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Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 16.10.2015, 21:34
von Finnyafaer
Ich versuche jetzt mal die Fragen von "Wie funktioniert Stillberatung" zu beantworten:

- Zugefüttert wurde bis jetzt nicht. Abgepumpte Milch gab es ganz selten Mal wenn ich bei der Rückbildung war o.ä. in letzter Zeit wurde das Fläschchen beim Papa aber verweigert. Wirklich gut und gerne hat er noch nie aus der Flasche getrunken.

- Alltag: Zwischen 7 und 9 Uhr ist die Nacht zu Ende. Wirklich ausgeschlafen ist mein Sohn aber dann noch nicht. Es folgt eine Wachphase von 1 bis max 1,5 h. dann muss ich ihn wieder hinlegen. Meistens stille ich davor noch mal, damit ich Chancen habe, dass er etwas länger schläft. Er schläft dann zuverlässig 45 min in der Federwiege und wenn ich Glück habe noch mal 45 min wenn ich daneben sitze und wippe. Anschließend stillen und wieder eine kurze Wachphase von 1 bis 1,5h. Schläfchen von 45 min anschließend stillen und schlechte Laune. Kind ins Tuch und raus. Es wird eine Weile geschaut, dann meistens noch mal geschlafen. Nach spätestens 2h wieder stillen, egal ob noch unterwegs oder wieder zuhause. Gegen 18 Uhr noch ein 45 min Schläfchen, oft vorher und nachher stillen. Kind ist meistens danach immer noch knatschig, aber Nachtschlaf noch in weiter Ferne. Wenn gegen 19:30 Uhr der Papa nach Hause kommt ist erstmal halligalli, große Freude. Stillen dann meistens im Stundentakt. Ab 20:30 Uhr ist er meistens schon so knatschig und müde, dass ich mit dem Abendritual beginne. Meistens dreht er dann aber noch mal so richtig auf. Nachtschlaf beginnt eigentlich nie vor 21:30 Uhr, teiweise zieht es mich auch bis um 23 Uhr. Mit Dauerstillen im Bett, Jammern, Weinen, teilweise Umzug in die Federwiege weil Einschlafen im Bett nicht möglich ist. Ist er eingeschlafen darf ich höchstens 30 min weg, sonst wacht er auf und schreit nach mir. Erstes Stillen dann i.d.R. wieder nach 2h. Dann alle 1 bis 2 h, teilweise auch noch kürzere Abstände wenn er sehr unruhig ist. Neben dem Stillen sitze ich auch noch meist 2 bis 5 mal pro Nacht im Bett und massiere Füße und Bauch und bewege die Beine um ihm bei den Blähungen zu helfen.

Ich schaue nicht auf die Uhr beim Stillen, aber ich denke er trinkt normalerweise zwischen 3 und 10 Minuten und auch fast immer nur eine Seite. Abends hängt er auch mal 30 min bis 1h an der Brust und saugt/trinkt dabei auch die meiste Zeit.

- Windeln: ich wechsel tagsüber ca alle 2 bis 4 Stunden die Windel und es ist immer Pipi drin. Stuhlwindeln sehr unterschiedlich. Von 1 mal in 4 Tagen bis 4 Mal am Tag ist üblich. Vor zwei Wochen hatten wir aber auch mal 20 Windeln in 2 Tagen ohne dass es eine Infektion gewesen zu sein scheint.

- Stillstart: Im Krankenhaus schwierig, Baby konnte die Brustwarze nicht fassen, Lösung waren Stillhütchen. Milcheinschuss gut 4 Tage nach der Geburt, ab dann lief alles super. Stillhütchen haben wir bis zum Ende des dritten Monats verwendet, ab dann brauchte er sie von einem Tag auf den anderen nicht mehr.

- Behandlung: wie oben geschrieben habe ich meine Hebamme bereits um Hilfe gefragt. Ansonsten waren wir mit ihm bei der Osteopathie und jetzt in der Physiotherapie. Die Geburt war schwierig, ich hatte 8h Presswehen in denen er schräg (man konnte ein Ohr tasten) im Geburtskanal hing. Viel Druck auf Schädel und Halswirbelsäule, deswegen immer noch leichte Vorzugshaltung. Am Anfang deswegen Probleme die rechte Brust zu stillen, schon lange aber nicht mehr.

- Medizinische Besonderheiten: Ich habe keine Schilddrüse mehr und substituiere entsprechend.

Gewicht:

17.5.: Geburtsgewicht KH: 3090g
20.5.: Entlassungsgewicht KH: 2750g
22.5.: Hebamme: 2680g
31.5.: ca. Geburtsgewicht
26.6.: U3 Kinderarzt: 4290g
11.9.: U4 Kinderarzt: 5890g
16.10.: selbst gewogen: 6750g

Ich hoffe da war jetzt alles wichtige drin, wenn nicht bitte Nachfragen! Danke. :-)

Vielen lieben Dank auch schon mal für die bisherigen Antworten, ich schicke das mal ab, dann versuche ich auf eure Posts einzugehen. :-)

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 16.10.2015, 21:47
von Lösche Benutzer 6191
Ohne jetzt Ahnung g zu haben...kommt es mir echt oft vor, wie häufig er noch schläft. Bzw. Wie kurz die wachphasen sind.
Ansonsten: von mir auch einen Drücker. , weil das alles zur zeit sicher heftig für dich ist.und ich bin eigentlich auch der Meinung, dass zu wenig gehaltvolle Milch quatsch ist.
Es gibt hier super posts von 'jusl' die solche Sachen erklären. , ich Blick aber verlinken mit handy nicht. ..Aber im still Bereich bei den festgepinnten Sachen sind lauter gute infos.

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 16.10.2015, 22:03
von Linda89
Mein Sohn hatte in dem Alter und noch Monate danach immer nur Wachphasen, die maximal 1,5 bis 2 Stunden gingen. Bei mehr gab es abends Geschrei.

Mobil mit Sohn 7/13 und Tochter 1/15

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 16.10.2015, 22:24
von koalina
Das klingt nach unserem Krümel. Nur das wir keine Federwiege haben. Er schlief nur an oder auf mir, ich konnte ihn nicht 1 Minute allein irgendwo ablegen. Mit fast 8 Monaten rollte er sich von ganz allein ins Beistellbettchen, wo er nun auch mal 1 Std allein schläft.

Was mir half war es zu akzeptieren und mir das Leben zu erleichtern. Ich experimentierte mit Sling/ Tuch/ Tragehilfen und Stillen bis ich für jede Situation das richtige hatte und zog unterwegs immer Stillkleidung an.
Zudem machten wir die Schlafsituation so, das ich beim Stillen quasi weiterschlafen konnte. Dazu gab es 2 riesige Stillkissen uns diverse kleine. Oft wusste ich morgens nicht mehr wie oft wir gestillt haben, selbst umbetten machte ich im Schlaf. Noch besser wurde es als ich lernte beide Seiten ohne umbetten zu geben (d.h. obere Brust geben). Es läuft allermeist automatisch.

Momentan schläft er nachts bis zu 5 Stunden am Stück und auch tags manchmal 2-3 Stunden. Das hätte ich nie gedacht... es änderte sich von ganz allein. Letztens musste ich ihn wecken, da ICH Bedarf zu Stillen hatte. Krümel hat im Halbschlaf auch brav alles abgetrunken.

Das die Milch nicht "gehaltvoll" ist halte ich auch für ein Ammenmärchen...

Ich wünsche dir viel Kraft! Suche dir Ruheoasen tagsüber. Mir tat z.B. spazieren gehen mit Mini im Tuch immer zu einer bestimmten Uhrzeit gut.

Viele liebe Grüße :piepmatz:
koalina

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 16.10.2015, 22:55
von banänsche
Hallo Finnyafaer,

ich musste beim Lesen gerade etwas schmunzeln - bis auf ein paar kleine Abweichungen könnte das auch mein Alltag sein. Unser kleiner Mann ist gerade fünf Monate alt geworden. Wickelst Du nachts? Das hat bei uns etwas Erleichterung gebracht - mit voller Windel (ein)schlafen geht hier gar nicht, er ist dann nur am Zappeln. Heißt aber leider auch, dass ich in schlechten Nächten in zehn Stunden fünf volle Windeln wechsle :/ (im Bett im dunkeln - gottseidank werden nachts nur Pipiwindeln produziert).
Ich finds auch ziemlich anstrengend im Moment. Gute Tips hab ich leider keine, aber ich werd mal weiter mitlesen hier ;)

Liebe Grüße und ein gutes Nervenkostüm!

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 16.10.2015, 23:33
von deidamaus
Hallo Finnyafaer,

was du beschreibst klingt sehr anstrengend, aber durchaus nicht ungewöhnlich und erinnert mich an meine große Tochter.

Du hast ja schon viele Tipps bekommen, die dir helfen können. Ich mag dir noch schreiben, was mir geholfen hat:
- Nachts beide Seiten stillen ohne Seitenwechsel (also obere und untere Brust geben)
- Nicht wickeln, nicht rumtragen, kein Radfahren mit den Beinen,... also einfach nur stillen und die Nacht möglichst ruhig gestalten.
- Sich so bequem zum Stillen hinlegen, dass man gleich wieder einschlafen kann.
- Tagsüber die Schlafphasen zum Ausruhen nutzen
- Ab und zu mal eine kleine Babyauszeit nehmen (In die Badewanne gehen, sich etwas an der frischen Luft (ohne Baby) bewegen, ein gutes Buch lesen, sich mit einer Freundin verabreden).
- Genug essen.
- Die Stillabstände akzeptieren.

Wenn deine Schilddrüsenwerte in Ordnung sind und ansonsten keine medizinischen Besonderheiten bestehen, ist deine Milch ideal auf dein Baby angepasst. Pre geben ist unnötig und gefährdet nur eure Stillbeziehung.

Mit Beikost kannst du dann starten, wenn dein Baby beikostreif ist. Nähere Infos dazu findest du in der Grundinfo Beikosteinführung.

Die Zunahme ist hervorragend, da gibt es nichts dran auszusetzen.

Hilft dir das weiter?

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 16.10.2015, 23:35
von Tato
Mir kam beim lesen noch der Gedanke- hast du mal versuchtc ihn abzuhalten? Vielleicht würde ihm dass gegen die Bauchschmerzen helfen... Ansonsten klingt es für mich, als Laie mit "nur" einem "Beispielbaby" wie der ganz normale Wahnsinn :wink: Ich dachte schon nach wenigen Tagen, ich könne unmöglich mit so wenig Schlaf überleben. Aber irgendwie klappt es doch. Ich habe bis weit nach dem ersten Geburtstag drei Stunden Schlaf am Stück gefeiert :lol:
Und bezüglich deines eigenen Gewichts- genieße es und verbringe viel Zeit mit Köstlichkeiten. Ich habe zu der Zeit zum Nachtisch mal eben ein Pfund vollfetten Quark mit ordentlich Sahne und nem Pfund Erdbeeren verdrückt 8)

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 17.10.2015, 15:45
von koalina
deidamaus hat geschrieben:- Nicht wickeln, nicht rumtragen, kein Radfahren mit den Beinen,... also einfach nur stillen und die Nacht möglichst ruhig gestalten.
- Sich so bequem zum Stillen hinlegen, dass man gleich wieder einschlafen kann.
Diese beiden Tipps fand ich seinerzeit im Forum und sie halfen uns sehr. In unruhigen Nächten halte ich den kleinen Mann manchmal mit Händen und Beinen fest :roll: dadurch beruhigt er sich schnell und wir können alle besser schlafen.

koalina :piepmatz:

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 17.10.2015, 16:03
von jiu21
Linda89 hat geschrieben:Mein Sohn hatte in dem Alter und noch Monate danach immer nur Wachphasen, die maximal 1,5 bis 2 Stunden gingen. Bei mehr gab es abends Geschrei.

Mobil mit Sohn 7/13 und Tochter 1/15
War bei uns genauso. Mein Sohn wird auch jetzt noch morgens nach dem Aufstehen nach etwa 2h wieder müde und braucht da einfach noch einmal 1h Schlaf. Von "zu kurzen" Wachphasen würde ich da nicht sprechen, zumal dein Kind ja auch erst 5 Monate alt ist :)

Der ganze Rest lief bzw läuft bei uns fast genauso (nächtliches Stillen, alleine schlafen...). Es gibt halt Anfänger-Babies und welche für Fortgeschrittene :shock:

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Geduld, es wird irgendwann besser :wink:

Re: Milch nicht nahrhaft genug - Pre oder Beikost?

Verfasst: 17.10.2015, 16:20
von Sarasu
Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an und mir fällt noch ein:
- meine Tochter hat etwa in dem Alter Bauchweh von den Vigantoletten bekommen, mit dem Öl schlief sie abends viel besser.
- abhalten trägt glaube ich sehr dazu bei dass sie meistens viel besser schläft als mein Sohn damals, der wachte bis ca. 15 Monate so alle 1,5 Stunden auf, bei ihr sind es öfter mal drei oder vier Stunden.
(Memo an mich: Das könnte auch erklären, warum sie seit dem Urlaub so schlecht schläft, da haben wir vier Wochen nicht abgehalten.)
- Vielleicht ist es zu warm oder kalt. Beide meine Kinder haben eine Weile sehr schlecht geschlafen, bis ich den Schlafsack weggelassen habe. Das war im Frühling/Sommer so um die 10 Monate. Bei meiner Tochter hab ich ihn grade wieder eingeführt und das hat echt geholfen. Decke will sie nämlich auf keinen Fall. Beim Schlafsack protestiert sie beim Anziehen kurz, aber sie schläft deutlich besser.

Ich wünsche dir bald mehr Schlaf! Und bis dahin schaffst du das schon. Sei gut zu dir selbst und nutze die Schläfchen tagsüber zum auftanken.