Loslassen

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Kleine
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Re: Loslassen

Beitrag von Kleine »

jellicle hat geschrieben:In meinen Augen brauchst du keine Hilfe!!! Und ich finde auch nicht, dass du dir ums Loslassen Gedanken machen musst. Doch nicht bei 6 Monaten!!! Ich würde sagen, ich war das ganze 1. Jahr so gut wie nie von Räubi getrennt und dann gings mit Kita los... Am Anfang hat sich das angefühlt, als fehlt mir ein Arm oder Bein. Etwas, was zu mir gehört und nicht mehr da ist... Aber ich habe mich dran gewöhnt, würde aber im Moment Räubi auch nie und nimmer mehr weggeben als Kita, die irgendwie sein muss... Und ich find das total normal! Und natürlich... Deine Gefühle machen ja schon auch Sinn, oder?
Wann fängst du wieder an?

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Dem möchte ich mich anschließen. Ich habe wieder angefangen als meiner 1 Jahr alt war. Und bis dahin war ich längstens 2h von ihm getrennt und das vielleicht 4 oder 5 Mal. Er war bei einer sehr, sehr lieben TaMu untergebracht, nur 5min von der Arbeit weg. Ich wollte sicher sein, dass ich ganz schnell da sein kann, wenn was ist. Das habe ich in 2,5 Jahren 2 Mal gebraucht, aber die Sicherheit war einfach gut für mich. Und mir fehlte am Anfang auch ein "Körperteil", das trifft es sehr gut. Aber ich habe gemerkt, dass mir das Arbeiten auch unheimlich gut tut. Und wie dann weiter gemerkt habe, dass die Zeit mit ihm unheimlich intensiv wurde und unsere Bindung noch besser wie schlechter wurde, da fiel mir das Trennen dann auch leichter. Bis heute ist es so, dass es für meinen Sohn und mich besser ist, wenn der Papa bringt und ich dann abhole.

Dein Kind ist 6 Monate alt. Warum in aller Welt solltest Du Dich trennen WOLLEN? Eine Bekannte hat ihre Kinder bereits im Alter von 3 Monaten ein ganzes WE abgegeben, das fühlt sich für MICH sosososo falsch an, sie war glücklich damit. Da hat jeder ein anderes Empfinden und wenn sich das für Dich jetzt falsch anfühlt, dann ist das eben so. Das kann kein anderer beurteilen (und es steht nebenbei auch niemandem zu ;)).

Aber ganz klar: die Betreuung muss 100%ig passen sonst funktioniert das nicht... Ich drücke Dir die Daumen, dass Du das Passende findest.
LG
Anika

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maerchen
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Re: Loslassen

Beitrag von maerchen »

wenn du erst in 6 monaten wieder arbeiten gehst, ist das in babyzeit noch jaaaaaaaahre weit weg. das hab ich irgendwo malgelesen, ich glaube sogar hier im forum irgendwo.

meine tochter ist 10,5 monate alt und in knapp 4 wochen fangen wir mit der eingewöhnung in der krippe an. bis dahin mache ich mir schon viele gedanken und überlege wie es sein wird, wenn "fremde" sich 5h lang um sie kümmern. bisher haben nur oma und papa auf die kleine aufgepasst. das war am anfang schon komisch, aber ich finde es schön auch mal etwas alleine machen zu können, selbst wenn es nur in ruhe staubsaugen und wischen ist ;)

mein tipp: probier es immer wieder aus, mit menschen die du und das baby kennen. also der papa, die oma, der opa, die beste freundin oder nachbarin. so kannst du dich ohne druck und stress an das gefühl gewöhnen und hoffentliche entspannt dem start in die arbeitswelt angehen.

wer wird den während deiner arbeit auf das baby aufpassen? eventl kannst du die person auch schon mit einbeziehen? nur so als idee.

drück dir die daumen!


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Herzenssache
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Re: Loslassen

Beitrag von Herzenssache »

Ich habe noch keine Kinder und will auch den Thread nicht sprengen aber hier finden sich gerade so viele passende Antworten zu meiner Frage.
Und zwar habe ich im Freundeskreis sehr viele sehr erfolgreiche Freundinnen (kinderlos) und verfolge viele Blogs (mit Kindern) in denen eher feministische Strömungen herrschen. Überall wird sich Gleichberechtigung gewünscht und Karrierechancen für Frauen. Auch ich stelle mir irgendwie vor, dass man sich die Arbeit teilt.

Wenn ich nun lese, dass ihr die Babys nichtmal beim Vater lasst, frage ich mich schon warum? Wie gesagt, ich habe keine Kinder. Ist Gleichberechtigung unrealistisch? Sind Mütter irgendwie "besser" als Männer? Oder liegt es am Stillen? Ich fänd es jetzt irgendwie total furchtbar, wäre ich Vater und mein Baby würde nicht bei mir bleiben?
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Kleine
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Re: Loslassen

Beitrag von Kleine »

Zumindest in meinem Fall ist es so, dass mein Sohn es nicht oder nur begrenzt toleriert hat und mir mein Bauchgefühl sagte, dass ich diesem Wunsch nach Möglichkeit entsprechen sollte. Das ist aber erstens abhängig vom Kind und zweitens abhängig von der Mutter. Ich habe schon versucht meine Bedürfnisse nicht zu ignorieren, aber sie vor allem in den ersten zwei Jahren schon zurückgestellt.

Es ist auch in meinen Augen schlimm, dass mein Mann immer nur die Nr. 2 für unseren Sohn ist solange ich verfügbar bin. Und ich kann von meinem Mann sagen, dass er wirklich alles gemacht hat, von Anfang an. Im ersten halben Jahr ist er auch beim Papa geblieben. Ich habe abgepumpt und er hat die MuMi aus der Flasche bekommen. Dann kam so mit 8 Monaten der erste Zahn und er begann zu essen. Seit diesem Zeitpunkt war der Papa abgemeldet. Und das blieb so bis er etwa 2 war. Schlafen mit Papa: undenkbar. Wickeln und Anziehen nur, wenn ich nicht da war. Das einzige, was halbwegs funktionierte war, wenn mein Mann mit ihm auf den Spielplatz ging.

Für mich war diese Zeit schrecklich anstrengend, weil ich praktisch keine Zeit mehr für mich hatte. Alle Zeit, die ich nicht in der Arbeit war, war mit Kind besetzt, auch weil er lange Zeit abends 1,5 bis 2h Stunden zum Einschlafen brauchte. Ich ging echt auf dem Zahnfleisch. Ich war neidisch auf die Freundinnen, deren Kindern es vollkommen egal war, wer sie ins Bett bringt oder da ist, wenn sie aufwachen...

Heute sehe ich das anders: mein Sohn hat unglaublich feste Wurzeln, er weiß, dass ich immer für ihn da bin, auch wenn ich mich mal ärgere, wir uns streiten oder ich ihm einen Wunsch nicht erfülle. Und jetzt mit 3,5 beginnt er Flügel zu bekommen. Er MÖCHTE alleine im Kindergarten sein (es gibt Ärger, wenn ich ihn zu früh abhole). Viele, viele Sachen klappen bei ihm einfach von selbst wohingegen die oben genannten Kinder von Freundinnen damit größte Probleme haben. Er ist irgendwann so weit, macht dann den Schritt und gut ist. Er versteht, dass auch ich Bedürfnisse habe und eben auch mal einen Abend für mich brauche und er dann mit dem Papa ins Bett geht. Ich bin dann nicht daheim, weil ich es ihm nicht unnötig schwer machen will.

Ich dachte vor unserem Sohn auch: wenn das Kind nicht beim Papa bleibt, ist was schief gelaufen. Heute sehe ich, dass es einfach so Kinder gibt...
LG
Anika

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Kinsale
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Loslassen

Beitrag von Kinsale »

Ich kann mich Kleine da anschließen. Bevor ich selbst Kinder hatte, hielt ich das auch für ein Problem der Mütter. Also ein "Gluckenproblem". Bei mir war es auch so, das meine Tochter mich einfach so sehr gebraucht hat. Und auch ich kann inzwischen sagen, dass das gut war so. Diese ersten zwei Jahre in Symbiose gehen rückblickend schnell vorbei und hinterlassen wirklich starke Wurzeln, die ihr jetzt ermöglichen sehr bei sich und auch gut ohne mich zu sein.
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FuFu
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Re: AW: Loslassen

Beitrag von FuFu »

Herzenssache hat geschrieben:Ich habe noch keine Kinder und will auch den Thread nicht sprengen aber hier finden sich gerade so viele passende Antworten zu meiner Frage.
Und zwar habe ich im Freundeskreis sehr viele sehr erfolgreiche Freundinnen (kinderlos) und verfolge viele Blogs (mit Kindern) in denen eher feministische Strömungen herrschen. Überall wird sich Gleichberechtigung gewünscht und Karrierechancen für Frauen. Auch ich stelle mir irgendwie vor, dass man sich die Arbeit teilt.

Wenn ich nun lese, dass ihr die Babys nichtmal beim Vater lasst, frage ich mich schon warum? Wie gesagt, ich habe keine Kinder. Ist Gleichberechtigung unrealistisch? Sind Mütter irgendwie "besser" als Männer? Oder liegt es am Stillen? Ich fänd es jetzt irgendwie total furchtbar, wäre ich Vater und mein Baby würde nicht bei mir bleiben?
Ich habe nach acht Monaten wieder angefangen Vollzeit zu arbeiten. Mein Mann war ein Jahr in Elternzeit.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich es so nochmal machen würde. Nicht weil es fürs Kind irgendwie schlecht war, sondern weil es für mich unglaublich anstrengend war. Ich habe gefühlt mehrere Monate nur gearbeitet, gestillt und geschlafen.

Für mich ist es auch kein "weinen lassen" wenn das Kind beim Papa mal weint. Das Kind weint auch bei mir mal. Wichtig ist für mich, dass eine Bezugsperson beim Kind ist, von der es sich trösten lässt.

Klein-FuFu hat beim Abschied oft geweint, das war für mich und auch für meinen Mann oft schwierig, sie hat sich aber auch immer gleich wieder beruhigt.

Noch immer ist es oft so, dass Papa abgemeldet ist, wenn ich da bin. Seit ich wieder mehr da bin als Papa, lässt das nach.

Aber mein Mann hat eine unglaubliche Sicherheit im Umgang mit ihr. Ich muss ihm nicht sagen, was er einpacken muss, wo was liegt etc.
Das ist nach meiner Wahrnehmung bei anderen Vätern oft anders, auch wenn sie liebevolle Väter mit einer guten Bindung sind.

Ich selber wäre von einer zweijährigen Symbiose wahrscheinlich völlig kaputt gegangen oder zumindest echt genervt gewesen.

Hm. Jetzt wurde es doch länger als gedacht und mehr oder weniger ot... [emoji15]

Natürlich muss man sein Kind nicht nach sechs oder acht Monaten "loslassen". Aber man darf es auch mal einer anderen Bezugsperson geben und sollte auch andere Beziehungen zulassen - finde ich.

Was Flasche geben mit loslassen zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Kinder sollten das was sie können auch tun dürfen. Solange das Kind per Flasche gefüttert werden muss, ist das doch nicht mehr oder weniger selbständig als aus der Brustkrebs zu trinken?!

☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
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FuFu
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Re: AW: Loslassen

Beitrag von FuFu »

Brust nicht Brustkrebs natürlich. [emoji53] [emoji27]

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Re: Loslassen

Beitrag von SiLu2623 »

Ich schließe mich der Mehrheit hier an!
Als mein Zwerg in dem Alter war, mochte ich mich auch nicht trennen, ab und an mal 1-2 h mit Papa alleine ging gut und das brauchte ich auch. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, ein halbes Jahr später mit ihm in der Kita zu starten.
Naja, ne andere Wahl hatte ich nicht und der Anfang war alles andere als leicht.
Aber jetzt wieder ein halbes Jahr später genieße ich sowohl die Arbeit, die Kinderfreie Zeit unter der Woche, wenn ich auch arbeitsfrei habe als auch die Zeit mit Zwergi ungemein. Es hat unserer Bindung absolut keinen Abbruch getan. Er hat dadurch auch zu Papa und zu den Großeltern eine bessere Bindung aufbauen können, da ich auch am WE regelmäßig arbeite und sie da immer zusammen bei meinen Schwies sind.
SiLu mit Zwergi (04/13)
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Re: Loslassen

Beitrag von Herzenssache »

Danke euch. Dass man nach 6 Monaten nicht gleich arbeiten möchte verstehe ich voll und könnte ich mir auch jetzt schon nicht vorstellen.
Dass man das Kind aber auch mal bei Papa lassen kann, würde ich mir schon wünschen. Auch für den Papa. Und ich will ja auch mal zum Pferd. Ich bin gespannt, wie das mal wird.
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Ainoha
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Re: Loslassen

Beitrag von Ainoha »

Also mein Kleiner ist auch grade 6 Monate alt. ich habe gar kein Problem ihn beim Papa zu lassen. Mittlerweile hält er auch problemlos auch mal 3 Stunden ohne Stillen aus. Auch die Patentante ist schon öfters mal 2 Stunden mit dem Kleinen spazieren gegangen. Und meine Mutter hat auch schon auf den Zwerg aufgepasst. Er hat da auch überhaupt kein Problem mit und ist anderen Personen gegenüber sehr aufgeschlossen. Das kommt also wirklich sehr auf Mutter und Baby drauf an.

Ich kann aber sehr gut verstehen, dass du (TE) dein Baby nicht in 3 Monaten ständig bei einer anderen Person lassen möchtest. Das halte ich auch für völlig normal und in dem Alter übers Loslassen zu diskutieren, finde ich fehl am Platz. Selbst ich, die wie gesagt gar keine Probleme damit hat, mal 2 Stunden von meinem Kleinen getrennt zu sein, würde mich da eher mulmig fühlen. Es ist schließlich was völlig anderes, wenn man das spontan entscheiden kann, weil das Kind gut gelaut und fit ist, oder ob man jeden Tag zur Arbeit gehen muss. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich wohl das Angebot annehmen und 3 Monate später anfangen. Ein 1jähriger ist schon was ganz anderes als ein 6 Monate altes Baby...
Liebe Grüße von mir und dem Kolibri (04/14)...
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