Liebe Anni,
herzlich willkommen im SuT!
1lingmami hat geschrieben:1. Füttern von aufgefangener Milch (...) hat noch dazu teils über eine halbe Stunde in dem warmen Schälchen auf meiner Brust verbracht (Keime?). Kann die trotzdem verfüttert werden?
Nein. Da die Milch im Gegensatz zum Ausstreichen oder Pumpen Kontakt mit Deiner Haut hat, sammeln sich in ihr auch Keime. Daher darf sie nicht verfüttert werden. Du kannst sie aber ins Badewasser geben.
Das "Mitlaufen" der zweiten Brust kannst Du übrigens verhindern, indem Du den Milchspendereflex (MSR) abbrichst. Dafür drückst Du die Handinnenfläche fest auf Brustwarze und Vorhof, wenn sich der MSR durch ein Kribbeln oder Ziehen ankündigt. Du kannst mit dem Drücken aufhören, wenn Du das Kribbeln/Ziehen nicht mehr spürst.
2. Portionsgröße zum Einfrieren (...) Einmal aufgetaut, kann sie ja klar nicht mehr eingefroren werden, wenn mein Sohn quasi auf einmal nicht 200 ml trinkt.
Mit dem Becher trinkt kein Baby eine solche Menge. Die meisten werden für eine volle Mahlzeit 50-100 ml trinken.
Oder kann man das Tütchen am Vortag in den Kühlschrank stellen, nur die Hälfte auf Trinktemp. erhitzen und die andere Hälfte für die nächste Hungerattacke (am gleichen Tag) im Kühlschrank lassen (eig. heißt es ja 3 Tage im Kühli)?
Nach dem Auftauen sollte Muttermilch innerhalb von 24h verfüttert werden.
Also macht es Sinn, kleinere Portionen einzufrieren?
Definitiv. Kleine Mengen sind auch frisch aus dem Tiefkühler schneller aufgetaut und trinkfertig.
3. Unsteril einfrieren (...) ab welchem Alter würdet Ihr sagen, das Immunsystem ist jetzt so fit, dass Sterilität übertrieben wäre.
Milch muss grundsätzlich, egal in welchem Alter, so steril wie möglich gewonnen und aufbewahrt werden. Lediglich die Fütterutensilien müssen bei einem gesunden Baby ab 6 Monaten nicht mehr nach jeder Verwendung sterilisiert werden. Die Auffanggefäße beim Ausstreichen/Abpumpen müssen aber auch in diesem Alter noch steril sein, um eine Verkeimung der Milch zu vermeiden. Einzige Ausnahme: Die Milch wird sofort verfüttert, dann reicht ab 6 Monaten auch ein heiß gespültes Gefäß.
5. Zeitraum Mahlzeit
Wenn mein Sohn jetzt 2 Stunden lang trinkt, bzw. abwechselnd trinkt/nuckelt/schläft (an der Brust), wie geht das dann mit Flasche? Die Milch wird ja kalt. Muss mein Mann dann alle 15 min 10 Schlucke erwärmen? =)
Nein. Euer Baby wird aus dem Becher auch anders Trinken. Das ist dann in erster Linie Nahrungsaufnahme. Die anderen Aspekte des Stillens wie z.B. Nähe, Wärme, Geborgenheit wird Dein Mann anders erfüllen müssen. Viele Babys lieben es bei Papa im Tragetuch zu kuscheln. Dein Mann und Euer Baby werden herausfinden, was zu ihnen beiden passt.
Außerdem las ich jetzt hier (
http://www.anitakittel.de/stillen-flaes ... html#p_3_1 – Infos zu Saugern aus orthopädischer Sicht): “Jedes Füttern sollte nicht länger als 30 Minuten dauern, denn es soll sich ein gesunder Sättigungs- und Hungerzyklus einstellen.” Naja, mein kleiner hängt schon stundenlang an mir… ist das schlecht? Ich dachte eben, nach Bedarf bedeutet eben, wenn er will.
Das tut es auch! Das Füttern nach festen Zeitstrukturen ist schon lange überholt, sowohl fürs Stillen als auch bei der Fütterung von PRE. Diese Empfehlung führt bei vielen Frauen zu zu wenig Milch und viele Babys gedeihen nicht gut. Es ist gut und richtig sich vom Baby leiten zu lassen, sowohl was Stilldauer als auch -häufigkeit betrifft.
Clusterfeeding tritt vor allem in den späten Nachmittagsstunden und abends auf. Die Hormonrezeptoren sind da nicht mehr so empfänglich wie nachts und morgens. Babys reagieren darauf mit häufigem oder langem Stillen: dem Clusterfeeding. Aber auch während eines Schubes, der viel Energie erfordert, kann es zu dauerstillen kommen. Babys fordern dann die Milch an, die sie für den Schub benötigen.
Mit der Zeit stillen Babys immer effektiver. Diese sehr intensive Zeit geht also vorrüber.
Manchmal hat er wohl Bauchweh (ich vermute, zu viel Luft verschluckt (wenn er hastig trinkt oder die Brust so voll ist, dass es rausspritzt)).
Wenn Du die Milch nicht mehr mitlaufen lässt, wird sich Deine Milchmenge dem Trinkbedarf Deines Babys anpassen und die Milch auch nicht mehr so sprudeln.
Jetzt ist es aber halt schon so, dass ich auch mal was ohne ihn machen möchte (z.B. Sport) und bisher hat er dann immer ein riesen Drama veranstaltet bei meinem Mann, so dass ich ihn schon beim Öffnen der Haustür schreien gehört habe (wir wohnen im 2. Stock). Das tut mir im <3-en weh, weswegen er quasi immer bei mir ist.
Ich kann total verstehen, dass Du Zeit für Dich brauchst. Ich kann aber auch das Verhalten Deines Sohnes verstehen. Deine Arme sind für ihn der sicherste Ort der Welt. Du bist sein Garant für Nahrung. Er hat Steinzeitgene. Er kann nicht verstehen, dass Papa Milch im Kühlschrank für ihn hat. Das muss er erst lernen.
Wie bringt sich Dein Mann denn bisher ein? Hat er schon eigene Rituale entwickelt? Spielt er mit ihm? Nutzt er auch das Tragetuch?
Ich schlafe zu wenig
Warum? Wie sieht Eure Schlafsituation aus?
komme nicht zum Aufräumen, die Wohnung versinkt im Chaos
Im Moment dreht sich alles ums Baby. Das ist auch gut und normal so. Dein Sohn ist gerade mal drei Monate alt. Da ist ihm völlig egal, ob aufgeräumt ist oder nicht. Dein Sohn braucht Dich nur kurze Zeit so intensiv. Bald wird er die Welt abseits Deiner Arme erforschen und dann ist irgendwann wieder Zeit für den Haushalt.
und ich hock gefühlt nur auf dem Sofa.
Was hindert Dich daran, raus zu gehen? Schnapp Dir das Tragetuch und los geht's.
Ich würde mich gern einfach mal aufs Rad schwingen und ne Runde drehen. Das kann ich auch, wenn mein Mann da ist, aber ich kann dann nur an den Kleinen denken und stelle mir vor, wie er aufwacht und rumplärrt, der arme Tropf. Selbst wenn ich auf dem Balkon Wäsche aufhänge, guck ich alle 3 Minuten ins Wohnzimmer zum Baby, ob es noch schläft, damit es nicht aufwacht und alleine ist.
Du bist eine tolle Mama. Und Dein Sohn noch so klein. Es ist völlig natürlich, dass sich Dein Radius - auch Dein gedanklicher - um Dein Baby als Mittelpunkt bewegt. Das bleibt auch noch eine ganze Weile so, verändert sich aber auch. Irgendwann rennst Du hinter ihm auf dem Spielplatz her und irgendwann sitzt Du bang zu Hause, weil Dein Teenager nicht zur abgemachten Zeit zu Hause ist. Das gehört zum Muttersein einfach dazu.
Es kann manchmal beängstigend und einengend sein, so wichtig im Leben eines Anderen zu sein. Das ist mit keinet anderen Beziehung oder Verpflichtung vergleichbar. Aber ist es nicht auch wunderbar, dass man für dieses kleine Wesen der Ruhepol ist, die Wundervollbringerin, die Quelle von Nahrung und Freude?
Dann schaff ich’s nicht zu kochen, ess den ganze Tag nur Brot und fang abends das Kochen an, wenn der Kleine schläft
Dann koch gleich für den nächsten Tag mit. Oder koch mit ihm im Tuch, wenn er dort schläft.
Ich bin wahrscheinlich einfach übermüdet und hab nen Durchhänger.

Ich kann gut verstehen, wie Du Dich fühlst. Was würde Dir denn gut tun? Mein Eindruck ist, so ganz genießen könntest Du das Weggehen nicht. Was, wenn Dein Sohn von Papa oder einer anderen Vertrauensperson spazieren getragen würde, während Du Dich hinlegst oder ein ausgiebiges Bad nimmst. Würde Dir eine liebe Person vielleicht etwas vorkochen? Wie wäre ein Radanhänger mit Babyhängematte? Was sonst könnte Dich "vom Sofa" holen?
Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)