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Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 08:26
von Kirschquark
Ich wurde über zwei Jahre gestillt und bekam trotzdem pünktlich mit drei Monaten löffelweise Möhrensaft.
Mein Mann wurde 1970 nach sechs Wochen mit Stampfkartoffeln und Sauce "zugefüttert", gestillt nur einige Tage.
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 08:31
von suttine
Meine Mutter hätte mich (1980) gern gestillt, klappte aber nicht, vermutlich wegen des strikten Takts in der Klinik. Die Flaschenmilch habe ich nicht vertragen, zum Glück kam dann eine Ersatznahrung auf Kartoffel-/Maisbasis(?) auf den Markt. Karottensaft war Standard.
Gibt es eigentlich Untersuchungen, was die Veränderung der Beikostempfehlungen für Auswirkungen hat? Nach heutigen Ansichten sind da ja Generationen von Babys früh falsch ernährt worden, das müsste doch Spuren hinterlassen.
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 09:35
von Giraeffchen
Meine Mutter hat gar nicht gestillt (1975). 'Mit DEN Brüsten können Sie nicht stillen.'
Sie fand es aber auch besser so, mit Flasche hatte sie ja viel mehr Kontrolle. Stillend weiß man ja nie, ob das Kind satt ist. Ähm, ja.
Ich wurde Mittags geboren, kam umgehend ins Babyzimmer und sie bekam, davon erzählt sie bis heute, erst mal lecker Mittagessen. Man muss Prioritäten setzen...
Nachts war ich komplett im Babyzimmer, tags alle paar Stunden für ein Fläschchen bei ihr. Der Papa durfte zwischen 14 und 15 Uhr kommen und durch die Glasscheibe gucken, dann war Babyshowtime.
Und natürlich schlief ich durch, als es nach 10 Tagen nach Hause ging...
Möhrensaft ins Fläschchen gabs ab Woche 6, auch, weil es 'so eine schöne, gesunde Gesichtsfarbe' macht.
Es gibt ein Foto, auf dem ich mit Brei gefüttert werde, datiert auf 10 Wochen nach meiner Geburt.
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 09:52
von Lösche Benutzer 20900
suttine hat geschrieben:
Gibt es eigentlich Untersuchungen, was die Veränderung der Beikostempfehlungen für Auswirkungen hat? Nach heutigen Ansichten sind da ja Generationen von Babys früh falsch ernährt worden, das müsste doch Spuren hinterlassen.
Das würde mich auch brennend interessieren!
Mein Bruder jg 1981 hatte einen ähnlichen Ernährungsplan.
Bruder jg 1985 wurde Dank einem LLL Buch von Flasche auf Brust zurück geführt und ich jg 1990 10 Monate gestillt und Beikost ab so 5/6 Monaten, auch ziemlich baby gerecht

Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 10:01
von Peppa
suttine hat geschrieben:Meine Mutter hätte mich (1980) gern gestillt, klappte aber nicht, vermutlich wegen des strikten Takts in der Klinik. Die Flaschenmilch habe ich nicht vertragen, zum Glück kam dann eine Ersatznahrung auf Kartoffel-/Maisbasis(?) auf den Markt. Karottensaft war Standard.
Gibt es eigentlich Untersuchungen, was die Veränderung der Beikostempfehlungen für Auswirkungen hat? Nach heutigen Ansichten sind da ja Generationen von Babys früh falsch ernährt worden, das müsste doch Spuren hinterlassen.
Ja, das wäre echt interessant....jedoch müsste man wahrscheinlich abwarten, bis die 60er/70er Generationen ins Alterskrankheitenalter kommen....die jetzigen "Älteren " sind ja Kriegs-/ķurz-Nach-Kriegs -Generation. ..und da weiß man bisher, dass Mangelernährung der Mutter in der Schwangerschaft und im Kindesalter bei später guter Versorgung zu "Wohlstandskrankheiten" prädisponiert...Diabetes, Übergewicht etc.
Ich schaue mal, ob es Studien zu der Frage oben gibt....ich fürchte nicht.
Ich wurde auch nur 4 Wochen gestillt, dann hieß es zu meiner Mutter, ich werde nicht satt und sie stillte unfreiwillig ab, ich bekam selbst zusammengerührte Babynahrung (angedickte Milch. ....mit was, muss ich meine Mutter mal fragen. Es War noch in der UdSSR 1979/80.).
Meine Schwester kam 5 Jahre später zur Welt, sie wurde fast ein Jahr voll gestillt....sie habe keine Beikost gewollt laut Mutter. Und dann bis 2,5 Jahre weitergestillt (also ziemlich sutig

).
In unserer familiären "Ministudie" sieht es so aus: ich seit Kindheit moppelig und nun mit deutlichem Übergewicht, meine Schwester wiegt 58 kg auf 172 cm, egal was sie ißt (ich weiß , das ist null aussagekräftig. ...aber etwas Auswirkung wird diese Pampebeikost für die Stoffwechselprogrammierung sicher haben, denke ich).
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Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 10:31
von luna24
Ich Jahrgang 1975 wurde streng nach Zeitplan alle 4 Stunden gestillt, mit vorher und nachher wiegen, und 10ml Fläschchen nachfüttern, wenn ich zu wenig getrunken hatte... Insgesamt wurde ich 7Monate gestillt, dann kam der erste Zahn... wobei's glaube ich schon ziemlich früh Gläschen gab. Die Obstgläschen wurden nach einiger Zeit mit Quark gestreckt, weil ich angeblich zu dick war... Geschadet hat's jedenfalls nichts, bin groß und schlank (1,80/65) und kann essen, was ich will... Meine Schwester ist 1977 geboren, wurde weniger nach Plan, aber auch deutlich kürzer gestillt - neigt eher zu Übergewicht als ich, wobei ich das ehrlich gesagt eher als Veranlagung und weniger als Folge des Stillens sehe.
Wobei meine Schwester immer eine deutlich engere Beziehung zu unserer Mutter hatte als ich (bzw. meine Mutter hatte nach eigener Aussage zu ihr emotional einen ganz anderen Bezug), und da könnte ich mir schon vorstellen, dass die erste Lebenswoche im KH, wo die Mütter die Babys nur alle vier Stunden kurz (!) zum Sillen gesehen haben, eine Rolle spielt. Bei meiner Schwester 1977 gabs schon rooming-in
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 11:14
von Neuhier
Ich "komme" auch aus der Zeit. Nicht gestillt (aus tatsächlich nachvollziehbaren gesundheitlichen Gründen der Mutter), bestimmt früh gebreit nach einem Foto. Irgendwann sagte der Arzt auch meiner Mum, dass sie auf die nächsthöhere Milchnahrung umsteigen muss/soll, woraufhin ich Verstopfung bekam. Jetzt im Nachhinein meinte meine Mum, sie hätte das besser nicht gemacht, aber damals war die maßgebliche Instanz halt der Kinderarzt.
Das mit dem Kindertee, wie es in den Fotos steht war damals auch hoch im Kurs. Meine Mum meinte, den hätte sie uns nicht gegeben, der wär ihr zu süß gewesen und hat scheusslich geschmeckt. Und ja, da waren Tonnen an Zucker drin, woraufhin viele viele "Nuckel"Kinder Probleme mit den Zähnen bekommen haben...
Ministudie meiner Familie: ich war nicht ganz so drahtig wie mein Bruder sondern etwas weicher von der Statur. Ich hab immer sehr gerne gegessen, wurde aber immer dazu angehalten nicht zu viel zu essen. Mit dem Dick werden hat meine Familie leider echt einen Knacks. Aber insgesamt hab ich es gut überlebt. Gewichtsprobleme habe ich keine.
Mein immer drahtiger und sportlicher Bruder wurde erst sehr viel später übergewichtig. Da schiebe ich es keinesfalls auf die Ernährungsgewohnheiten der Ursprungsfamilie sondern eher auf den momentanen Lebenswandel.
Ich kann mich auch kaum an übergewichtige Kinder in der Schule erinnern, die ja alle aus der Generation stammen.
Kleine Note am Rande. Als Kate damals nur Stunden nach der Geburt mit deutlichem Nachgeburtsbauch vor die Kameras trat war meine Mutter vollkommen erstaunt, sie hätte ja als sie nach Hause gekommen ist wieder eine Topfigur gehabt... Und als ich vor der Geburt des Zweiten meinte, dass ich auf den Wochenfluss keine Lust hätte meinte meine Mum, sie kann sich da nicht dran erinnern, dass das besonders schlimm gewesen wäre.
Ja, damals blieb man nach der Geburt 14 Tage im KKH und ging nicht Stunden bis wenige Tage nach der Geburt wieder nach Hause.
Und nein, Wehen sind nicht wie Rückenschmerzen...
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 12:31
von Lösche Benutzer 1828
Ich weiß das von mir gar nicht.....
Nur von meiner Schwester, die wurde 1981 geboren - ganz kurz gestillt. Vor jedem Stillgang Desinfektionsspray auf die Brustwarzen
Danach gab es Milumil - aus einer gelben Dose. Ich kann mich noch an den widerlichen Geruch erinnern. Nachts gab es nichts.
Und ziemlich früh irgendwelchen Brei aus der Packung - Stracciatella, Schokolade, Banane (boah, war der eklig) .
Wenn ich mich so anschaue - gesund ernährt wurde ich ganz sicher nicht.
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 12:34
von Lösche Benutzer 1828
Von meinem Exmann gibt es Fotos - wenige Wochen alt, mit Brei gefüttert. Man musste ihm beide Arme festhalten, weil er sich geweigert hat.
Das hat meine Schwiegermutter gnaz stolz erzählt. Gestillt wurde natürlich nicht - aber das war Ende 60er.
Re: Empfehlungen von 1980
Verfasst: 04.07.2016, 12:38
von Elena
Ich bin 79 geboren und wurde nur etwa 6 Wochen gestillt - der typische "Milch reicht nicht, Zufüttern"-Kreislauf. Ein Jahr später kam mein Bruder. Meine Mutter hatte schon in der Schwangerschaft eine Stillgruppe besucht und sich informiert, weil das frühe Stillende bei mir sie geärgert hatte. Ihn hat sie etwa ein Jahr lang nach Bedarf gestillt. Im KH wurde sie gedrängt, Fläschchen zu geben ("Wollen Sie, dass Ihr kind verhungert???"). Sie hat nur kurz versucht zu diskutieren, sich dann immer die Fläschchen geben lassen und heimlich weggekippt.