Hallo,
wollte mich nochmals melden und berichten. Entschuldigt, wenn ich jetzt nicht immer weiss, wer welchen Tipp für mich hatte

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Also, ich hatte ja eine Federwiege zur Probe bestellt. Der Kleine schläft fast jeden Tag ca. eine halbe Stunde darin. Das hört sich nicht viel an, aber eine halbe Stunde exklusiv für die Grosse zu haben ist doch schon was. Leider hatten wir natürlich auch schon Enttäuschungen: Der Kleine schläft darin, ich spiele mit der Grossen "endlich" ausgelassen verstecken und der Kleine wird doch schon nach ein paar Minuten wach. Da ist der Schmerz bei der Grossen dann natürlich besonders. Trotzdem grundsätzlich eine kleine Erleichterung.
Die Trageberaterin war ja auch da und hat sich ganz viel Zeit genommen. Jetzt haben wir für den Kleinen einen Bondolino. Tragen ist ja nicht so einfach mit dem Kleinen wegen einer gegipsten Beine. Aber im Bondolino geht es nun so richtig. Der Kleinen Grossen hat die Beraterin ein Mini-Marsupi mitgebracht, in dem sie manchmal ihre Puppe trägt. Gestern z. B. sind wir beide mit unseren "Babys" rausgegangen. Grundsätzlich tut es ihr immer noch sehr weh. Es ist, als ob sie sich fügt, still leidet, wenn ich die Trage nehme. Aber immerhin. Den Kleinen auf dem Rücken zu tragen, das wäre so ein Wunsch von mir, denn ich stelle mir das wirklich praktischer vor. Ausserdem wäre die Grosse dann nicht ganz so eifersüchtig, denke ich. Vorne ist halt der "Exklusivplatz" in ihren Augen. Ich habe mich noch nicht getraut den Kleinen nach hinten zu nehmen. Ich muss halt arg aufpassen, dass er mit seinen Gipsbeinchen nicht verrutscht und es ihm Schmerzen bereitet. Ausserdem ist es auch nicht immer ganz so einfach, ihn zu tragen. Anfangs habe ich ihn sogar in der Trage gestillt (ziemlich kompliziert

) bis er eingeschlafen ist. Die letzten drei mal habe ich einige Minuten einfach ausgestanden, wo er weinte, aber dann eingeschlafen ist. Leider bin ich wegen seiner Beine auch immer verunsichert, ob er nicht weint, weil er nicht gut sitzt und Schmerzen hat.
Trotzdem werde ich es sicher mal versuchen mit dem auf dem Rücken tragen.
Eines hatte ich mir aber auch schon überlegt: Wieviel übertrage ich auf mein Kind, durch meine eigene Stimmung, Einstellung, Ausstrahlung? Natürlich ist es ja auch so ein Kreislauf. Ich habe schon oft versucht gute Laune zu verbreiten. Und dann kam doch nur ein langes Gesicht, Traurigkeit o. ä. Dann ist man selbst wieder frustriert usw.
Vor einigen Tagen ist alles auch mal richtig eskaliert. Es tut mir auch total leid für mein Mädchen, ja auch für den Kleinen. Eigentlich hätte ich als Erwachsene mich besser im Zaum halten müssen, aber...
Ich habe beide gestillt, einen rechts den anderen links. Beide machten Mittagsschlaf. Eigentlich alles gut. Dann nuckelte die Grosse so unglücklich (passiert schon mal öfters), dass es wirklich schon weh tat. Ich bemühte mich sehr es auszuhalten, zu Rutschen und meine Lage einwenig zu verändern. Aber es half nicht. So sprach ich sie an, versuchte, ob sie im Schlaf mal loslässt. Letztlich wurde sie wach, sprang auf, weinte, wollte nicht mehr stillen. Als ob sie dachte, ich hätte nur an ihr was auszusetzen. Sie hörte nicht auf, liess sich nicht trösten oder gar anfassen.
Da platzte es einfach aus mir heraus. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich fing an zu weinen, setzte mich ans Fussende. Ich habe mich auch so schnell nicht mehr einbekommen. Es ging einfach nicht, leider. Die ganzen letzten zwei Monate versuche ich alles und verbiege mich teils auch. Ich tue es ja auch gerne. Es ist wirklich ok. Aber als jetzt wieder mal alles Bemühen umsonst war, platzte es einfach aus mir heraus. Naja....
Aber insbesondere danach habe ich mich sehr bemüht selbstbewusster aufzutreten mit dem was ich tue. Wenigstens etwas selbstbewusster zu sein, wenn ich mich um den Kleinen kümmere und nicht schon gleich auszustrahlen, dass die Grosse doch jetzt traurig sein wird. Riesen Erfolge habe ich nicht, aber ich finde ein klein wenig tut sich.
Vorgestern hatten wir sogar einen tollen Tag. Nach anfänglicher Unlust und langem Gesicht bin ich mit den beiden in den Wald gefahren. Ihn hatte ich in der Trage. Sie taute plötzlich auf und wir spielten Verstecken. Sie wollte gar nicht mehr aufhören. Lachte irgendwann usw. Mit total dick vermatschten Schuhen saß sie dann im Auto, lachte sich auch deshalb kaputt. Zuhause dann war Mittagsschlaf kein Problem mehr - so friedlich und zufrieden. Abends war sie auch gut drauf. Und auch mir fällt es natürlich leichter, wenn sie mal glücklich ist. Dann strahle ich auch wieder was anderes aus.
VG Petra
Dann: