 10.01.2017, 09:40
von Lösche Benutzer 7240
der "normale" Plan ist halt kein Beikost-Plan, sondern ein Ersatz- / Anstattkostplan meist inkl. Abstillplan. Beikost heisst tatsächlich "zusätzlich zum Stillen". Im erstwn Jahr sollte Milch die Hauptnahrungsquelle sein, food under one is just for fun. Wenn es Dich interessiert, lies soch mal hier die Grundinfo Beikostenführung:
viewtopic.php?f=176&t=124805
Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 10.01.2017, 10:14
von Peaceful
Danke!
Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 10.01.2017, 10:14
von nido56
Peaceful hat geschrieben:Danke für die Antworten, Delfin und Serafin!
Ja, das stimmt schon, Serafin, es scheint einfach natürlich zu sein.
Wenn man aber doch anfängt die Mahlzeiten durch Brei zu ersetzen, erledigt sich das Stillen bis auf z.b. Die Mahlzeit zur Nacht doch früher oder später von alleine, oder? Was spricht denn gegen den normalen Beikost-Fahrplan?
ich persönlich freu mich jetzt schon darauf, dass mein Kind mit Brei anfängt und das Stillen weniger wird. Ich finde es manchmal recht belastend.
Also, ich hatte mir vorher nicht so wahnsinnig viele Gedanken au dem Thema gemacht. Ich wollte gerne stillen und bin auch davon ausgegangen, dass man das eben ca. 6 Monate lang macht, und dann ist Schluss.
Nun bin ich eher nicht so der super organisierte und strukturierte Typ, war recht viel mit dem baby unterwegs und das nicht immer geplant. Als wir uns so langsam dem Beikostalter naeherten, merkte ich, dass ich den Gedanken daran, nun strikt nach Plan immer um X Uhr Y mg Brei zu verfuettern, also auch immer darauf zu achten, entweder entsprechend Essen fuer den Tag dabei zu haben oder eben rechtzeitig wieder zu hause zu sein, ziemlich stressig fand. Inzwischen kannte ich auch einige Muetter, die nicht nach Beikostplan Mahlzeiten ersetzt hatten sondern einfach froehlich festes Essen und stillen mischten. Das fand ich fuer uns stimmiger.
Also habe ich es auch so gemacht. Das Baby bekam zu mehr oder minder festen Zeiten etwas zu essen angeboten und wurde drum herum nach Bedarf gestillt. Das hatte zur Folge, dass er mal viel gegessen und wenig gestillt hat und mal war es andersrum. Ich bin damals auch schon wieder arbeiten gegangen, so dass es sich eingespielt hat, dass er tagsueber gegessen und nachmittags, abends und nachts noch recht viel gestillt hat. Am Wochenende dann auch gerne mal tagsueber.
Fuer mich war das eine total tolle Zeit. Das Kind war nicht mehr so wahnsinnig von mir abhaengig und konnte auch gut ohne stillen auskommen, aber wir fanden es beide total kuschelig, und es war eine tolle "fall back"-Methode, wenn der kleine Hunger im unpassenden Moment kam. Super war es fuer mich auch, dass wir damit den ersten Virus-reichen Krippenwinter gut ueberstanden haben. Essen war naemlich eher nicht angesagt, wenn er krank war. Stillen ging aber immer. Also musste ich mir immerhin keine Sorgen ueber ausreichende Fluessigkeits- und Naehrstoffzufuhr machen.
Mir ging es dabei also weniger um die WHO-Empfehlung oder so (die habe ich nur zur "Rechtfertigung" herangezogen, wenn die Verwandtschaft nervte) sondern darum, dass es fuer uns so einfach stimmig, praktisch und sinnvoll war.
Re: Abszess - durch Stillen Heilung verzögert?
Verfasst: 10.01.2017, 10:38
von Peaceful
Die Zusammenfassung zur Beikosteinführung ist ja super und beantwortet ja schon viele meiner Fragen!
Dass ist interessant und völlig nachvollziehbar, dass das weiterstillen total praktisch und einfach ist. Ich finde es toll, wenn es sich so ergibt, dann scheint es für euch genau richtig und eben natürlich zu sein. Danke für den Bericht
Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt bei uns.
Nächste Woche setze ich mein Studium fort und bin 4 Tage von morgens bis abends in der FH, das erste Mal mit Baby... hoffe, dass wir beide das ganz unverkrampft meistern werden.