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Re: wie starte ich am besten mit der beikost?
Verfasst: 06.10.2014, 20:26
von merkaeserka
Bei uns ist zur Zeit Avocado und Banane der Hit. Oder auch alles was wir uns in den Mund schieben. Ich bin auch eher Brei-Fan, weil ich ängstlich bin. Aber essen wollen geht hier klar vom Kind aus, ich hätte auch noch eine Weile darauf verzichtet.
Re: wie starte ich am besten mit der beikost?
Verfasst: 07.10.2014, 14:10
von sansi
Hallo!
Wir haben vor ca. 10 Tagen mit Beikost begonnen. Meine ist da 5 einhalb Monate alt gewesen.
Hab an einem Workshop teilgenommen wo uns von einer Ernährungswissenschafterin erklärt wurde, dass lt. neuester wissenschaftl. Erkenntnis es ganz gut ist, ab vollend. 4. Mo bis Ende 6. LM mit Beikost zu beginnen. Man kann auch alles geben (bis auf rohes Ei, Milchprodukte usw.) weil genau in diesem Zeitfenster eine Art Allergieschutz stattfindet. D.h. wenn man auch nur allerkleinste Mengen zB geriebene Nüsse, Glutenhaltiges Getreide o.ä. unterbringt, ist die wahrscheinlichkeit sehr gering, dass das Kind später dagegen eine Allergie entwickelt.
Also eine Woche Karotten, zweite Woche Kürbis usw. ist old school....
naja, wie auch immer, unsere bekommt alles bunt gemischt, es schmeckt ihr und für mich ist es beim Kochen auch einfacher
Wen es im Detail interessiert, auf der Seite
http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Erna ... oeffelchen
nähere Infos.
lg
Re: wie starte ich am besten mit der beikost?
Verfasst: 09.10.2014, 12:27
von 4tiere
Hallo Sansi,
die Erklärung der Ernährungswissenschaftlerin ist nicht ganz so richtig, sondern leider ein Ergebnis dessen, dass viele Frauen mit 6 Monaten abstillen. Der Allergieschutz oder besser gesagt die Toleranzbildung findet solange statt, solange gestillt wird, also auch mit 7 Monaten.
Die genaue Erklärung, wie es sich verhält lautet folgendermaßen:
jusl hat geschrieben:Hallo,
ja, die Allergiepräventionsempfehlungen haben sich in den letzten Jahren dahingehend geändert, dass langes Vermeiden offenbar nicht das Risiko für das Auftreten von Allergien später verringert (während der Vermeidungsphase logischerweise schon

). Entsprechend gibt es keine Empfehlung mehr, bestimmte Lebensmittel (früher: Kuhmilch, Soja, Meeresfrüchte, Weizen, Gluten,...) möglichst lange vorzuenthalten.
(Laktose war nie Bestandteil dieser Empfehlungen. Muttermilch enthält ja auch Laktose - es spielte und spielt hinsichtlich Allergieprävention keine Rolle, ob ein Baby auch noch woanders her Laktose bekommt).
Die derzeitige Empfehlung, gerade allergene Lebensmittel möglichst FRÜH anzubieten, rührt allerdings NICHT daher, dass es toll ist, möglichst früh Allergene zu füttern, sondern daher, dass Mütter hierzulande sehr früh abstillen. Allergene Lebensmittel sollten möglichst noch während der Stillzeit eingeführt werden (da diese Maßnahme offenbar deren Verträglichkeit verbessert). Da hier die meisten Mütter schon nach wenigen Monaten komplett abgestillt haben, wurde daraus kurioserweise: "Möglichst früh Beikost!" (anstatt "Bitte länger stillen!", was viel nahliegender und gesundheitlich zweifellos sinnvoller wäre....).
Unterm Strich also: Ideal ist Stillen bis zur Beikostreife des Babys, und ab dann darf das Baby beinahe alles vom Familientisch probieren. Ausführliche Info zum aktuellen Stand der Beikosteinführung findest Du in unserer
Grundinfo Beikosteinführung.
LG
Julia
(
Quelle: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... n#p2682869)
blueberry hat geschrieben:Zum von Deiner Ernährungsberaterin "speziell für Euch" (soll heißen: allergiegefährdete Kinder) empfohlenen frühen Beikoststart wollte ich noch sagen: da geistert leider seit wenigen Jahren eine Falsch- bzw. Halb-Information durch die medizinische Fachwelt, die dann genau zu solch unseligen Empfehlungen führt wie bei Euch: einem sowieso schon darm-angegriffenen Kind unnötig früh Beikost zu geben
Was dahintersteckt: es gibt Metastudien zu Allergieprävention und Stillen, die belegen, dass es im Sinne der Allergieprävention am sinnvollsten ist, wenn die Beikosteinführung mit reichlichem Weiterstillen einhergeht: so "umspült von Muttermilch" kann der Darm eines Babys die bislang unbekannte Beikost am besten verwerten und es kommt wohl am seltensten zu Allergien. Soweit so gut.
Nun hat man sich aber die Statistiken zum Stillen in Deutschland angeschaut und festgestellt: die meisten Babys werden ja maximal bis zum Ende des 6. Monats gestillt! Was nun? Na, ganz einfach ein Versuch eines Kompromisses:
Vor dem Beginn des fünften Monats macht Beikost auch beim besten Willen mehr Schaden als Nutzen - danach: najaaaaaa günstig ist es mit fünf, sechs Monaten bei den meisten Babys immernoch nicht - aber ab dem Alter von 6 Monaten ist das "Beikost und Weiterstillen" ja bei den Müttern vorbei. Also ergibt sich als Kompromiss ein Zeitfenster von zwei Monaten, in dem man - vorausgesetzt die Mutter stillt danach schlagartig ab - so viele wie nur irgend möglich Lebensmittel eingeführt haben will, um sie "in der Stillzeit" eingeführt zu haben.
Diese Kunde hat sich dann in Windeseile in Kinderarztpraxen und unter Ernährungsberatern verbreitet - denn kaum erschienen die Studienergebnisse, stürzten sich die Babynahrungshersteller drauf und druckten fleißig Hochglanzprospekte, um die Mär vom möglichst frühen Beikoststart zur Allergieprävention zu verkünden. Warum? Na, kräftige Absatzsteigerung! Zwei ganze Monate früher, in denen BAbygläschen verkauft werden können! Und es wird ja auf lange Sicht "noch besser": ganz klar, die Katze beißt sich in den Schwanz: stillten Mütter mit der Empfehlung "mindestens 6 Monate voll stillen" (aus der ja gern mal das "voll" rausgelassen wird beim Abdrucken) ca. 6 Monate lang, ist zu erwarten, dass sie mit der Empfehlung: "nur noch 4 Monate ausschließlich stillen und dann zügig ein breites Sortiment von Beikost einführen, damit das Kind keine Allergien bekommt" noch früher abstillen als bisher
Fazit: An der Empfehlung "vielfältige Beikost einführen, während noch überwiegend gestillt wird, ist sinnvoll zur Allergieprävention" kann man getrost festhalten - sie hat die frühere Allergenmeidung im ersten Lebensjahr wohl klar abgelöst. Wenn man aber nicht vorhat, mit sechs Monaten das Baby schnell und gezielt zur Flasche mit PRE, Folgemilch und Co hin abzustillen, kann man den Teil des "mit vier Monaten beginnen" aber genauso getrost vergessen und auf die wirklichen Beikostreife-Zeichen des Kindes warten, die es eben nicht nach Kalender entwickelt, sondern nach körperlicher Reife. Du kannst sie hier nachlesen:
Beikostreifezeichen und Empfehlungen zur Einführung von Beikost bei STillkindern. Auch bei der AFS gibt es dazu eine wunderbare Broschüre

(Quelle: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... n#p2853660)
Re: wie starte ich am besten mit der beikost?
Verfasst: 09.10.2014, 13:18
von sansi
ja, die Vortragende meinte natürlich dass auch weiterhin stillen ganz wichtig und richtig ist.
Mir hat es bei der Beikosteinführung einfach in so fern vieles erleichtert, weil ich ohne viel Nachdenken das frisch gekochte pürieren kann (natürlich mit den AUsnahmen wie zB Milchprodukte).
LG