Tandemstillen, es wird mir zu viel

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Salo81
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Re: Tandemstillen, es wird mir zu viel

Beitrag von Salo81 »

Huhu,

ich habe nie Tandem gestillt aber meine Mädels auch jeweils lange (bis etwa 2,5 Jahre).
Zum Schluss ging es mir trotzdem so wie dir mir deiner Großen.
Ich habe dann beim Stillen ein Lied gesungen und wenn dieses zu Ende war, habe ich sie abgedockt.
Das Singen hat auch MICH etwas abgelenkt und nach einer Weile wußten die Kids auch das dann Schluss war.

Ich würde vielleicht gar nicht mehr zusammen stillen.
Einfach nur einzeln nach dem Prinzip die Kleine ist noch klein, kann nichts anderes essen => sie darf lang trinken.
Die Große ist groß, kann auch anderes essen => sie darf kurz trinken.

Alles Gute!

LG
Salo
Salo mit Henry (06/05) und Flora (09/07) und Luise (06/11)
AliceImWunderland
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Re: Tandemstillen, es wird mir zu viel

Beitrag von AliceImWunderland »

Hallo, mir geht es gerade genauso!
Bei uns ist allerdings der Unterschied, dass meine Große schon 3 1/2 Jahre ist und ich schon in der Schwangerschaft das Stillen stark reduziert habe. Meist haben wir nur noch mittags zum Einschlafen gestillt.
Nun ist der Kleine 6 Wochen alt. Plötzlich war wieder Milch da, eine wunde Brustwarzen und der starke Wunsch der Großen wieder häufiger zu stillen (der war nie vermutlich nie wirklich weg, aber sie hatte nicht den ganzen Tag ein stillendes Baby vor Augen). Um einen Milchstau auf der wunden Seite zu vermeiden durfte die Große auch wieder nachts ran. Außerdem fand ich es am Anfang schön ihr wieder häufiger die geliebte Brust geben zu können. (In der SS hatte ich Schmerzen). Sehr schnell hat sich nun aber auch bei mir ein Unwillen gg das Stillen der Großen eingestellt. Es nervt mich, sie kommt mir plötzlich -wie hier schon beschrieben- viel zu groß dafür vor und gleichzeitiges Stillen ist es unbequem und schmerzhaft. Aggressiv werde ich, wenn sie sauer und traurig wird obwohl sie dran durfte und manchmal auch, wenn es bei einem nein von mir passiert. Ich versuche es sie nicht spüren zu lassen und ihre Gefühle aufzufangen, aber naja...
Nun denke ich mir auch "Hättest du mal lieber komplett abgestillt. Jetzt leidet dein Kind vermutlich mehr als durch das Abstillen."
Wenn sie verzweifelt nach dem warum fragt sage ich ihr (wie Salo81 schon schrieb), dass das Baby nichts anderes essen kann, sie aber schon. Falls jmd aber noch andere Argumente hat immer her damit ;-)
Helfen konnte ich dir jetzt leider nicht, aber es hat gut getan zu lesen, dass es nicht nur mir so geht und unsere Geschichte aufzuschreiben. Danke dafür :-)
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Kirschquark
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Re: dinge, die mich nerven...

Beitrag von Kirschquark »

Alice, hier ähnliches Alter (Baby acht Wochen, Mittelkind 3 3/4)
Ich habe jetzt morgens und abends festgelegt... auch weil ich irgendwie die Nachfrage regeln muss damit das Angebot passt. Als sie letztens wegen MD sehr viel getrunken hat, hatte ich danach einen Milchstau, und sie war im KiTa, so dass Baby und ich das Problem alleine regeln mussten [emoji3]
Mein "Argument" ist also, dass die Brust verwirrt ist [emoji15]
LG
Hannah
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tania
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Re: Tandemstillen, es wird mir zu viel

Beitrag von tania »

ihr koenntet versuchen, statt viel zu begruenden, zu erzaehlen wie es war, als das grosse kind ein baby war. vielleicht auch lustige begebenheiten (ich hatte ihn lang gestillt, papa nimmt ihn hoch, ich will meine brust einpacken, er schmeisst sich von papas arm, der grad am aufstehen war und dockt direkt wieder an, beine noch beim papa - so was).

versuchen, wenn ihr stillt, das stillen innig und "voll" zu machen. kuessen beim stillen, schoene sachen sagen, geniessen, dass ihr gerade nah seid mit dem grossen kind (auch wenn das stillen an sich nicht eure bevorzugte art und weise des nah seins waere).

mir hat das mantra "ich WILL aber stillen" geholfen. auch wenn sich stillen gerade nicht richtig anfuehlt, ihr widerstaende habt - so lange ihr trotzdem stillt, ist das ja ausdruck davon, dass ihr stillen wollt, ihr habt immer die wahl.

und statt nein zu sagen in momenten, in denen ihr nicht wollt oder es nicht geht, koenntet ihr euer bedauern ausdruecken, das ja auch echt ist. ihr wuerdet ja gerne die (still)beduerfnisse eures kindes befriedigen.
tania mit sohn *09 und sohn *12
EhMibima

Re: Tandemstillen, es wird mir zu viel

Beitrag von EhMibima »

tania hat geschrieben:
mir hat das mantra "ich WILL aber stillen" geholfen. auch wenn sich stillen gerade nicht richtig anfuehlt, ihr widerstaende habt - so lange ihr trotzdem stillt, ist das ja ausdruck davon, dass ihr stillen wollt, ihr habt immer die wahl.
Das war etwas wozu ich lange brauchte es zu begreifen( :oops: :( ). JA aus vollem Herzen! Wenn ich stille, dann JA! Aber auch NEIN aus vollem Herzen und mit tiefstem Mitgefühl und voller Liebe für dieses kleine Kind das gerade etwas sehr, sehr schönes loslassen soll.
AliceImWunderland
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Re: Tandemstillen, es wird mir zu viel

Beitrag von AliceImWunderland »

tania hat geschrieben: Ihr koenntet versuchen, statt viel zu begruenden, zu erzaehlen wie es war, als das grosse kind ein baby war. vielleicht auch lustige begebenheiten (ich hatte ihn lang gestillt, papa nimmt ihn hoch, ich will meine brust einpacken, er schmeisst sich von papas arm, der grad am aufstehen war und dockt direkt wieder an, beine noch beim papa - so was).

]versuchen, wenn ihr stillt, das stillen innig und "voll" zu machen. kuessen beim stillen, schoene sachen sagen, geniessen, dass ihr gerade nah seid mit dem grossen kind (auch wenn das stillen an sich nicht eure bevorzugte art und weise des nah seins waere).

und statt nein zu sagen in momenten, in denen ihr nicht wollt oder es nicht geht, koenntet ihr euer bedauern ausdruecken, das ja auch echt ist. ihr wuerdet ja gerne die (still)beduerfnisse eures kindes befriedigen.
Das ist eine schöne Idee!!!! @ alte Geschichten :D Und auch deine anderen Anregungen sind klasse.

@innig stillen:
Das mache ich in Situationen in denen wir beide alleine und ungestört sind.

@Bedauern ausdrücken
Den Tip hat mir eine Freundin (Stillberaterin) auch gegeben. Das habe ich vor allem während der Schwangerschaft gemacht. Und z.B. auch gesagt, wie schön es wäre, wenn es immer so weitergehen könnte, dass mir aber die BW so doll weh tun würden. Wir haben dann auch manchmal vor Wut zusammen auf die Matratze gehauen. Das gelingt mir auch noch in ruhigen Momenten. Wenn das Baby allerdings gerade stillt und sie dann halb auf es draufklettert bzw. rumbrüllt fällt es mir schwer auf ihre Gefühle einzugehen. Andererseits sagt sie wenn sie gerade stillt und das Baby zu weinen anfängt,, dass es zu uns kommen und trinken darf/soll. Das finde ich in so einer Situation echt eine tolle "Leistung".
februarkind16
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Re: Tandemstillen, es wird mir zu viel

Beitrag von februarkind16 »

Ich habe nicht alle Beiträge gelesen, will dir aber auch meine Gedanken da lassen:

Ich würde überlegen, was DU willst? Würdest du am liebsten die Große abstillen, es tut dir nur einfach zu doll leid für sie? Dann wäre also das Abstillen dein Ziel und du must sehen, wie du es erreichst. Entweder komplett von einem Tag auf den anderen (dann am besten vorher ankündigen). Das geht aber nur, wenn du dir selbst ganz sicher bist und ist sicher nicht einfach für euch alle.
Oder du reduzierst das Stillen erst bevor du ganz aufhörst. Dann würde ich Ort, Zeit und Länge festlegen. Also z.B. nur morgens und abends maximal 5-10 min im Kinderzimmer. Wenn du damit gut leben kannst, kann es ja auch so bleiben, wenn nicht, kommt der Abstillschritt als nächstes.

Wie auch immer: Ich könnte mir vorstellen, dass es einfacher wäre, nicht beide auf einmal zu stillen. Also für die Große bewusst einen anderen Ort zum Stillen zu verwenden und während du die Kleine stillst, höchstens mit der Großen zu kuscheln, sie zu streicheln, zu singen etc. So kriegt die Große weiterhin Zuwendung und Milch, versteht aber auch, dass nur die Kleine im Bett gestillt wird. Ich persönlich würde das für beide Kinder strikt trennen.

Alles Gute!
Mama mit großem Sohn (02/15) und kleinem Sohn (07/19) und kleinem Sternchen (09/18)
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tania
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Re: Tandemstillen, es wird mir zu viel

Beitrag von tania »

und was mir noch einfaellt: wenn du tendenziell zu viel milch hast, kann es auch gut funktionieren, erst die grosse kurz zu stillen und dann die kleine. ein "vorrecht" fuer die grosse, sie ist auch "mal wichtiger" als das baby. zudem wird sie in milch halb "ersaeuft", kriegt also recht viel in kurzer zeit und ihr kommt hin und wieder aus der "immer erst das baby"-spirale raus. das muss natuerlich bei euch passen!

und noch andere idee: stillkiste mit speziellem spielzeug fuer die grosse machen, das nur beim stillen rausgeholt wird. aufkleber, glitzerknete, ausmalschablonen, zaubertafel, faedelperlen..

generell denke ich, dass du die fuer euch richtige loesung finden wirst. wichtig ist, dass abstillen eine option ist. es IST eine option. es ist nicht primaer wichtig, was du dir eigentlich fuer eure stillbeziehung vorgenommen hast, es geht darum, womit es euch BEIDEN jetzt, heute, am besten geht. wenn du zu einer entscheidung gelangt bist, wirst du diese sicherlich gut umsetzen.
tania mit sohn *09 und sohn *12
daen
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Re: Tandemstillen, es wird mir zu viel

Beitrag von daen »

Ich habe/hatte diese Gefühle auch, dieses Zwiespältige eigentlich zu wollen aber irgendwie nicht zu können. Mein Großer ist jetzt 2,5 und der Kleine 3 Monate. Den Großen hatte ich um eine nächtliche Doppelbelastung zu vermeiden schon ein halbes Jahr vor der Geburt des Kleinen nachts abgestillt. Das ging glücklicherweise ganz gut, er hat 2-3 mal ordentlich geweint und seit dem schläft er durch. Aber auch da musste sich mein Entschluss erst verfestigen, ich hatte schon zu Beginn der zweiten Schwangerschaft überlegt nachts abzustillen, brachte es aber erst nicht übers Herz, bis er einmal "zufällig" durchschlief und ich dachte: jetzt oder nie...
In der Schwangerschaft hatte ich auch wie jemand anders schon geschrieben hatte mit schmerzenden Brustwarzen zu kämpfen und konnte deshalb immer nur kurz stillen, sodass der Große schon darauf vorbereitet war, dass es nicht ganz so geht wie er gerne möchte - das war vielleicht ein Vorteil. Als der Kleine geboren wurde wollte der Große dann wieder ganz oft stillen (vorher nur noch selten), und da wurde ich dann ziemlich von meinen negativen Gefühlen überrumpelt... Er erschien, wie auch schon erwähnt wurde, so unheimlich groß! Gottseidank wollte er nach wenigen Wochen nicht mehr so häufig und dann habe ich es weiter beschränkt bis er dann gar nicht mehr gefragt hat. Letztens meinte er sogar, dass das Baby Mim trinkt und er Wasser :-D Jetzt die Tage hat er mir 2x wegen einem blöden Milchstau ausgeholfen, und ich bin gespannt, ob er jetzt wieder anfängt zu fragen, aber bisher sieht es nicht so aus.
Richtig tandem gestillt habe ich nicht sehr oft, 4-5 mal vielleicht.

Viel mehr als schon gesagt wurde kann ich nicht hinzufügen und schließe mich den anderen daher an. In deiner Situation fände ich es auch sinnvoll beide Kinder nicht gleichzeitig zu stillen. So fällt es vielleicht auch gar nicht so sehr auf, dass das Baby länger darf.
Und ansonsten überlege dir, ob du die Große wirklich abstillen möchtest. Wenn der Entschluss richtig fest ist, dann schaffst du es auch den verständlichen Frust auszuhalten, so war es bei mir zumindest. Es gab da einen Punkt, da war für mich klar, dass ich den Großen nicht mehr stillen möchte, und ab da war es zwar noch herzzerreißend, wenn er geweint hat, aber ich war innerlich nicht mehr so zerrissen und konnte ihn besser begleiten und trösten.
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