Hallo Boston,
jetzt nochmal ausführlich.
Cookie hatte schon im Krankenhaus zu viel abgenommen (leider hab ich deren Gewichtswerte nicht) - an Tag drei war er 50 g unter der 10 % Grenze. Mit dem Pumpen hatte ich da noch nicht begonnen, wir sollten aber in jedem Fall zufüttern (sagten Stillberaterin und Kinderarzt vor Ort).
Bei 10% Abnahme ist Zufüttern auf jeden Fall nötig.
Was mir gar nicht schmeckte war, dass die Sauger so groß waren, dass es ihm nur so in den Rachen lief. Er hat sich dann oft übergeben und es nicht so gut vertragen.
Leider wird noch in fast allen Krankenhäusern nicht stillfreundlich zugefüttert.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir stillen tagsüber alle drei Stunden (von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet), nachts alle vier Stunden. Ich stille auf jeder Seite 10 Minuten und gebe ihn dann an meinen Mann weiter. Der gibt ihm die Flasche (Medela Calma) und ich pumpe weiter je 10 Minuten ab (mit der Symphony von Medela aus der Apotheke). Dabei kommen maximal (!) 20 ml zusammen (und auch das erst seit gestern...)
Wichtig ist häufiger und länger zu stillen, d.h. tagsüber alle 2 h, nachts alle 3h und eher 40 min statt 20 min.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Zu Anfang hat er die Brust oft angeschrien, inzwischen trinkt er ruhig und gleichmäßig - wenn er denn wach bleibt. Gerade nachts möchte er wirklich lieber schlafen und hält gar nichts davon geweckt zu werden. Wir ziehen ihn dann bis auf den Body aus und motivieren so gut es geht. Es ist aber echt ein Kampf (und fühlt sich für ihn auch nicht richtig an....).
Dein Baby ist einfach "zu" satt. Die Zufüttermenge und dir Gewichtsdaten sprechen da eine deutliche Sprache.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, wir nutzen den Calma Sauger von Medela. Manchmal mag er einen Schnulli (MAM für Neugeborene), aber eher selten.
Damit dein Baby seine Stilltechnik ungestört von künstlichen Säugern verbessern kann, ist die Umstellung der Zufütterung auf eine stillfreundliche Variante sehr empfehlenswert. Damit ist auch die Gefahr von Überfütterung wesentlich geringer.
Ich selbst habe eine leichte Schilddrüsenunterfunktion und nehme täglich 66µg L-Tyroxin.
Deine Werte solltest du auf jeden Fall in ein paar Wochen nochmal überprüfen lassen. Diese andern sich nach der Geburt meist.
Der Kleine ist ein ICSI Kind (inklusive einer PID, da mein Mann einen Gendefekt hat). Vor der Kinderwunschzeit war ich normalgewichtig, habe aber mit dem Progesteron das ich nehmen musste gut was drauf gepackt. Bin jetzt also schon übergewichtig (heute 90 kg auf 174 cm).
Das Gewicht wird sich sicherlich im Laufe der nächsten Monate wieder normalisieren.
(Ich habe natürlich schon bei Euch gelesen, dass eigentlich 8 mal am Tag mindestens angelegt werden sollte. Ich weiß auch nicht, ob das alle jungen Mütter sagen, aber ich bezweifle wirklich, dass ich ihn noch öfter motivieren kann. Er ist wirklich sehr schwer zu wecken - wir brauchen nachts mindestens 20 Minuten um ihn wach zu bekommen. Und ja, dann trinkt er. Hat er aber eigentlich keinen Hunger, spuckt er auch viel wieder aus bzw. erbricht sich danach...)
Wie gestern abend schon geschrieben, ist es sinnvoll,die Zufüttermenge etwas zu reduzieren (circa 400ml), damit dein Baby sich häufiger von alleine meldet. Häufigeres stillen ist sehe wichtig, damit deine Milchbildung angeregt wird.
Vielleicht formuliere ich nochmal ganz klar, was ich mir von Euch hier erhoffe:
- Gibt es eine Möglichkeit meine Milchmenge zu steigern?
Ja. Und zwar durch:
- mindestens 10-12 mal Stillen in 24 h
- Wechselstillen
- Brustkompression
- Abpumpen (machst du ja schon)
- eventuell die Einnahme von Bockshornkleesamen
Ich nehme jetzt schon piulatte von Humana.
Das Produkt enthält Mariendistel, was sich auch positiv auf die Milchbildung auswirkt. Bockshornkleesamen sind aber besser bzgl. ihrer Wirkung auf die Milchbildung erforscht, weswegen ich dies empfehle. Bei Asthma oder Diabetes sollte dieser aber nicht genommen werden.
Die Stillprobe mit Hebamme hat gezeigt, dass er von mir ca. 20 g trinkt. Nochmal 20 ml pumpe ich bestennfalls ab. Das ist natürlich zu wenig für ihn.
So wenig ist das garnicht. Wenn du 10-12 mal in 24 h stillst und er jedesmal 20ml+20ml bekommt (und es sind gewiss auch größere Mahlzeiten dabei), wären das immerhin 400-480ml.
Trinkmengen junger Stillbabys
- Wann kann ich ihn schlafen lassen? Man hört ja wirklich oft, man solle auf meine Intuition hören und die schreit mich quasi an, dass er nachts schlafen möchte. Und zwar ohne von uns genervt zu werden. Ich weiß natürlich, dass ich dafür verantwortlich bin für ihn zu entscheiden, aber sollte man nicht auch auf das Kind hören?
Um deine Milchmenge zu steigern, ist häufiges nächtliches Stillen unbedingt nötig. Wenn dein Baby nicht mehr so viel zugefüttert bekommt und sich damit nicht ständig im "Fresskoma" befindet, wird es sich leichter zum Stillen wecken lassen.
Allerdings kommt er wirklich sehr selten von selbst.
- Meine Hebamme meinte, wenn bis morgen nicht viel mehr Milch abgepumpt sei, könne ich auch komplett auf Fläschchen umstellen und - wenn ich mag - vorher noch 10 Minuten stillen. Ich will aber nicht aufgeben!
Klar kannst du abstillen (das geht jederzeit). Aber gut, dass du das nicht willst. Dein Baby ist noch so jung, da kannst du noch sehr, sehr viel erreichen.
Andererseits schränkt das Pumpen extrem ein. Wir hatten noch keinen einen Besuch, seit der Kleine da ist, einfach weil das Füttern 45 Minuten braucht (mit Motivation, Flasche und Pumpen). Gibt es eine Möglichkeit seltener zu Pumpen und trotzdem mehr Milch zu generieren? Oder heißt es da "ganz oder gar nicht"?
Du kannst seltener Pumpen und dafür häufiger stillen. Wenn du dazu noch stillfreundlich zufütterst, kannst du das Pumpen auch sein lassen, wenn es dich zu sehr stresst.
Jetzt bin ich gespannt, was du berichtest.
Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung