Jedenfalls fragte ich die Stillberaterin dann, was die Konsequenz wäre einer unzureichenden Gewichtszunahme und sie meinte: öfter anlegen.
Diese Empfehlung ist korrekt für JUNGE Säuglinge, die ZU SELTEN angelegt werden. Dein Baby ist aber a) bereits im Beikostalter (also per Definition nicht mehr "jung") und wird b) in lehrbuchmäßiger Häufigkeit gestillt! Dies ist
nicht verbesserungsfähig, entsprechend ergibt der Rat "öfter anlegen" hier keinen Sinn.
Ich habe mich aber geweigert, eine Waage auszuleihen, mein Mann hat mich daran erinnert, dass wir am 3.3 im SPZ sind, wo wir die Kinder auch wiegen können (er hält es auch für eine ganz schlechte Idee, sich eine Waage auszuleihen)...
Sehe ich in Eurem Fall genauso.
Jedenfalls habe ich dann konsequent den Rest des Tages auf das 2-Intervall acht gegeben, dazu noch Beikost. Und was war? Ich hatte das Gefühl, die Kinder trinken viel zu wenig. Die Maus hat wieder die BW ewig lang gezogen bis der MSR kam, abends hat sie den MSR einmal durch Brust-Anschreien ausgelöst, als es ihr wieder zu lange dauerte.
Da liegt die Lösung auf der Hand: Nicht mehr "konsequent auf irgendwas achtgeben".
Weißt Du, echte Stillprobleme zu lösen ist wirklich schwierig, das kann ich nach vielen Jahren Stillberatung wirklich so sagen. Aber geradezu unmöglich ist es, Stillprobleme zu lösen, die es gar nicht gibt!..
Hör also lieber auf, dies zu versuchen.
Das hat mich dann wieder ziemlich fertig gemacht[...], so dass ich am liebsten abstillen will, damit ich mit der Flasche wenigstens die Kontrolle darüber hab, wieviel sie trinken.
Wenn DAS das Ergebnis des Telefonats mit der Stillberaterin ist, dann war das kein gutes Telefonat...
Ein weiterer Punkt ist, dass meine Kinder eine sehr seltene Stoffwechselerkrankung haben, die zwar gut therapierbar ist und natürlich auch therapiert wird - aber deren Symptome sehr vielfältig sein können, eine Wachstumsretardierung fällt auch darunter. Wenn ich mit der Flasche füttern würde, könnte man eher differenzieren zwischen Retardierung durch Krankheit oder Retardierung durch zu wenig Milch.
Ja, das verstehe ich, besondere medizinische Umstände müssen natürlich immer berücksichtigt werden. Dein Kind HAT aber keine Wachstumsretardierung - jedenfalls wäre diese nicht aus den von Dir hier geposteten Daten ersichtlich.
Und wie gesagt: Ihr seid für diese Art der Problematik - also Gedeihstörungen im Kontext medizinischer Besonderheiten vs. Milchmangel- einfach zu spät dran

- Dein Kind isst bereits, und es wird nach Bedarf gestillt (und hat damit ganz hervorragend(!) zugenommen). Damit steht bereits fest, dass es bestmöglich versorgt ist.
Jede Art der Ernährungsänderung - insb. vorzeitiges Abstillen - würde damit eine Ernährungsverschlechterung bedeuten.
Das sinnvolle Überprüfen guten Gedeihens im Rahmen medizinischer Vorsorge bzgl. der Stoffwechelstörung ist davon völlig unabhängig.
Oh Gott, und eine Aussage der Stillberaterin hat mich auch getroffen: Ich sagte, dass die Kinder ja öfter nur 10-15 Löffel Brei essen und dann nicht mehr wollen. Wenn sie Hunger hätten, würden sie doch mehr essen...
Antwort: nein die Kinder regulieren bei dauerhafte geringem Angebot ihre Nahrungsaufnahme auch runter.
Ist das nicht gruselig?

Ja, das ist gruselig. Vor allem die Beratung.
*seufz* - also Deine Stillberaterin hat Recht: Es GIBT sogenannten Hungerstoffwechsel; diese kann bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen auftreten und entsteht dadurch, dass ein hungernder Körper seinen Energiebedarf von selbst herunterregelt, so dass er dann auch mit eigentlich zu wenig Nahrung "zufrieden" ist.
Was diese Tatsache allerdings mit EUCH zu tun hat, ist vollständig unverständlich, denn bei einem Kind, das drei Monate lang (!) 250(!) g/Woche zunimmt, ist ein solcher Hungerstoffwechsel zu exakt 100% ausgeschlossen. Dein Kind HAT bereits Zugang zu Beikost und isst - wenn es also mehr essen mag, kann es das tun, fertig.
Bitte streich diesen Quatsch von wegen Hungerstoffwechsel also ganz flott wieder aus Deinem Bewusstsein, bitte.
Hilft Dir das noch mal weiter?
LG
Julia