Seite 2 von 11

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 18.02.2015, 15:56
von Hyndla
Oh, das liest sich so schön, dass ich grad Tränchen in den Augen hab :mrgreen: . Wie schön, eine glückliche Mutter (und Vater und Baby :wink: ) mehr. Alles Gute für Euch!

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 20.02.2015, 11:07
von Winterwunschkind
Zwischenbericht:

Zwei Nächte weiter bin ich tatsächlich müde. Die Nächte waren von Dauerstillen geprägt. Seit heute morgen (2.oo) habe ich schon 7 mal angelegt und jeweils 20-30 Minuten gestillt (Wir haben es hier nun gerade 11.oo). Gerade sitzt sie im Tuch der Laptop steht auf dem Bügelbrett und ich schreibe im tänzelnden Stehen, da sie schon wieder will. Sie nuckelt an ihrem Fäustchen und möckert. Das letzte mal aufgehört haben wir um 10.15 Uhr.

Bedeutet das Stillen nach Bedarf? Sie nuckelt so gerne an mir, das kann ich verstehen meine Brust ist ja auch prima. Aber ich bin doch auch nicht nur ein Schnuller. Ich glaube wir machen da was falsch. Meine letzten Tage bestanden fast nur aus Stillen. Abends lag sie teilweise bis zu 2 Stunden an der Brust. Sie schläft, aber sie nuckt auch immer wieder. Wenn ich sie abdocke, dann wacht sie auf und möckert. Den Finger will sie nicht, keine Chance.

Das Schreien an der Brust hat tatsächlich fast ganz aufgehört, ich finde sie ist entspannter und es gibt häufig die Situation, dass sie mit der Brustwarze im Mund lächelt und zufrieden gurrt. Das ist schön, keine Frage! Aber ich bin doch echt müde. Mein Tag ist von Stillen geprägt gestern habe ich sie mit 45min-1h Pause an der Brust gehabt manchmal für 10min meistens aber eher für eine halbe Stunde plus. Nicht einmal eine Hunderunde (ca. 45min) schaffe ich ohne dass danach mein und ihr Pulli nass gelüllert sind. Dabei gehe ich bewusst nach der Stillphase..

Gerade schläft sie ein, ich glaube zum Teil aus Resignation, oder vielleicht auch aufgrund meines beschwingenden Tänzelns. :| Gerade zufrieden bin ich damit nicht.

Holt sie nun das nach, was sie die letzten Wochen nicht bekommen hat? Oder ist sie so geflasht vom Nuckeln an Mama, dass sie lieber nuckelt als sich richtig satt zu trinken? Sie schläft gerne an mir ein, fällt dann aber nicht ab, sondern nuckelt kontinuierlich weiter. Tipps wären prima, Motivation ist aber auch gerne genommen.

Re: AW: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 20.02.2015, 12:35
von Teazer
Hallo! :)
Winterwunschkind hat geschrieben:Bedeutet das Stillen nach Bedarf?
Ja, das ist stillen nach Bedarf Deines Kindes. ABER: Es entspricht offensichtlich nicht Deinem Bedarf. Das Stillmuster entspricht dem, das man weltweit sieht. Und viele Frauen haben damit kein Problem. Es ist jedoch völlig legitim, dass Du das anders siehst. Und es ist völlig okay, wenn Du daran etwas änderst, auf eine Art, die die gute Versorgung Deiner Tochter dennoch gewährleistet.
Sie nuckelt so gerne an mir, das kann ich verstehen meine Brust ist ja auch prima. Aber ich bin doch auch nicht nur ein Schnuller.
Ein Schnuller ist ein Brustersatz, Nuckeln für einen SÄUGling sehr wichtig. Musst Du deshalb gegen Dein Bedürfnis Dein Baby an der Brust nuckeln lassen? Nein.

Auch wenn das non-nutrive Nuckeln wichtig ist, so kannst Du durchaus entscheiden, Dein Baby stattdessen am Finger nuckeln zu lassen (vorsichtig vortasten) oder ihr im TT Körpernähe zu geben. (Ich mache große Teile meines Home office mit Baby im Tuch, manchmal mit vergügbarer Brust, manchmal ohne.)

Wichtig ist, dass Du sicher weißt, dass Dein Baby satt ist. Das Stillen kannst Du gelegentlich durch Brustkompression oder Wechselstillen intensivieren. Danach kannst Du Dein Baby anders beruhigen oder in den Schlaf begleiten.
Ich glaube wir machen da was falsch. Meine letzten Tage bestanden fast nur aus Stillen. Abends lag sie teilweise bis zu 2 Stunden an der Brust. Sie schläft, aber sie nuckt auch immer wieder. Wenn ich sie abdocke, dann wacht sie auf und möckert. Den Finger will sie nicht, keine Chance.
Gerade abendliches Clusterfeeding ist normal und auch wichtig. Dein Baby stillt nicht nur Hunger und Durst, sondern verarbeitet auch den Tag, sucht Geborgenheit und Nähe.

Ich würde es mit dem Finger weiter probieren. Meine Jüngste mag nur Papas. :) Man muss ihn vorsichtig einführen mit dem Nagel nach unten. Dann langsam am oberen Gaumen entlangrutschen bis das Baby nuckelt.
Das Schreien an der Brust hat tatsächlich fast ganz aufgehört, ich finde sie ist entspannter und es gibt häufig die Situation, dass sie mit der Brustwarze im Mund lächelt und zufrieden gurrt. Das ist schön, keine Frage! Aber ich bin doch echt müde.
Das klingt schön. :D Deine Müdigkeit natürlich nicht. Wie schlaft Ihr denn? Legst Du Dich mit ihr hin, wenn sie tagsüber müde ist? Nutze diese Pausen. Du hast jedes Recht dazu.
Mein Tag ist von Stillen geprägt gestern habe ich sie mit 45min-1h Pause an der Brust gehabt manchmal für 10min meistens aber eher für eine halbe Stunde plus. Nicht einmal eine Hunderunde (ca. 45min) schaffe ich ohne dass danach mein und ihr Pulli nass gelüllert sind. Dabei gehe ich bewusst nach der Stillphase..
Das spricht dafür, die Stillmahlzeiten effektiver zu gestalten und mit Brustkompression/Wechselstillen (s.o.) 20-30 min gut zu stillen. Ein auf diese Weise gut gefüllter Bauch ist eine gute Grundlage für längere Stillpausen. 8-12x stillen in 24h sind aber völlig normal und wichtig für eine gute Milchbildung und gutes Gedeihen.
Gerade schläft sie ein, ich glaube zum Teil aus Resignation, oder vielleicht auch aufgrund meines beschwingenden Tänzelns. :| Gerade zufrieden bin ich damit nicht.
Dieses Einschlafen kennen Millionen von Eltern rund um den Erdball. Wenn Du das Nuckeln nicht möchtest, musst Du gelegentlich damit leben müssen. Dein Baby will halt das Original.
Holt sie nun das nach, was sie die letzten Wochen nicht bekommen hat? Oder ist sie so geflasht vom Nuckeln an Mama, dass sie lieber nuckelt als sich richtig satt zu trinken? Sie schläft gerne an mir ein, fällt dann aber nicht ab, sondern nuckelt kontinuierlich weiter. Tipps wären prima, Motivation ist aber auch gerne genommen.
Dein Baby macht das, was seine Gene ihr diktieren. Wenn wir nicht im kalten, auf Bekleidung angewiesenen Europa leben, die Bedeckung der Brüste gesellschaftlich nicht erwartet und unser Alltag nicht durch die Uhr bestimmt würde, wäre es total einfach das Baby so oft stillen und nuckeln zu lassen wie es möchte. Dann würden uns Abstände und Häufigkeit gar nicht bewusst sein.

Ich persönlich habe mir abgewöhnt auf die Uhr zu gucken und Stillmahlzeiten zu zählen. Wenn ich los muss, dann stille ich "ordentlich" vorher, fahre aber auch rechts ran oder stille unterwegs, wenn die Stillpause kürzer als gedacht ist. Zu Hause darf mein Baby immer stillen, außer ein Bedürfnis von mir (Feuerholz nachlegen, Toilettengang, drei Bissen Brot) steht dem entgegen.

Ich kenne viele Frauen, denen es gut getan hat, nach Schnullerabgewöhung ein paar Tage voll nach dem Bedarf des Babys zu stillen. Dafür wurde viel (nackt) gekuschelt und dem Postboten mit übergeworfener Decke geöffnet. :mrgreen: Nachdem der Bedarf zu 100% beantwortet wurde (und auch bekannt war), konnten die Eltern einfacher abwägen, wann das Nuckelbedürfnis für das Baby existentiell war und wann auch Alternativen für alle eine gute Lösung waren. Vielleicht magst Du das mal probieren?

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 21.02.2015, 13:50
von Winterwunschkind
So nun schaffe ich es. :mrgreen:

Puh, chapeau an alle Frauen die nach Bedarf stillen und ihren Tag hinbekommen!
Mir wurde mal gesagt nicht das Baby braucht die Planerei und die Regelmäßigkeit, sondern meistens die Eltern. Ich glaube ich bin Frau Plan in Person. Ich gebe es ehrlich zu mit dieser Art von "Chaos-Stillen" muss ich erst noch warm werden. Ich erwische mich ständig dabei auf die Uhr zu gucken und hab dann innerlich schon ausgerechnet und denke: Mensch das waren nur 20 Minuten Pause, was ist da los?

Einerseits ärgere ich mich im Moment häufig über mich selbst, weil ich so dusselig war entgegen meines Gefühls auf den Rat meiner Hebamme, den Schnuller zugeben, gehört zu haben. Andererseits denke ich, okay ich gebe meine Bestes mehr ist nicht drin. Ich vermisse den Schnuller manchmal. Meine Tochter so absolut gar nicht.

Auch wenn ich das nicht sollte, so kann ich es mir noch nicht richtig abgewöhnen, derzeit komme ich an die 20x in 24 Stunden Stillmarke. Und das fühlt sich an, wie ein 24 Std. Dauerstillen. Der Lütten tut das gut, sie hat keinen Blähbauch mehr, Pupse kommen kurz nach dem Stillen und auch ohne viel Gedrücke heraus. Nur heute morgen hat sie einmal kurz an der Brust geschrien, da "hing" aber wohl etwas fest beim verdauen. Sage und schreibe 3 volle windeln haben wir seit heute morgen 6 Uhr gehabt. 8)

Ich probiere mich in Brustkompression, das führt aber zu einer schreienden und meckernden Tochter, die dann einfach abdockt und die Milch auf's Shirt laufen lässt. Wechselstillen bringt auch nicht den gewünschten Effekt. Sie schläft derzeit gerne ein, nuckt und dann trinkt sie 1-2 Minuten gut mit regelmäßigen Schlücken und dann nuckt sie wieder, dann einige Minuten später 3-4 volle Schlücke und wieder nucken. Ich hab das Gefühl ich weiß gar nicht mehr, ob sie satt ist. Das verunsichert mich.

Seit dem ersten Beitrag lege ich sie immer an, wenn sie möchte, oder unruhig wird. Wenn ich danach gehen würde, was der Bedarf ist, habe ich das Gefühl ich sollte schleunigst auswandern, um nackt leben zu können :lol: .

Ich stille gerne mit ihr. Viel im liegen, dann kann ich dabe lesen oder ähnliches, schlafen kann ich bei solchen Pausen nicht. Ich bekomme es einfach nicht hin. Ich schlafe nachts, tagsüber nie. Mein Mann setzt sich auf einen Sessel und bums eingeschlafen. Ich bewundere ihn dafür, geschafft habe ich dieses Powernapping noch nicht.
Ich bin die Art Mensch die entspannt wenn sie joggen geht (derzeit nicht möglich -> riesen Stillbrust), oder näht, strickt, oder irgendwas anderes macht ich mache immer irgendwas. Mir fällt es schwer einfach mal nichts zu machen. Und ich glaube das kommt dieser Art von stillen irgendwie nicht entgegen. Ich fühle mich dann angedockt an meine Tochter und irgendwie gefangen :( . Im TT stillen machen wir auch schon, aber da bin ich dann in der Bewegung so vorsichtig, dass ich nur schleiche.
Vielleicht bin ich alte Hibbelfurt für's Stillen nicht gemacht?

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 21.02.2015, 13:59
von Teazer
Doch, Du bist fürs Stillen gemacht! :mrgreen: Die Kleinen spiegeln uns Mamas manchmal halt ziemlich brutal.

Die Umstellung ist aktuell natürlich riiiiiiiiesig. Auf Dauer wird das besser. Ihr holt jetzt gerade nach, was sonst im Wochenbett läuft. Sie wird nicht für immer "dauernd" an der Brust hängen.

Eine neue Stillmahlzeit wird übrigens nur dann gezählt, wenn die Pause länger als das Stillen zuvor war. Ändert jetzt nicht wirklich etwas an Deinem Empfinden, relativiert aber vielleicht die Macht, die diese "20x" haben kann.

Das aktuelle Stillen scheint Deiner Maus ja gut zu tun. Jetzt ist die Frage, wie Ihr zwei beide zufrieden sein könnt. Stillen im TT ist schon mal super. :)

Kennst Du die Wecktipps für schläfrige Babys?

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 21.02.2015, 14:58
von Teazer
Nachtrag: Wenn Dein Beckenboden einverstanden ist, ist joggen mit einem gut sitzenden Sport-BH übrigens kein Problem. :)

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 21.02.2015, 19:04
von Hyndla
Mit ein bißchen Übung kann man auch beim Stillen stricken :wink: ...

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 21.02.2015, 20:07
von Winterwunschkind
Jetzt rollen mir die Tränen. Ich möchte noch mal Danke sagen für die Hilfe!

Teazer, solche Rechnung mit den Stillmahlzeiten nehmen den 20x schon ein wenig die Macht. Danke für die Info bzgl. dazu. Ich finde es wirklich brutal wie krass man sich selbst noch einmal kennenlernt mit einem so kleinen Persönchen und irgendwie ganz besonders durch das Stillen. Mein FA sagt mir immer das gleiche, jedes mal: 1. Ich muss Geduld haben. 2. Es kommt immer als man denkt. :roll: Recht hat er, aber so richtig drin bin ich da noch nicht. Ich hab das Gefühl beim Stillen und mir ist der Wurm drin. Ich hab noch nie gedacht: Läuft bei mir! Alle Frauen berichten vom romantisch tollen Still-Erlebnis, der Kuschelzeit...Oder der Horrorvariante mit Stillabbruch etc. So ist es ja nicht bei uns, sie nimmt ja gut zu, aber rund läuft es nicht.
Das was mich wirklich grade hochhält ist das wirklich richtig gute Befinden meiner Tochter. Ich bin so überrascht wie gut es ihr mit dem neuen Stillmanagement geht, wirklich richtig gut. Ich kann nicht beschreiben, wie süß es ist wenn sie beim Stillen lächelt und gurrt.

Darf ich wirklich mit meiner großen Stillbrust (80F) joggen gehen? Mir wurde gesagt, davon geht meine Milch zurück oder schmeckt anders und dann gibt es wieder Probleme mit dem Trinken. Und im Moment ist joggen ja eh raus, da ich dann ja nicht da bin zum Stillen. Wie macht man das beim Stillen nach Bedarf, so Kindpausen? Joggen wäre ein Traum!

Hyndia, ich hab immer Sorge ich piekse sie mit den Nadeln, oder es passiert ein Unglück. Hast du eine besonders geeignete Position?

Re: Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 21.02.2015, 20:14
von Teazer
Wichtig ist ein wirklich guter Sport-BH. Alles andere sind Ammenmärchen. :)

Wie läuft es denn, wenn Dein Mann die Maus ins Tuch nimmt. Meistens halten Babys bei Papa länger durch.

Stillen vs. Verdauung, Zähne, Unmut?

Verfasst: 21.02.2015, 20:22
von Kinsale
Hallo Winterwunschkind!
Wie schön, dass es deiner Tochter mit dem Stillen nach Bedarf so gut geht! [emoji1]

Ich fand das auch schwer anfangs, hatte immer Hummeln im Hintern und konnte schwer auf dem Sofa sitzen, wenn ich noch schnell die Küche aufräumen, Wäsche waschen, einen Anruf erledigen oder sonstwas hätte tun "sollen". Dass all das nicht davon läuft, mein Baby aber nur einmal so klein ist und mich so sehr braucht und nicht zuletzt: dass es auch mir GUT TUT, einfach mal inne zu halten- das habe ich von meinem ersten Kind gelernt. Und ich kann mich heute noch ohne Stillbaby prima im Chaos mit einer Tasse Kaffee auf's Sofa setzen und eine Pause einlegen. [emoji1]
Lass das Geschirr auch mal stehen und genieß dein Baby ganz bewusst! Riech dran, mach Fotos von den 354 niedlichen Gesichtern die sie beim Stillen macht, davon, wie sie ihre Händchen hält dabei. Hör dem Schmatzen zu, das machen große Stillkinder nicht mehr so süß. [emoji7]

Und nach einer ausgiebigen Stillsitzung: Sport-BH an, Baby zum Papa ins Tuch und eine halbe Stunde raus. Das schaffen auch kleine Babys schon gut, zumal wenn eh grade Schlafenszeit ist [emoji1]
Um die Milch musst du dir keine Sorgen machen, soviel ich weiß passiert da bei moderatem Sport nichts. Achte aber gut auf deinen Beckenboden und darauf, dich nicht zu überfordern. Aber auch ein flotter Spaziergang alleine tut ja oft schon gut. Und wenn du nicht allzu weit läufst, wärst du im "Notfall" dann ja auch schnell wieder da.

Viel Spaß dabei.