Die Komplett-Zahnarztverweigerung

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Kosmonautin
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Das sind gute Denkansätze, danke! Ihr helft mir gerade sehr.

Mein größtes Problem gerade ist, einen wirklich vertrauenserweckenden Zahnarzt zu finden. Leider bin ich über die Risiken der Kinder-Zahnanästhesie zu gut informiert. :? Ich habe wahnsinnige Angst davor, dass meinem Knirps etwas während der Narkose passiert. Klar, das ist MEIN Kopfkino. Allerdings sind die Risiken ja wirklich vorhanden und die Anästhesiebegleitung in Zahnarztpraxen nicht immer den Standards entsprechend. Auch das ist bekannt.

Ich freue mich auf die Zahnarztsuche. Sicher wird das sowohl für mich als auch für die Praxen ein Vergnügen 8)

Egal. Wichtig ist, dass der Knirps ohne Angst auf den Stuhl kommt und endlich wieder ohne Schmerzen essen kann.
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Lösche Benutzer 1828

Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Oh weh, der Arme :(
Ich habe auch ziemliche Zahnarztangst - je öfter ich gehe, desto besser ist es. Das kann ich also schon mal bestätigen.

Wegen der Narkose: käme eine Zahnklinik in Betracht??
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Kosmonautin
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Ja, darüber haben wir auch schon nachgedacht. Das würde die Rahmenbedingungen deutlich verbessern. Auf der Seite der Zahnklinik Köln steige ich allerdings nicht ganz durch. Ich werde da wohl einfach mal anrufen müssen, fürchte ich.
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Binelein
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Binelein »

Es gibt auch ambulante Tageskliniken, in denen Zahnärzte ihre Operationen durchführen. Da sind dann Anästhesisten, die spezialisiert sind auf ambulante Vollnarkosen.
Als wir uns informiert haben, wäre uns das sicherer gewesen als in einem kleinen Praxis-op.


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Lösche Benutzer 19296

Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Lösche Benutzer 19296 »

Ich habe einige Jahre als "Schwester" in der ambulanten Anästhesie gearbeitet und kann dir ein wenig erzählen wie ich es mit meinem Kind machen würde.

Ich empfand die Sedierungen in der Zahnheilkunde immer problematisch, da die Patienten entweder zu viel mitbekommen haben (dormincum zB lässt nur vergessen macht aber nicht unbedingt kooperativer, bzw. ist nicht ganz einfach zu dosieren) oder so schläfrig waren, das ein sicheres Atemwegsmanagment nur schwer machbar ist ( immerhin wird beim Zahnarzt auch im Mundraum gearbeitet und wenn dann die Schutzreflexe nicht mehr zuverlässig funktionieren, ist das Recht riskant).

Kindersedierungen bzw. Narkosen sind nochmal eine andere Hausnummer, daher sollte meiner Erfahrung nach immer ein Anästhesist mit Erfahrungen bei kindernarkosen dabei sein (da würde ich ganz platt nachfragen, wie häufig kindernarkosen gemacht werden)

Diese lachgasnarkosen werden ja zunehmenden angeboten und als sicher beworben, das man hier keinen Narkosearzt bräuchte... Hier habe ich keine erfahrungen, da ich ja immer meinen Narkosearzt mithatte, hab es für mich aber damals abgelehnt, da es mir wie ein Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden vorkam.

Ich kann dir nur empfehlen eine Zahnarztpraxis zu suchen ,die Erfahrungen mit Kindern haben und auch narkosetermine anbieten, einfach durchtelefonieren, das bieten nämlich mehr Praxen an als man so denkt. Schilder eure Situation und wenn du das Gefühl hast, das es passt, laß dir Telefonnummer des Narkosearztes geben und Löcher den mit Fragen zum Ablauf (Begleitung in der Einleitung, narkoseführung, vorhandenes Equipment, "aufwachraum" Betreuung danach...)

Und als Letzter Tipp ( Vielleicht ein wenig OT): hab in deiner Signatur gelesen, das du wieder schwanger bist, falls dein Kind eine gasnarkose bekommt, solltest du überlegen, ob jemand anderes (Papa, Oma) dein Kind begleiten kann, da Narkosegase in der (früh)schwangerschaft eher kritisch zu bewerten sind.

Oh je ist ganz schön lang geworden, aber vielleicht hilft es dir ein wenig weiter.
Alles Gute und eine schnelle Lösung für deinen Sohn
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Kosmonautin
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Danke für deine wirklich lesenswerten Ausführungen! Das hilft mir gerade sehr beim Gedanken sortieren (einmal abgesehen davon, dass heute auch ein riesiges Stück Zahn abgebrochen ist und wir nun NOCH dringenderen Handlungsbedarf haben. :( ).
ElseK hat geschrieben: Diese lachgasnarkosen werden ja zunehmenden angeboten und als sicher beworben, das man hier keinen Narkosearzt bräuchte... Hier habe ich keine erfahrungen, da ich ja immer meinen Narkosearzt mithatte, hab es für mich aber damals abgelehnt, da es mir wie ein Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden vorkam.
Kannst du dazu noch etwas sagen? Ich hatte Lachgas immer als gute Option im Kopf, weil das angeblich so sicher und leicht zu steuern ist. Über die Risiken bin ich nicht wirklich informiert. Das bisher größte von mir wahrgenommene Problem war, dass Lachgas bei größeren Eingriffen (und die haben wir!) nicht ausreichend funktioniert. Magst du zum Lachgas noch etwas schreiben?

Ansonsten sind die von dir beschriebenen Probleme bei Kinderzahnnarkosen in etwa die, von denen ich auch gehört habe (+ Fließbandabfertigung in vielen Praxen und eine mehr als mangelhafte Betreuung der Kinder während der Narkosen).

Meinst du mit deiner Empfehlung, nach kindererfahrenen Praxen speziell die Kinderzahnarztpraxen oder auch "ganz normale" mit Kindererfahrung. Ich habe gelesen, dass Narkosen bei Kindern eine Hausnummer für sich sind und eben nicht nur eine Narkose für kleine Menschen.
Deine Fragen an den Narkosearzt helfen mir weiter. Ich habe so viele Fragen diffus im Kopf schwirren, kann sie aber nicht in Worte fassen. Rücken die Praxen denn einfach die Numer ihres Narkosearztes raus?

Danke auch für den Tipp mit der Gasnarkose!
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Sangrid
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Sangrid »

Ich erzähle mal, wie es bei uns ist/war.
Der Kleine hat auch sehr anfällige Zähne und wir haben uns letztes Jahr nach langem Abwägen, Recherchieren und Gesprächen für eine Sanierung in Vollnarkose entschieden.
Wir sind bei einem "echten" Kinderzahnarzt. Die Kontrolltermine laufen hier so ab, dass er mit dem Kleinen Quatsch macht, ein paar Zauberkunststückchen vorführt und dabei lässt sich mein Kleiner auch ohne Probleme in den Mund schauen. Zum Schluss zaubert er noch einen Luftballon aus dem Ohr, den die Kinder mit Helium gefüllt nach Hause mitnehmen dürfen. Wenn ich meinem Sohn sage, wir gehen heute zum Zahnarzt, dann sagt mein Sohn "Dann kriege ich wieder einen Luftballon", die eigentliche Untersuchung ist eher Nebensache für ihn. Mein Großer ist auch immer ganz begeistert und wenn er bei Terminen vom Kleinen dabei ist, will er auch unbedingt untersucht werden.
Der Narkosetermin hat in der Zahnarztpraxis stattgefunden, wir hatten schon beim Termin ausmachen die Infoblätter zur Narkose bekommen inkl. Handynummer des Anästhesisten für Fragen. Das eigentliche Aufklärungsgespräch fand vor der Narkose statt und der Anästhesist hat sich viel Zeit genommen, alle Fragen beantwortet, ist auch auf unsere Ängste eingegangen. Die Praxis führt schon seit vielen Jahren Narkosetermine durch, mir war das wichtig, dass da viel Erfahrung mit Kindern vorhanden ist und der Anästhesist war auch sehr routiniert, aber trotzdem offen für unsere Ängste. Es wäre auch kein Problem gewesen, noch am Tag der Narkose unseren Sohn wieder mit nach Hause zu nehmen, wenn wir doch zu starke Zweifel gehabt hätten. Am Abend nach der Narkose hat der Anästhesist auch nochmal bei uns angerufen, um zu fragen, wie es uns geht.
Die eigentliche Narkose hat mein Sohn (damals gerade 3 geworden) sehr gut verkraftet, ich glaube, da hatten mein Mann und ich viel mehr Probleme damit.

Ich denke, da muss man auch auf sein Bauchgefühl hören. Wir waren vorher bei einer anderen Praxis zum Gespräch, da hat das Gefühl überhaupt nicht gestimmt. Denen hätte ich niemals meinen Sohn zur Vollnarkose anvertraut, weil ich mir da wie eine Nummer vorkam, der man Geld aus dem Rücken leiert und der eigentliche Patient eher zur Nebensache wird.
Sangrid mit großem L. (01/08) und kleinem L. (08/11)
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Danke, dass du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt!
Sangrid hat geschrieben:Ich denke, da muss man auch auf sein Bauchgefühl hören. Wir waren vorher bei einer anderen Praxis zum Gespräch, da hat das Gefühl überhaupt nicht gestimmt. Denen hätte ich niemals meinen Sohn zur Vollnarkose anvertraut, weil ich mir da wie eine Nummer vorkam, der man Geld aus dem Rücken leiert und der eigentliche Patient eher zur Nebensache wird.
Genau so ging mir das mit der Kinderzahnarztpraxis im alten Wohnort auch. Die haben wir dann fluchtartig verlassen.

Ich bin ein großer fan von Bauchgefühl. Nur frage ich mir: reicht das aus? Sagt das irgendwas aus über die tatsächlichen Risiken? Darüber, wie ernst die Leute vor Ort ihren Job nehmen?

Ich glaube, ich habe einfach verdammt viel Angst vor der Nummer. Meinem Mann geht es da leider nicht anders. Keine gute Entscheidungsgrundlage. :(
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von kasimira »

Binelein hat geschrieben:
Aber die Zahnärzte dort hätten die Röntgen-Aufnahmen bereits unter Vollnarkose gemacht und auch gleich die Behandlung in einem.
So war es bei meinem Sohn auch. Nachteil:
Du unterschreibst, dass sie alles nötige machen und weißt erst nach der Behandlung, was wirklich gemacht wurde.
liebe Grüße,
kasimira
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Die Untersuchung und das Röntgen wird mein Sohn ohne Narkose mitmachen. Er hatte das beim letzten mal nur nicht getan, weil er glaubte, sofort einen Zahn gezogen zu bekommen. Vor der Untersuchung selbst hat er aber gar keine Angst...
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