Leider gerade mit wenig Zeit, daher eher kurz: unser Sohn hat Brei von Anfang bis Ende verabscheut. Nicht mal jetzt, mit 4 1/2 isst er Porridge o.ä. gern. Dafür aber gerne viele Gemüse-/Obst-/Fleisch-/Fisch-/Getreidesorten, die er von Anfang in ihrer eigentlichen Konsistenz kennen gelernt hat. Er hat von Anfang an komplett selbst gegessen, weil er einfach angefangen hat, bevor wir uns über Beikost klarwerden konnten, hat mir nämlich mit 4,5 Monaten einen Apfel aus der Hand genommen und mit seinen 2 Minizähnchen darin herumgenagt, im Alter Deiner Tochter gern mal an Baguette gekaut, Gänsebratenstücke und Kartoffeln verputzt und an Silvester saure Gurken und ganze Kirschtomaten vernichtet. Alles stand auf dem Tisch und er hat gewählt. Und damit war er echt sehr früh dran - aber er hat sich davon natürlich nicht ernährt, sondern Ergreifen, Schmecken, Kauen, was Festes im Mund haben ausprobiert. Ich erinnere mich, dass er erst so mit 10 Monaten Portionen gegessen hat, die ich jetzt als "ausreichend" für eine Mahlzeit eingeschätzt hätte und das auch nur alle paar Tage. Allerdings wurde er auch weit über den 1. Geburtstag hinaus nach Bedarf gestillt, ich meine mich zu erinnern, dass bei mit Pre/HA ernährten Kindern das ggf etwas anders sein kann mit der Beikost - dazu meldet sich hier ja vielleicht noch ein Stillmod. Jedenfalls: es liegen WELTEN dazwischen, ein Kind aktiv zu füttern oder es sich selbst nach seinem Bedarf füttern zu lassen, das muss man bei Erzählungen anderer unbedingt berücksichtigen. Bei deren Fütterstunden bist Du nicht dabei und weisst weder, was übertrieben wird (die Mutterolympiade kann da leider immer noch ganz schön in Richtung "viel essen=gut essen" ausarten) noch, wie das Essen ins Kind gelangt. Viel ist aber nicht automatisch gut, daher denke ich, am besten überlegst Du Dir, welche Werte Du beim Essen(lernen) hast und vermitteln möchtest, also z.B: eigene Kompetenz für den eigenen Geschmack/Bedarf? Oder ist es Dir wichtiger, Dein Kind mit viel Essen versorgt zu sehen? Wenn ja, weshalb, was erwartest Du Dir/befürchtest Du sonst? Usw...Letztlich muss man da für sein eigenes Kind seine ganz eigene Haltung finden. Breifahrpläne und ähnliches fand und finde ich immer etwas absurd (jedenfalls, wenn keine Allergien vorliegen/nach Bedarf gestillt wird), was darin begründet liegt, dass ich davon ausgehe und meine Erfahrung dies auch bestätigt hat, dass ein (gesunder) Mensch von Anfang an sich selbst "gut", nämlich an sich und seinen Bedarf an Mengen, Nährstoffen usw. angepasst ernähren kann. Ich erlebe das übrigens auch in jeder Schwangerschaft bei mir selbst wieder, dass die Sensibilität für meine eigenen Bedürfnisse steigt. In dieser esse ich gerade viel mehr Fleisch, als ich normalerweise (unschwanger) "gut" fände und bräuchte.
Also, ich denke, es lohnt sich sehr, sich grundsätzlich über das natürliche Essverhalten der Menschen zu informieren, den Beikostinfothread musste ich mehrfach lesen und ein hier immer wieder genannter Literaturtipp ist Gonzales (?) "Mein Kind will nicht essen" (vom Titel sollte man sich nicht abschrecken lassen, es wird wohl allgemein erklärt, wie und warum Kinder essen).
Dass das Stillen nicht geklappt hat, tut mir leid. Ich habe hier oft gelesen, dass es " Faulheit" bei einem solch lebenswichtigen Thema nie gibt, sondern Saugverwirrung oder Mundmotorikprobleme o.ä. dahinterstecken können, wenn ein Kind "faul an der Brust" wirkt. Letzteres sollte man ggf im Kopf behalten, wenn Dein Kind z. B. mal seeeehr ausgesucht essen sollte.
Sehe ich aber auch derzeit ÜBERHAUPT nicht, sie ist noch sehr jung und hat gerade erst angefangen, zu probieren -nicht zu "essen"

!
Ich wünsche Euch viel Spaß beim gemeinsamen Erkunden, ohne Druck macht das nämlich wirklich total viel Spass!
Nautilus mit Astronäutchen (7/12)