Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Alecto
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Alecto »

Vielen Dank für Eure Erfahrungen! Lustigerweise hatte ich heute mit L. einen ersten Ostempathie-Termin und die Frau hat mich ganz von alleine auf ebendieses Thema angesprochen. Dann hat sie vorgeschlagen, dass wir es zusammen mal probieren. Mir hat es gut getan, dass L. mal ohne Laufen, Wippen oder so bei mir auf dem Arm eingeschlafen ist. Ich werde es jetzt wohl ab und zu versuchen und schauen, ob sich was an ihrem Schreiverhalten ändert...
07/2014 und 04/2016
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Pustemuffin
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Pustemuffin »

Oh, endlich ein Faden, wie ich ihn gesucht hab! Bin auch am überlegen, ob ich mit dem Gnubbel das Halten mal öfter praktizieren sollte. Bevor ich davon gehört habe, habe ich es zuvor auch schon mal instinktiv gemacht, während er (meiner Meinung nach grundlos) geschrien hat.

Aktuell findet mein Gnubbel nämlich nicht ohne meine Brustwarze in den Schlaf/kommt Abends nicht runter und das kann mitunter recht zermürbend sein...
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beccarei
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von beccarei »

Pustemuffin, kläre vorher ab, ob es Clusterfeeding ist. Das würde ich nicht durch nur Halten unterbinden.
Hier wurde bis 2,5 Jahre grundsätzlich bei meiner Anwesenheit nur an der Brust eingeschlafen. Im ersten Jahr war Einschlafen ohne mich undenkbar.
Liebe Grüße,
Becca
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kleineanne
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von kleineanne »

Ich hab sowas in der Art mit Baby auch wenige Male gemacht. Mauselinchen hatte mit 4,5 Monaten eine Phase, wo sie ohne ersichtlichen Grund geschrien hat und (das war das Besondere daran) nicht stillen wollte. Es war eine besondere Form des Schreibens, anders als sonst, verzweifelter, scheinbar grundlos, untröstlich. Mein Kind war vom 2. Lebenstag an sehr bedürfnisstark, hat das erste halbe Jahr quasi auf uns gewohnt. Geburt und erste Tage waren für uns beide schwer, mit unnötigen Trennungen, verpatztem Bonding... Irgendwann bin ich während dieser Schreiphase, in der so gar nichts half, auf den Link gekommen und hab das für uns passend probiert. Schreiendes Kind so in den Arm genommen, dass das Fuchteln eingeschränkt war (aber ohne gewaltvoll Bewegungen zu verhindern oder extra Kraft aufzuwenden), ab und an leise sagen "ich hör dir zu, sag, was dich bedrückt", warten. Nach 20-30 Minuten hat Kind aufgehört, mich angeguckt, hat sich einen kuscheligen Platz auf mir gesucht und ist eingeschlafen. Nachdem wir das 3-4x so gemacht haben, hörte diese Art des Schreiens so plötzlich auf, wie es angefangen hat. Ich denke im nachhinein, dass sie da Geburt o.ä. verarbeitet hat oder Gebärmutterheimweh hatte. Das ging auch nur mit mir, beim Papa hat das nicht funktioniert. Da wurde es nur schlimmer.
Viele Grüße, kleineanne mit Mauselinchen 08/12 und Spätsommerbaby 08/15
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Pustemuffin
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Pustemuffin »

beccarei, danke für den Hinweis! Wie kann ich denn unterscheiden, was es ist?
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beccarei
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von beccarei »

Pustemuffin hat geschrieben:beccarei, danke für den Hinweis! Wie kann ich denn unterscheiden, was es ist?
Puuh, schwierig. Clusterfeeding findet meines Wissens meistens abends statt und macht quasi die Milchbestellung für den nächsten Tag klar. So habe ich es mir gemerkt.

Für mich hat sich dieses Vorgehen bewährt:
Ich habe meine Kleine vormittags und nach anstrengenden Tagen mit viel Aktion oft "nur gehalten" zum Runter kommen, habe aber immer drauf geachtet, dass ich ihr alle 1,5 - 2 Stunden die Brust anbiete.
Abends habe ich es mir dann mit Kissen auf dem Sofa gemütlich gemacht und sie einfach nuckeln und schlafen und nuckeln und schlafen und nuckeln lassen ohne auf Halten, Ablegen oder so zu achten. Wenn sie sich dabei in Rage geschrien hat, habe ich sie wieder gehalten und versucht, an sie ran zu kommen. Dabei habe ich immer wieder die Brust angeboten.
Liebe Grüße,
Becca
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Pustemuffin
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Pustemuffin »

Danke für Deine Erfahrungen! *Blümchen schwenk*

Stimmt, das hatte ich so noch nie bedacht. Es kam jetzt eben ursprünglich auf, weil es für meinen Mann so ohne Brust einfach Abends schwierig ist, den Gnubbel zu beruhigen. Daher eben die Idee, dass er auch eben ohne Brust im Mund einschlafen können muss.

Dein Vorgehen klingt aber soweit ja dann sehr plausibel. Wenn ich ihn tagsüber mal zum Schlafen halte (da klappt auch das Einschlafstillen schlecht), dann muss ich das ja nicht zwangsweise auch abends tun.
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emm
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von emm »

Euer Gnubbel ist ja noch ein ziemlich kleines Gnubbelchen (; das ohne Brust im Mund einschlafen kommt bestimmt noch!

Meine beiden haben irgendwann immer abgedockt, sich weggedreht und angefangen zu schnarchen...

Igelchen hatte eine Weile lang abends auch solche untroestlichen Bruellphasen, in denen sie auch Null Interesse am Stillen hatte. Da hab ich sie mir dann auch "nur" nackt auf den Bauch gepackt, festgehalten und sich ausheulen lassen. Irgendwann wechselte dann die Qualitaet des Schreiens und sie wollte wieder nuckeln.
War insoferm vom Clusterfeeding eindeutig zu unterscheiden - zum Clustern muss man ja schliesslich auch andocken...

Nette Anekdote am Rande: die abendliche Schreistunde hatte meine Mutter wohl auch als Baby, und zwar fast puenktlich auf die Minute beginnend. Meine Oma hat mir geraten, das Baby nicht allein zu lassen, aber sich auch "ausweinen" zu lassen, wenn alle Troestungsversuche bisher fehlgeschlagen waeren. Ganz schoen progressiv, die Oma...
das emm mit Löwenkind (08/2012), Fräulein Igel (09/2013) und kleinem Geheimniskrämer (11/2017)
lisa78
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von lisa78 »

... also ich würde es bleiben lassen. Diese Methode ist sehr umstritten und wurde meines Wissens auch für EXTREM Fälle konzipiert.
Ich war bei meinem Sohn auch so verzweifelt, dass ich es ausprobiert habe.
Es war total schlimm und im (leider erst) im Nachhinein habe ich mich richtig mit der Kritik auseinandergesetzt und ich hatte dann ein ganz schlechtes Gewissen es gemacht zu haben.
Also falls Du´s ausprobieren willst, würde ich mir vorher noch ein paar Infos einholen, was gegen dies Methode spricht.
Alles Gute!
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Sassenach
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Sassenach »

Ich war vor vielen Jahren auf einem Vortrag von Irjina Prekop. Es ist schon eine sehr spezielle Therapie und ich schließe mich Lisa an.

Ich habe in letzter Zeit einen Beitrag im Internet gelesen, dass diese Festhaltetherapie auch psychische Schäden verursachen können. Ob das so stimmt?! Man soll ja nicht alles glauben, was man im Internet liest, aber ich kann mir schon vorstellen, dass das festgehalten werden nicht immer eine gute Lösung ist. Ich wäre vorsichtig.
Gruß Sassenach

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