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Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 20.02.2015, 21:47
von Lösche Benutzer 9067
Vielen Dank für deine Einschätzung, ich,fand das irgendwie arg viel, aber offenbar ist das nicht enorm hoch gegriffen.
Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 20.02.2015, 22:03
von Lösche Benutzer 9067
Noch eine Frage: in diesem Kontext sind dann stillproben wirklich das Mittel der Wahl? Oder gibt es noch eine andere Möglichkeit zu prüfen ob das Kind ausreichend versorgt ist? Er hatte ja sowieso eine Infusion mit 4ml/h Spaghettiwasser. Mir macht das ständige wiegen immer noch Alpträume und ich kann das stillen zur zeit kaum genießen respektive habe immer Angst er kriegt zuwenig (so schnell geht das...)
Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 21.02.2015, 00:04
von Teazer
Sollst Du immer noch Stillproben machen? Wofür und wer berät Dich dabei?
Normalerweise kann man bei 4-6 nassen Windeln während eines Infektes von genügend Flüssigkeitsaufnahme ausgehen. Ich weiß allerdings nicht, ob das beim Kawasaki Syndrom als Indiz ausreicht.
Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 21.02.2015, 08:20
von rula
Also ich arbeite ja dort. Das Problem ist im Prinzip: sobald das Kind wegen Trinkschwäche (die sich durch die Krankheit ergibt) zusondiert wird, muss man ja wissen wieviel ihm fehlt - man lässt es ja, wenn der Zustand das zulässt - weiter an der Brust trinken. Ist zusätzlich noch eine Infusionstherapie nötig, ist es wichtig dass man die Flüssigkeitsbilanz recht genau berechnen kann.
Wäre das nicht transparent dokumentiert und das Kind erhält zuwenig (oder zuviel!)Flüssigkeit, haftet das Spital. Auch muss das Ganze transparent und machbar sein für die Pflegenden, die alle 8h wechseln. Es braucht viel Erfahrung und auch Zeit (die oft fehlt!!) um ein gutes Gesamtbild des Kindes (Zustand, erschöpft sich das Kind, Fieberverlauf, Ausscheidung, wie geht es der Mutter, wie stillt das Kind etc...) zu erfassen, das ein erfolgreiches Stillen nach Bedarf dann kompetent überprüfen/einschätzen könnte. Zuhause - oft schon vor Austritt, wenn das Kind wieder trinken mag - sind selbverständlich keine Stillproben mehr nötig.
Kawasaki ist eine schwere Erkrankung, und ich bin sehr erstaunt seid ihr bereits wieder Zuhause, das ist längst nicht bei allen so schnell der Fall! So schön! Da ist auch verständlich ist Dein Kleiner noch müde, das Immunsystem wurde ja extremst beansprucht (die AB iv sind da eher nicht relevant)...
Lg rula
Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 21.02.2015, 09:04
von Lösche Benutzer 9067
Rula, auch dir danke für die Erklärung. Genau wir sind jetzt daheim und es sind selbstverständlich keine stillproben mehr gefordert.
Ich weiss dass wir Glück gehabt haben so einen (bis jetzt komplokatuonslosen) Verlauf zu haben, im Dezember-Thread,hat eine userin von vier Wochen KH berichtet. Vielleicht befasse ich mich in den Augen einiger Fachpersonen auch mit dem falschen Problem. Für mich persönlich sind die massiven Eingriffe in die Beziehung zu meinem Kind denen wir ausgesetzt waren recht traumatisch. Ich finde den quasi-Verlust meiner mütterlichen Intuition kein nebensächliches Problem.
Deshalb meine Frage an Teazer, ob Stillproben wirklich das Mittel der Wahl sind.
Ich sehe dass es vor allem an der Zeit fehlt, sich ein notwendiges Gesamtbild über den Zustand des Kindes zu machen. Und ja, niemand will einen Haftungsfall. Und trotzdem ziehe ich jetzt die juristische Sichtweise heran, dort verlangt die Rechtsprechung nämlich immer das mildeste Mittel wenn der Staat in den engsten persönlichen Bereich eingreifen will. Ich meine so etwas müsste auch im medizinischen Bereich greifen.
Re: AW: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 21.02.2015, 09:59
von Teazer
Hallo meredith,
jetzt hat Deine Frage für mich einen Kontext. Danke.
rula hat die Umstände ja bereits erklärt. Stillproben sind sehr stressig und sollten nur wenn nötig genutzt werden. Ich fürchte Windelzählen ist im klinischen Umfeld keine echte Option. Möglich wäre noch ein Katheder mit Sammelurin-Auswertung. Hat aber natürlich Nebenwirkungen zur Folge und Medikamente sind notwendig um Spasmen der Harnblase zu verhindern, von möglichen Infektionen mal ganz abgesehen.
Stillproben sind daher in dieser Situation wohl die einzige gangbare Lösung, wenn nicht ausschließlich sondiert wird.
Erholt Euch beide gut. Und denke daran: Die Stillproben-Ergebnisse während der Krankheitsphase haben mit Eurem normalen Stillalltag rein gar nichts zu tun!
Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 21.02.2015, 11:17
von Lösche Benutzer 9067
Danke, jetzt ist es klarer. Es interessiert mich wirklich auf einer wissenschaftlichen / praktischen Ebene, und ist nicht als pauschale Kritik an der Pflege zu verstehen. Und es hilft mir, die Dinge etwas einzuordnen.
Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 21.02.2015, 12:31
von Kleine
Ich wurde in der ITS-Zeit ja auch Geisel der Waage und der g-Zahlen. Ich habe ein bisschen gebraucht um einzusehen dass es Situationen gibt wo man da nicht drum rum kommt. Bei mir hat das Vertrauen ins Kind gelitten, dass er sich schon das holt, eas er braucht...
Schön dass Ihr wieder daheim seid. Erholt Euch gut & ganz viel bonden hilft beim Überwinden der Erlebnisse. Das hat jedenfalls uns geholfen.
Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 21.02.2015, 13:21
von rula
Schade ist einfach, dass offenbar keine meiner werten Kolleginnen so auf Dich und Deine Fragen und Ängste eingegangen ist das Du Dich so schlecht fühltest und Dir auch die fachlichen Hintergründe nicht klar waren. Das tut mir leid... wenn auch gewisse Dinge im Spitalalltag anders laufen (müssen), so kommt es trotzdem sehr darauf an auf welcher Basis man das mit einer Mutter bespricht und wie man sie dabei einbezieht. Oft fehlt auch einfach die Zeit und somit auch die Kapazität, sich wirklich auf die Patienten einzulassen... man arbeitet oft unter so massivem Druck...
Re: Milchproduktion zusammengebrochen
Verfasst: 21.02.2015, 14:38
von Lösche Benutzer 9067
Rula, du sagst es, mein Hauptproblem war dass ich mich in den allermeisten Belangen völlig übergangen fühlte und ich oft mit pauschalen Antworten abgespiesen worden bin, à la "die Ärzte wollen das so" (es hat keinen Arzt je interessiert wie mein Kind ernährt wird) und "wir haben das so berechnet"