Wild

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Lösche Benutzer 1828

Re: Wild

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Claudia79
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Re: Wild

Beitrag von Claudia79 »

Danke Sandküste auch für deinen Link.

So, jetzt hab ich besagtes Mail bekommen:
Gerne übermittle ich ihnen ein paar Informationen zum Thema Blei, Wild bzw. Radioaktivität.

Zum Thema Blei hat die AGES im letzten Jahr einen Bericht über die Aufnahme der österreichischen Bevölkerung erstellt.
In dieser Studie waren jedoch nur Erwachsene und ältere Kinder (6-15 Jahre) inkludiert.

http://www.ages.at/ages/ernaehrungssich ... alle/blei/

Auch zum Thema Radioaktivität finden sie Informationen auf der Homepage der AGES:

http://www.ages.at/ages/strahlenschutz/ ... -wildbret/
http://www.ages.at/ages/strahlenschutz/ ... oelkerung/

Zur Einführung der Beikost darf ich auf das Projekt "Richtig Essen von Anfang" an verweisen: http://www.richtigessenvonanfangan.at/

Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Deutschland rät vom Verzehr von Wildfleisch für Kinder unter 7 Jahren ab.
Kinder bis zum Alter von sieben Jahren nehmen aufgrund ihres geringeren Körpergewichtes im Verhältnis zu Erwachsenen mehr Blei pro Kilogramm Körpergewicht auf.
Zudem haben sie einen anderen Stoffwechsel und ihr Nervensystem ist in dieser Entwicklungsphase besonders empfindlich, so dass bereits geringe Bleimengen gesundheitsschädliche Effekte auslösen können.


http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_an ... 27659.html

Wildfleisch eignet sich deshalb nur eingeschränkt als Beikost. Kinder bis zum Alter von sieben Jahren, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter sollten auf den Verzehr von mit Bleimunition erlegtem Wild verzichten.
Und hier die Erklärung, warum freilebendes Wild, insbesondere Wildscheine, besonders belastet sind:
Wildtiere speichern Cäsium entsprechend der Verteilung des chemisch ähnlichen Kaliums vor allem in der Muskulatur. Viele Waldpflanzen, die Nahrung wild lebender Tiere sind, beziehen ihre Nährstoffe aus der oberflächennahen Bodenschicht mit den höchsten Cäsiumgehalten. Je nach Jahreszeit nehmen Wildtiere unterschiedliche Mengen an Cäsium auf. Generell liegt das Minimum eher im Frühjahr, das Maximum im Herbst und zu Winterbeginn. Auf Grund der Zufütterung nehmen die Tiere in der kalten Jahreszeit hauptsächlich unbelastete Nahrung auf. Bedingt durch das unterschiedliche Fressverhalten schwankt die radioaktive Belastung von Wildfleisch stark. Tiere, die immer im Wald bleiben, weisen höhere Konzentrationen auf als solche, die auch Pflanzen von Wiesen und Feldern zu sich nehmen. Wildschweine können von allen Waldtieren am höchsten belastet sein, zurückzuführen ist dies höchstwahrscheinlich auf das Wühlen in der oberen Waldbodenschicht und die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen, die stark mit Cäsium belastet sind (z. B. Hirschtrüffel). Aus diesem Grund ist Gatterwild, das ganzjährig gefüttert wird, generell weniger mit Radiocäsium belastet als freilebendes Wild.
Soviel dazu. Was man mit den Infos macht, ist jedem selbst überlassen, ich werde meinen Schwiegerpapa einmal interviewen, womit er schießt.
Liebe Grüße Claudia mit Mutzlbär 12/13 und Zaubermaus 04/17
Lösche Benutzer 1828

Re: Wild

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Warum kann man die Kugeln nicht aus anderem Metall herstellen?
feuerdrache
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Re: Wild

Beitrag von feuerdrache »

Das ist so eine Technik-Geschichte mit den Bleikugeln.

Rein technisch geht es, es gibt ja schon bleifreie Munition.
Prinzipiell ist es so, dass sich das Geschoss beim Aufprall auf den Wildkörper verformen muss, damit gibt es genug Energie ab. Durch die Verformung kommt es zu einem großen Wundkanal. Das in Kombination mit der Energieabgabe reicht für eine tödliche Wirkung ganz gut aus.
Blei ist jetzt ein recht weiches Metall und verformt sich beim Auftreffen recht leicht. Daher ist es einfacher damit eine tödliche Wirkung zu erreichen. Ein Geschoss aus einem anderen Metall ist härter, muss daher anders geformt sein damit es sich leicht verformt und eine ausreichende Wirkung erreicht. Dazu kommt bei Blei ein recht hohes Gewicht, was auch positiv ist. Das ist alles nur sehr schwierig mit anderen Metallen nachzubauen.
Denn viele Waffen sind recht eigen was die Munition angeht. Da trifft man nicht mit jedem Geschoss gleich gut. (Patrone besteht aus Geschoss, also der "Kugel" und der Treibladung, beides verpackt in der Hülse, gezündet durch eine winzige Kapsel ma Hülsenboden (ok, es gitb Ausnahmen, aber die sind jetzt nicht Thema)
Ich habe zB ein Gewehr das recht alt ist, so etwa 70-80 Jahre. Es hat einen gültigen Beschuss, ist technisch einwandfrei und top. Nur- es trifft mit einer einzigen Munition, alle anderen Geschosstypen kann ich vergessen. Das funktioniert überhaupt nicht, die Treffer streuen extrem. Es wäre unverantwortlich damit zu schiessen. Und ein Jäger soll doch bitte so schiessen, dass das Tier schnell erlegt wird und keine unnötigen Qualen erleidet.

Bei einem Verschwinden von Bleimunition von heute auf morgen (die gute Fee zaubert sie einfach weg, gibt keine mehr- Gedankenspiel) geht es dann vielen SChützen so, dass sie mit ihren Gewehren nicht mehr treffen. Natürlich würden sich die Gewehrhersteller freuen, mehr Gewehre zu verkaufen.

Zusätzlich müssen Gewehre für Stahlmunition einen eigenen Beschuss aufweisen, also eigens geprüft werden auf ihre Eignung bei Verwendung von Stahlmunition. Dafür wird dann ein eigner Stempel eingeprägt in den Lauf. Ohne diesen Stempel - keine Stahlmunition. Das Verhalten von Stahlschroten ist auch ein wenig anders als das von Bleischroten- auch hier wieder umlernen, anderes Verhalten und andere SChussabgabe. (Räusper- Jäger sind recht konservativ- ich darf das sagen) Also noch große Hindernisse auf dem Weg dorthin.

Irgendwas wichtiges habe ich jetzt vergessen- ---
matah
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Re: Wild

Beitrag von matah »

Caesium 137 heißt der radioaktive Stoff.
Liebe Grüße von M.H. mit J. 02/03 und P. 04/05
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Re: Wild

Beitrag von matah »

Oh zu spät steht schon oben..und viel genauer.. sorry
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Latascha
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Re: Wild

Beitrag von Latascha »

Es ist ja nicht nur der technische Aufwand.
Wenn du jetzt nicht nur eine Waffe hast, sondern eben halt wie üblich mehrere ist das auch ein enormer Kostenaufwand die alle austauschen zu lassen.
Und wieso eine gut eingeschossene Waffe, die einem gut in der Hand liegt und man sich "kennt" austauschen, gegen ein Modell, dass routinierte Abläufe zur Schwierigkeit macht, da man anders handeln muss in Kombination mit nicht so tödlichen Treffern.
Wenn du dann alle Nase lang noch den Nachsucheführer herbei holen darfst, der seinen Hund auf die Wundfährte ansetzt, weil deiner bereits aufgegeben hat, ist es ganz schnell erklärt, wieso viele Jäger Freunde von Blei sind.
Bleifreie Munition gerade bei schwereren Kalibern finde ich aus reinem Tierschutzaspekt aktuell noch nicht verantwortbar. Und gerade ne Sau zu erlegen, die dann schon verwundet ist macht echt keinen Spaß.
Das ist dann oft auch noch eine Gefahr für den eigenen Hund und hat nicht selten eine hohe Tierarztrechnung zur Folge.
Den technischen Aspekt der Munition hat feuerdrache ja schon schön ausgeführt. :)
Liebe Grüße
Latascha
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KinderKinder
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Re: Wild

Beitrag von KinderKinder »

Spannend hier zu lesen, bekommen wir doch in den nächsten Tagen ein Ferkel aus einem Gatter, ganzjährig zugefüttert.

Ich würde noch gerne einen weiteren Diskussionspunkt in die Runde werfen, weil mich das interessiert:
Masttiere sind ja sehr oft hoch medikamentös belastet - wie seht ihr das im Gegenzug zu der Belastung von Wildtieren? Ist es für euch vergleichbar?
Richtig unbelastet Schweinefleisch zu bekommen ist wohl nur ganz schwer möglich.
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feuerdrache
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Re: Wild

Beitrag von feuerdrache »

Das ist dann so wie Pest oder Cholera: nehm ich Blei oder Medikamente im Fleisch....

Wir bleiben beim Wild aus dem eigenen Revier und bei den eigenen Schafen. Schwein, wenn (ich mags ja überhaupt nicht) dann vom Bionachbarn. Im Moment ist das Wild auf den Feldern im Kukuruz und in der Luzerne zu finden. Was will ich mehr?
KinderKinder
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Re: Wild

Beitrag von KinderKinder »

Wir essen auch hauptsächlich Wild oder Bio-Rindfleisch von bekannten Biobauern ;) Ich genieße es sehr, so an der Quelle zu sitzen!
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