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Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 06.12.2016, 11:43
von Rumpelstilzchen
Hier ist das auch so, sobald Besuch kommt, kaspert er wie verrückt rum. Ich sag ihm meistens,er soll doch ein Buch aus dem Zimmer holen, was wir alle zusammen anschauen können! Oder ich sage ihm, er soll mal was erzählen (zb erzähl doch mal xy wo wir gestern waren). Aber ich finde auch, dass er mal kurz warten kann,bis ich etwas erzählt oder zugehört habe. Das sage ich ihm dann auch. Das klappt in den allermeisten sehr gut. Besuch haben oder jemanden besuchen ist mit Kindern halt oft nicht mehr mit wahnsinnig intensiven Gesprächen verbunden [emoji6]

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 06.12.2016, 13:21
von Schnatzmama
bienesmama hat geschrieben: Meine Große fing mal an meine Mtter z treten. Also Lufttritte. Und wollte an ihrer Hand herumreißen, sich dran hängen. Und meine Mutter ist ein distanzierter Typ, mauert, versteckt sich hinter Floskeln und small talk. Ich hab mal drüber nachgedacht und bin jetzt der Meinng daß meine Große ihr die "Maske" nehmen wollte m herauszufinden wer sie(ihre Oma) wirklich ist.
Das ist ja ein spannender Ansatz, so habe ich das noch hier gesehen. Aber könnte irgendwie auch hier passen.

Und dieses treten/schlagen kenne ich auch von meinem Großen. Er hat tatsächlich mal meiner Mutter mehrfach mit Anlauf den Kopf in den Bauch gerammt. Und sie hat nichts gesagt, nur versucht abzulenken, nicht darauf einzugehen. Da bin ich dann auch mal etwas deutlicher geworden.

Bei meiner Mutter wird ja massiv provoziert, aber bei den Schwiegereltern gar nicht. Ich hatte da schon die Theorie, dass die Kinder einfach merken, welche Besuche ich sehr unangenehm finde und welche mir wirklich Freude machen. Auch wenn sich das blöd anhört, aber ich bin jedesmal froh, wenn meine Mutter sich mit dem Großen über Stunden hinweg in sein Zimmer verkrümelt.

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 06.12.2016, 13:29
von EhMibima
Schnatzmama hat geschrieben:
bienesmama hat geschrieben: Meine Große fing mal an meine Mtter z treten. Also Lufttritte. Und wollte an ihrer Hand herumreißen, sich dran hängen. Und meine Mutter ist ein distanzierter Typ, mauert, versteckt sich hinter Floskeln und small talk. Ich hab mal drüber nachgedacht und bin jetzt der Meinng daß meine Große ihr die "Maske" nehmen wollte m herauszufinden wer sie(ihre Oma) wirklich ist.
Das ist ja ein spannender Ansatz, so habe ich das noch hier gesehen. Aber könnte irgendwie auch hier passen.

Und dieses treten/schlagen kenne ich auch von meinem Großen. Er hat tatsächlich mal meiner Mutter mehrfach mit Anlauf den Kopf in den Bauch gerammt. Und sie hat nichts gesagt, nur versucht abzulenken, nicht darauf einzugehen. Da bin ich dann auch mal etwas deutlicher geworden.
Meine Mutter reagiert dann empört. Ich muss dann an die alten Lehrer aus solchen Schülerstreiche-Filmen denken. Total gestellt.
Hätte meine Mutter echten Kontakt aufgenommen, Augenhöhe, Blickkontakt, Präsenz und deutliche "Ich" Aussagen hätte das vermutlich beeindruckt. Mehr als "Du bist ja frech!" *Nasehoch* :/
Ich nehm es meiner Mutter nicht übel daß sie das nicht kann, sie kennt es nicht anders. Um so mehr ruft es mich auf den Plan. Kinder haben soo feine Antennen für das Zwischenmenschliche...was nicht heißt daß SIE entscheiden wen ich rauskomplimentiere!

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 06.12.2016, 13:30
von EhMibima
Meine Große dreht übrigens oft so auf wenn sie unsicher ist. Egal wo. Ist sie überfordert wird sie "hyperaktiv"

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 07.12.2016, 09:05
von Katha
ich finde es halt schwierig, weil solche Sätze wie: "dann kann Oma nicht mehr kommen" auch was von Drohung und Strafe hat. Und Kind reagiert selbst da in dem Moment nicht wirklich drauf.
Beim Umziehen nach dem Kindersport hat er aus dem Nichts ein Mädchen gehauen (ist ihm wohl vorher beim Turnen auf den Fuß getreten, aber das kann es ja auch nicht sein). Er reagiert nicht, worauf ich sage, ich erkläre etc, sage, dass er dann nicht mehr zum Sport kann. Eigentlich funktionierte nur die drastische Drohung, dass dann der Nikolaus nicht kommt. Aber nachdem er auf Toilette war, wollte er schon wieder zuhauen. Musste ihn dann wirklich festhalten. Da kam dann ein Aua, Aua, du tust mir weh-Gebrülle, obwohl ich ihn wirklich nur soweit festgehalten habe, dass er halt nicht nochmal zulangen kann.

Es ist wie, wenn ein Schalter umgelegt wäre, und gar nichts mehr durchdringt in diesem Moment.
Und wenn ich mich aufrege, bin ich (wie es in dem Klötersbrief so schon steht) die Mutter auf der Palme und er findet das wohl irgendwie witzig.
Bin echt ratlos.

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 07.12.2016, 09:29
von Missy
Ist hier auch so und hier ist es meist eine Mischung aus Freude, Aufregung und Überforderung. Er ist sonst ein recht ruhiges, fokussiertes Kind, aber auch sehr sensibel. Mich spiegelt er ganz oft, wenn ich auch nur leicht aufgeregt bin.
Wenn ich merke, dass es losgeht, hole ich ihn zu mir, setze ihn auf den Schoss, atme ganz ruhig und spreche ganz ruhig. Dann sage ich ihm, dass ich merke, dass er gerade aufgeregt ist und ich möchte, dass er sich ein bisschen beruhigt. Und ich frage ihn, ob er kurz Ruhe haben möchte und mache ihm vorschläge, was er tun könnte.
Meist sind das Situationen, wo er dann kurz mit einem Puzzle oder auch mal dem Smartphone und einer Runde PeppaPig in einen ruhigen Nebenraum verschwindet. Irgendwas, mit dem er sich kurz "wegbeamen" kann.

Wichtig ist bei meinem sohn, dass ich ihn einfange bevor er wirklich loslegt. Mittlerweile sage ich ihm auch bevor der Besuch überhaupt kommt, was ich möchte und was ich nicht möchte.

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 07.12.2016, 09:33
von EhMibima
Katha hat geschrieben:ich finde es halt schwierig, weil solche Sätze wie: "dann kann Oma nicht mehr kommen" auch was von Drohung und Strafe hat. Und Kind reagiert selbst da in dem Moment nicht wirklich drauf.
Das stimmt schon. Naja, es war eher so daß ich gesagt habe daß die Oma das nicht mag und dann nicht mehr gern kommt(was auch sicher so stimmt, sie ist da echt stur). So 100% weiß ich meinen Wortlaut nicht mehr aber ich spreche selten drohend sondern mehr erklärend. Ich kann das schwer ausdrücken, weil der Tonfall schon eine Rolle spielt.
Eigentlich hätte das aber die Oma sagen sollen daß es ihr so nicht gefällt. :? Das war wohl das problematischte, daß die, m die es ging, nicht bzw "falsch"/unecht reagierte.

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 07.12.2016, 10:04
von Neuhier
Missy hat geschrieben:Wichtig ist bei meinem sohn, dass ich ihn einfange bevor er wirklich loslegt. Mittlerweile sage ich ihm auch bevor der Besuch überhaupt kommt, was ich möchte und was ich nicht möchte.
Das ist bei uns auch immens wichtig (in eigentlich jeder Situation). Auf das was kommt vorbereiten. Dann geht alles wesentlich besser.

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 07.12.2016, 10:09
von Missy
Neuhier hat geschrieben:
Missy hat geschrieben:Wichtig ist bei meinem sohn, dass ich ihn einfange bevor er wirklich loslegt. Mittlerweile sage ich ihm auch bevor der Besuch überhaupt kommt, was ich möchte und was ich nicht möchte.
Das ist bei uns auch immens wichtig (in eigentlich jeder Situation). Auf das was kommt vorbereiten. Dann geht alles wesentlich besser.
Und am besten schon vorher Lösungsstrategien besprechen (Was möchtest du machen, wenn es dir zu viel/zu laut/zu... wird?).

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Verfasst: 07.12.2016, 12:08
von EhMibima
Missy, vorher sprechen ist DIE Idee. Warum bin ich nicht darauf gekommen?! :/