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Re: Mal die Hilfe andersrum benötigt

Verfasst: 23.09.2016, 22:24
von RedsMama
Ich bin absolute Laie, aber als Mama erinnere ich mich noch ziemlich deutlich an meiner Zeit im Krankenhaus. Ich war zwar ziemlich hilflos, aber ich habe sehr genau zugehoert, wenn die Schwestern "zwischen den Zeilen" gesprochen haben. Und ich wusste immer genau, welche Schwestern ich mochte und welche nicht. Kannst du nicht die Linkssammlung und einige Threads lesen (man lernt sooooo viel!!), und dann, wenn du eine Mutter triffst, die gerne stillen wuerde, sagen, dass sie eine QUALIFIZIERTE Stillberaterin nach solche und solche Standard ansprechen soll, und bei konkreten Situationen sagen, dass vielleicht eine andere Möglichkeit gäbe? Oder etwas wie "es sind neue Studien gemacht worden..."? Manchmal reicht so einen kleinen Stupps, um eine Mama zu helfen, bis du dann sicherer auftreten kannst...

Re: Mal die Hilfe andersrum benötigt

Verfasst: 24.09.2016, 01:26
von Seelentattoo
Also wenn stillen so einfach wäre, hätten nicht so viele Frauen Probleme dabei. Ist schließlich ein Lernprozess für beide, Baby und Mama.
Und wenn die Beratung dazu einfach jede Mutter könnte, dann müsste es ja theoretisch weniger stillprobleme geben?!
Sicherlich gäbe es dann auch keine Institute, die stillberaterinnen ausbilden.
Wenn ich sowas lese wie von dir sister, weiß ich jedes Mal, warum ich zwar etwas medizinisches gelernt habe, aber gerade nicht im Krankenhaus.
Wie kann man den Willen der Mütter ignorieren und sich drüber hinwegsetzen, noch dazu in einer so hormonsensiblen Phase der Mutter.
Raten kann ich dazu leider nichts, in dem Fall wäre ich zu emotional, um mir ein kluges Vorgehen auszudenken :-)
Aber schön, dass du es angehen willst. Ich finde die Linksammlung hier auch total grandios und Verweise auch gern darauf, wenn wieder jemand meint, es besser zu wissen...

Re: Mal die Hilfe andersrum benötigt

Verfasst: 24.09.2016, 09:02
von Brianna
Arbeitest du in meiner Entbindungsklinik? Ich saß nachts beim Pumpen und die beiden Nachtdienstschwestern unterhielten sich über die einzig vernünftige Mutter, die brav weiter anlegt, aber dem Kind nach einem Tag Primergen mit der Flasche zufüttert bis zum Milcheinfluss, weil vorher nichts kommt. Die meisten hysterischen Mütter lassen ja die armen Babys hungern, weil ihnen jemand den Quatsch mit der Vormilch und der Saugverwirrung erzählt hat. Ich war übrigens so eine böse Mutter und mein Kind hat dann über 10% abgenommen und dann wollte ich auch noch stillfreundlich zufüttern. Dabei hat man mir nicht geholfen, sondern mit Verlegung des Babys auf die Kinderstation gedroht, wenn ich nicht nur noch pumpe und Flasche füttere. Bei einer anderen Mutter riet man am ersten Tag probeweise abzupumpen, weil das Kind unruhig war und dauernd an die Brust wollte. Sie hat dann umgehend abgestillt, weil nichts kam. Ich könnte in meiner selbst schwierigen Lage noch nicht mal Wissen weitergeben.

Re: Mal die Hilfe andersrum benötigt

Verfasst: 24.09.2016, 09:38
von vivi
Das ist wirklich traurig und ein Armutszeugnis.
Ich habe bei meiner großen Tochter im KH auch schlechte Erfahrungen gemacht. Jede Schwester sagte etwas anderes und teilweise völlig gegenteiliges . Meine Tochter musste in den Blaukasten und war nachts bei den Schwestern. Ich bat darum , geweckt zu werden, wenn sie wach wird. Bin dann nachts vorgelaufen und sie lag weinend im Blaukasten :-( Dann hab ich sie zu mir ins Zimmer geholt. Flasche mit Glukose (!) haben sie einfach so gegeben, sie hatte auch über 10% abgenommen.
War alles sehr traumatisierend. Zum Glück klappte bei der Kleinen die ambulante Entbindung und mir blieb KH erspart.

Re: Mal die Hilfe andersrum benötigt

Verfasst: 27.09.2016, 20:52
von nifty
Oh je. Bei mir lief zwar auch nicht alles glatt, inkl. unschöner Geburt und Stillstart(wohlgemerkt Uniklinik-aber nicht zertifiziert- bei der Infoveranstaltung wurde auf pro Stillen gemacht, aber null Stillberatung auf der Woche, stillfreundliches Zufüttern, was ist das? etc.), aber das klingt nochmal deutlich schlimmer. Leider weiß ich aber auch, dass man als "Neue" gerne mal nicht ernst genommen wird :? Ggf. kannst du die Probleme mal an höherer Stelle ansprechen, wenns mal wieder um die Zertifizierung geht?

Meine Erfahrung auf der Wochenstation war übrigens so, dass ich überlege, beim nächsten Kind woanders bzw. ambulant zu entbinden. Leider ist mein Mann so sicherheitsbedürftig, dass er immer noch denkt, die Uni sei automatisch besser. Wenn ich könnte, würde ich ggf. auch eine HG in Betracht ziehen, das macht hier aber keine Hebamme mehr, leider.

Re: Mal die Hilfe andersrum benötigt

Verfasst: 27.09.2016, 21:27
von Sternenfaengerin
Würde denn die Möglichkeit bestehen sich ein kleines Netz zu spinnen? ZB IBCLC-Hebammen reinzuholen oder AFS-Stillberaterinnen, die zB ein Stillcafe im Kkh regelmäßig betreiben? Ich habe auch schon von ehrenamtlichen Stillberaterinnen gehört, die regelmäßig vorbeikommen. Wichtig wäre sicher jemanden ins Boot zu holen.

Vielleicht tatsächlich mit dem Aufhänger sich als stillfreundlich zertifizieren zu lassen?

Re: Mal die Hilfe andersrum benötigt

Verfasst: 29.09.2016, 20:26
von Sister
Danke für Eure lieben Worte... Ich fühle mich hier echt unwohl mit der Situation, hier wird den Eltern ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn sie nicht zufüttern und 50ml Milch ausm Fläschchen noch im Kreißsaal (!) werden hier als normal betrachtet.
Und nun kommt noch das Beste... Von den 16 Kolleginnen hier haben nur 4(!!) eigene Kinder. Der grösste Teil ist schon zu alt, um noch welche zu bekommen, nur 2 noch jung genug... Da wunderts mich nicht, dass da solches herauskommt...
Welche Uni hast Du denn entbunden? Klingt sehr ähnlich wie hier...

Re: Mal die Hilfe andersrum benötigt

Verfasst: 29.09.2016, 21:48
von nifty
Süddeutsche Stadt, Grenze zu Bayern :wink:

Ne, so krass wars hier dann nicht. Einfach unterbesetzt und nicht dafür ausgebildet (wie soll ne Kinderkrankenschwester ohne entsprechende Ausbildung auch zum Stillen anleiten?).