taschi hat geschrieben:
Meine Kleinste hat auch spät angefangen mit essen..aber sicher auch wegen dem Buch war ich da von Anfang an völlig entspannt..
So war es hier auch
Nee, Essen wurde hier auch nicht reingezwungen, aber ich habe ihn schon hin und wieder angedockt und genötigt, doch noch etwas zu stillen, obwohl er definitiv satt war. Es fiel mir die ersten 2(?) Jahre sehr, sehr schwer darauf zu vertrauen, dass er das schon richtig macht und dann genau so viel von dem jeweiligen Essen zu sich nimmt, wie er auch braucht. Es steckte immer noch die Angst in mir, er könnte verhungern. Das war absolut nicht begründet, er hatte sein Gewicht mit 6 Monaten dank Muttersahne verdreifacht, aber diese Angst war so tief in mir drin und lastete so stark auf mir, wie man es sich wohl nur schwer vorstellen kann, wenn ein Kind fröhlich isst.
Das Essen Spaß macht, mussten wir beide erst lernen. Und wenn dann noch jeder reinquatscht, niemand scheinbar jemals was von Langzeitstillen gehört hat, dann ist das ein steiniger Weg.
Ich sehe dich grad in der Vorschau. Also, die ersten Wochen war es so, als hätten wir eine Mastgans gestopft. Alles ging nur ums Essen. Zwerg war eine Nacht bei mir im kH, kam dann auf die ITS. Es wurde eingeleitet mit dem Verdacht, er wäre unterversorgt. 2550g, dann Abnahme, keine Unterstützung im kH , Verlegung auf die iTs Gewicht 2380g. (Taschi, dass ist für dich bestimmt lächerlich. Deine Maus war richtig klein, oder?)
Eine Krankenschwester sagte dann zu mir-wie, noch nicht gestillt? Der verhungert ja. Ein Satz, den ich ähnlich auch schon vorher beim Gyn gehört habe. Und das hat sich eingebrannt. Jedenfalls haben wir um jeden Mililiter gekämpft, den wir mit der Flasche in dieses Kind bekommen haben. Die Sonde schwebte ständig über
uns. Ständig hat gekotzt...Ich stand kurz vor dem Zusammenbruch.
Dann zuhause, hat er nur geschlafen, wir mussten ihn wecken, dann ist er ständig eingeschlafen. Fieser Bilirubinkreislauf. Gelbsucht macht müde, durch Essen wird's besser, wenn das Kind jedoch nicht trinkt, bleibt es müde und schläfrig. Also Stillen, kitzeln, ausziehen, leichtes "kneifen", kaltes Wasser, mit allen Mitteln versuchen das Kind wachzubekommen.....
Dann haben um uns herum irgendwann alle(!!!!!!!)mit spätestens 6 Monaten Brei gegeben. Also wir auch, obwohl es sich nicht richtig anfühlte. Das ging kurz gut, kurz darauf hat er alles verweigert außer der Brust. Von Langzeitstillen hatte ich da noch nie was gehört. Um mich herum nur Brei essende Kinder. Ganz schlimm waren Babytreffen zur Mittagszeit, wo alle Babys ihre Schnäbel aufmachten, als hätten sie nie was anderes gegessen. Hardcorestillmuddi bin ich ja erst später geworden

Ich musste meinen Weg finden. Und das Buch gab mir Sicherheit. Sicherheit, dass er nicht am gedeckten Tisch verhungert, Sicherheit, dass Stillen absolut ausreichend und das Beste ist. Und auch, dass ich Vertrauen in ihn haben muss.