So, jetzt weiter.
BluAyed hat geschrieben: Nun frage ich mich aber, wenn sie wieder so schläfrig wie die Große ist und ja dann nicht nur bei mir, sondern auch beim Papa kuschelt, sollte ich sie generell in den ersten Tagen alle zwei Stunden tagsüber wecken oder darauf vertrauen, dass sie allein wach wird? Da bin ich mir noch ziemlich unsicher, da mein Mann dann wohl auch eher dazu geneigt sein wird zu sagen „Lass sie doch schlafen“.
Sehr sinnvoll ist zunächst das Anlegen nach der Geburt, innerhalb der ersten 30-60 Minuten. Meist trinken gesunde Kinder nach einer normalen Geburt da gut und schlafen dann erstmal eine Weile. Das ist normal und ok. Ist das erste Anlegen nicht möglich oder erfolgreich, sollte kurz darauf nach Möglichkeit wieder versucht werden, anzulegen.
Prizipiell gilt die Regel 8-12x in 24 Stunden stillen von Tag 0 an, meist ist das aber nicht realistisch.
Eine Faustregel ist
TAg 0, also die ersten 24 Stunden nach der Geburt: innerhalb der ersten Stunden anlegen, min. 6x stillen in den ersten 24 Stunden, besser mehr
2. Lebenstag: 6-8x stillen, besser mehr
3. Lebenstag 8-12x stillen
Stillen= beide Seiten anbieten, gerne 15-20 Min pro Seite, Zeit nicht begrenzen, aber Kind ggf. animieren/wach halten. Stillen nach Bedarf ist völlig richtig. Aber bei erschöpften Kindern nach der Geburt, die sich nicht so häufig selbst melden, kann es auch mal sein, dass man das Kind wecken muss, da man weiß, dass der Bedarf des Kindes grad größer ist als das, was es derzeit anmeldet. Ist das nachvollziehbar? Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch das 24-Stunden-Rooming in und viiiiel Hautkontakt!
BluAyed hat geschrieben:So frage ich mich nun welche stillfreundliche Alternative gäbe es auch das Nuckelbedürfnis zu stillen? Schnuller möchte ich ihr noch nicht geben, aber wie sähe es mit der Ecke eines Spucktuchs, dem kleinen Finger von Mama oder Papa oder dem eigenen Daumen aus?
Kleiner Finger ist ok. Lies dir dazu doch das hier durch:
Finger statt Schnuller?.
BluAyed hat geschrieben:
3. Ich weiß, dass sich die Milch im Laufe einer Stillmahlzeit ändert. Erst ist sie dünner für den Durst und wird dann fettreicher. Wie lange sollte eine Stillmahlzeit dann mindestens dauern? Sollte ich immer beide Seiten geben? Bei der Großen sollte ich immer beide Seiten jeweils 10 Minuten geben. Oder ist es besser sie einfach so lange an einer Seite lassen bis sie abdockt, dann Bäuerchen machen lassen und dann die andere Seite anbieten? Bin mir nicht sicher ob die Große damals dadurch zu wenig von der fetteren Milch bekommen hat. Habe auch nie einen MSR gefühlt.
Grundsätzlich kannst du dein Kind beim problemlosen Stillen die Länge des Stillens selbst bestimmen lassen, solltest du sogar. Denn das Kind beeinflusst durch sein Stillverhalten die Zusammensetzung der Milch selbst. Der Fettgehalt der Milch steigt mit jedem MSR. Ein Kind, dass effektiv und zügig saugt, kommt schnell an fette Hintermilch, ein gemütlicher Trinker braucht länger. Manchmal will das Kind gar nicht so viel Milch und trinkt dementsprechend anders. Manchmal ist es nur durstig und trinkt nur kurz die Vormilch. Es gibt Schnelltrinker, die nie länger als 5 Minuten an der Brust sind und trotzdem fette Hintermilch bekommen und ineffektiv trinkende Kinder, die auch nach 30 Minuten nicht an fette Milch kommen (und dementsprechende Auffälligkeiten zeigen, das merkt man dann). Auf die Uhr zu gucken ist also nur bedingt sinnvoll.
Hilft dir das weiter?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung