Unterschiede der Erziehungskonzepte

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quark
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Re: Unterschiede der Erziehungskonzepte

Beitrag von quark »

Genaugenommen ist unerzogen auch kein erziehungskonzept. Denn es ist der moderne begriff von antipädagogik, der nicht-erziehung. Aber gemein hin ist wohl mit erziehungskonzept nicht gemeint, dass am gras oder den kinder gezogen wird, sondern zuallererst, das junges gras, bzw kinder in der nahen umgebung existieren und wie der blick auf sie ist und wie man sich verhält.
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wewo
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Re: Unterschiede der Erziehungskonzepte

Beitrag von wewo »

Naja, mit übertriebener Förderung und Strafen kann ich mein Kind auch "erziehen" und demzufolge wäre auch das "am Gras ziehen" ein Erziehungskonzept, oder nicht?
Liebe Grüße
wewo mit
Räuberprinzessin (09/12) und Löwenprinz (04/14).

Wer sein Kind liebt, der braucht es nicht zu erziehen.
(aus Indien)
quark
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Re: Unterschiede der Erziehungskonzepte

Beitrag von quark »

Du hast mich falsch verstanden!

Erziehungskonzept: eigentlich geht erziehung vom unfertigen menschen aus, der durch erziehung/durch ziehen in die richtige richtung gedeien soll. Wenn das nicht geschieht, dann bleibt der mensch auch als erwachsener unfertig und das ist als schlecht definiert. Wenn du nun aber nach erziehungskonzepte fragst und ap, cc und unerzogen ins spiel bringst, dann passt das nicht ganz. Weil es dort eher um das nichterziehen geht, vor allem ganz explizit beim unerzogen. Wenn du sie trotzdem als erziehungskonzept siehst, dann ist deine definition für erziehungskonzept eine andere, nämlich, dass nicht am gras oder den kinder gezogen wird, sondern zuallererst, das junges gras, bzw kinder in der nahen umgebung existieren und wie der blick auf sie ist und wie man sich ihnen gegenüber verhält. Bei der antipädagogik geht man vom fertigen menschen aus, der durch erziehung negativ beeinflusst wird, und daher kann man mit kindern einfach zusammen leben, sie unterstützen, sollte sie aber nicht von außen in eine richtung drängen.
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wewo
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Re: Unterschiede der Erziehungskonzepte

Beitrag von wewo »

Ja, ok. Ich glaub, ich verstehe, was du meinst. Ich darf eigentlich ein "nicht-erziehen" nicht als "Erziehungs"konzept bezeichnen. Genauso, wie es eigentlich kein vegetarisches Chili con Carne gibt.

Ich sehe, dass das Thema der unterschiedlichen Theorien zu (Nicht)Erziehungskonzepten gar nicht so easy ist. Danke für Deine Gedanken und Erklärungen!
Liebe Grüße
wewo mit
Räuberprinzessin (09/12) und Löwenprinz (04/14).

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quark
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Re: Unterschiede der Erziehungskonzepte

Beitrag von quark »

Du hast es schön kurz erklärt ;-)

Was war denn dein hintergedanke bei der anfangsfrage?
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nachtfalter
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Re: Unterschiede der Erziehungskonzepte

Beitrag von nachtfalter »

Wollte nur kurz in den Raum werfen, es gibt auch noch BBFEE bindungsbasierte frühkindliche Entwicklung und Erziehung. da du ja auf der suche nach den verschiedenen Möglichkeiten bist. solltest du eine Übersicht finden mit kurzen erklärungen bzgl der verschiedenen erziehungsstile, bitte posten. das täte mich auch interessieren. lg!
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Ainoha
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Re: Unterschiede der Erziehungskonzepte

Beitrag von Ainoha »

Naja, das hängt halt alles sehr vom eigenen Verständnis von Erziehung ab. Ich verstehen unter Erziehung (dank einer wunderbaren Definition von Dr. Lauff) eine Handlung, die beim Kind Wachstum hervorruft. Es dabei unterstützt, etwas allein zu können und den Erwachsenen als Erzieher überflüssig macht (was sich ja auch bei Montessori wiederfindet). Was nicht zu Wachstum beim Kind führt, sollte demnach auch nicht Erziehung heißen.
Dabei bewegt sich die Erziehung zwischen den drei Punkten Führen, Lassen und Nähren (welcher auch die Liebe einschließt, da diese die Seele des Kindes nährt). Unter Führen verstehe ich jedoch nicht unbedingt anleiten, sondern eher Begleiten und Orientierung geben.

Diese drei Pole wiedersprechen sich nicht, sondern sind in jeder Erziehungshandlung enthalten. Nur das Gleichgewicht zwischen diesen drei Polen muss in jeder Situation, bei jedem Kind und Erwachsenen neu ausbalanciert werden. Und dass ist die eigentlche Erziehungskunst. Das für die Situation und die Beteiligten in dem Moment passende Gleichgewicht zu finden.
Ein Beispiel: Ein Kind hat sich ganz doll mit seinem Freund gestritten. Manchmal brauchen nun Trost und einen Erwachsenen, der es im Arm hält (nähren). Manchmal braucht es einen Austauch mit dem Erwachsenen, um ihm verschiedene Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen (führen). Und manchmal braucht es, dass es die Situation ganz alleine löst, um sich auszuprobieren (lassen). Keine der drei Möglichkeiten ist prinzipiell besser. Es kommt auf das Kind und seine aktuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse an.

Daher finde ich Unerzogen überhaupt nicht frei von Erziehung. Sodnern eher im Gegenteil, bemüht eindeutig zu Wachstum hin zu erziehen. :wink:
Liebe Grüße von mir und dem Kolibri (04/14)...
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