@ Resline:
Meine Maus nimmt seit dem 3. Monat einen Schnuller (vorher nicht, weshalb ich im Guinessbuch der Rekorde unter dem Eintrag Dauerstillen stehe) und hat ja trotzdem die unruhigen Nächte. Zudem hast Du mit Schnullerkind das Problem, dass - sobald der Schnuller weg ist - das Kind früher oder später von einer in die nächste Schlafphase gleiten will, merkt, dass der Schnuller weg ist, aufwacht und weint.
Bzgl. Bettensituation: Wir haben auch versch. Varianten durch, inzwischen sind wir beim Familienbett auf dem Boden angekommen. Unsere beiden Matratzen liegen nun neben einer Gästematratze und das ergibt dann eine schicke Schlafwiese. Mausi kugelt darauf morgens rum bis zum Abwinken. Wobei Mausi, das schrieb ich schon anderswo, nach wie vor ihre Wiege am liebsten hat. Sie schläft tagsüber nur dort, abends auch dort ein, nur nachts hole ich sie dann zu mir, wenn sie diese vielen unruhigen Phasen hat bzw. Zeit fürs Stillen ist. Da liegt sie dann meist so ab 12 oder 1 Uhr bei mir, ab etwa 4 Uhr hält sie es aber nicht mehr aus und dann legen wir sie zurück in die Wiege, wo sie dann (wenn wir Glück haben) zumindest einen letzten Turn bis 6 Uhr packt.
Bzgl. Schlafbegleitung: Tagsüber habe ich kein tolles Ritual. Ich stille sie, mach dann mit ihr die Schieberollos an den Fenstern hoch, drehe mit ihr ein paar Kreise im Schlafzimmer, zeige ihr die Wiege und sage, dass ich sie jetzt gleich hineinlegen werde. In der Wiege bekommt sie ihren Schnuller und und ein Spucktuch (mag sie gern als Schnuffeltuch, sie knuddelt sich dann rein). Manchmal schläft sie dann in Minuten ein (sie dreht sich immer auf die Seite und es MUSS die perfekte Seitenlage sein, sonst wird sie übellaunig), manchmal auch nicht, dann nehm ich sie raus, kreisel noch mal im Schlafzimmer und alles wieder von vorn. Wir nennen das immer "reset"

Manchmal langt ein "kleiner" reset, da muss nur das Spucktuch rausgenommen und wieder neu gegeben werden. Ein mittlerer reset wäre Mausi rausnehmen und kurz darauf wieder reinlegen. Ein großer reset ist das Schlafzimmer verlassen und kurz noch mal durch die anderen Räume gehen. Das beruhigt sie immer sofort.
Abends übernimmt der Papa das Ritual. Er wickelt sie dann, zieht sie um, massiert noch mal Füße und Bäuchlein, putzt mit ihr die Zähne. Währenddessen ist immer der Kuschelbär mit integrierter Spieluhr dabei (die Spieluhr dudelte schon auf meinem Bauch, als ich noch schwanger war

). Dann tragen wir sie ins Schlafzimmer, da turnt sie dann erst einmal auf der Schlafwiese herum. Wenn wir merken, dass sie jetzt arg müde wird (das ist dann, wenn sie erst recht völlig aufdreht), packen wir sie in ihren Schlafsack. Dann stillen. Dann wieder Schieberollos am Fenster hoch, dem Tag Tschüss sagen und ab in die Wiege.
Bei uns ist es genauso wie bei Dir, dass Streicheln oder gar Festhalten absolut verboten ist. Im Einschlafprozess darf in 99 aus 100 Fällen nicht eingegriffen werden, striktes Mausi-Gesetz

Wir wiederholen nur mantraartig einen Einschlafsatz, sitzen daneben und das war's. Manchmal schläft sie nach 10 Minuten ein, manchmal erst nach einer halben Stunde oder noch länger.
Inzwischen macht nur noch mein Mann die Einschlafbegleitung ab dem Zeitpunkt, wo sie in der Wiege liegt, denn bei ihm geht ihr Einschlafen doppelt so schnell wie bei mir (warum auch immer). Es kommt aber auch vor, dass Mausi weint, immer dann, wenn wir den perfekten Zeitpunkt zum Ablegen zu arg verpasst haben. Da muss man dann irgendwie die Mitte zwischen in Ruhe lassen und reset finden. Denn dann rausnehmen kann manchmal dazu führen, dass sie erst recht ausflippt.
Es gibt in meinen Augen keine gezielten Dinge, die man machen "muss" oder soll, damit das Kind nicht weint und fröhlich einschläft. Bei uns gibt es Phasen, da klappt alles super. Oft aber auch nicht. Oft regt sie sich brutal auf, weil sie in den Schlafsack schlupfen soll. Einen Abend später macht es ihr plötzlich nichts aus, obwohl alles identisch abläuft. Bis vor kurzem hätten wir ihr niemals ein Schnuffeltuch geben können, weil das ein Eingriff in ihr "wehe, ich werde beim Einschlafen gestört"-Gesetz gewesen wäre. Ich versuch immer wieder mal kleine Abwandlungen, wenn ich merke, dass irgendwas vielleicht nicht mehr so passend für sie erscheint. Es ist ein Rumprobieren.
Und ich halte mich übrigens gern fern von Gutschlafkindeltern. Das sind oft Eltern, bei denen immer alles reibungslos funktioniert, egal, was es ist. Wo das Baby angeblich immer zufrieden ist. Eltern, die sich anscheinend lieber ein Bein abhacken, als zuzugeben, dass es manchmal auch schwer und anstrengend ist. Das frustriert mich nur.
Deine Hebamme hätte ich vermutlich vor die Tür gesetzt.
Zusatz bzgl. Vorschlag, Kind ins TT zu nehmen: Klappt bei mir zum Beispiel nicht mehr. Schlafsand ist anscheinend verloren gegangen. Meine Maus will nur noch Dinge erleben und sehen im Tuch oder in der Trage. Wenn sie müde wird, mag sie ungern darin einschlafen, sie beschwert sich dann. Ist also nicht immer eine Lösung (leider).
Der verlinkte Beitrag von Blueberry ist toll! Danke!