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Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 18.03.2014, 09:53
von Havelwelle
Hallo blueberry,

ich versuche mal, alles zu beantworten, während ich gerade darauf warte, dass die Maus zur nächsten Mahlzeit aufwacht...

Ich habe gerade eben in einer anderen Frauenaztpraxis angerufen, wo die Ärztin auch gleichzeitig Stillberaterin ist. Dort hat man mich erstmal zu einer anderen Stillberaterin weiter geleitet, die mit der Praxis zusammen arbeitet. Ich habe dort auch gleich um Rückruf gebeten (sie ist erst ab morgen wieder zu erreichen).

Zum Wiegen: ist es ausreichend, wenn ich sie unter den gleichen Bedingungen wiege wie gestern (gegen 17 Uhr mit frischer Windel, ansonsten nackig)?
Deine Liste stimmt. Bei der U2 wurde sie von der Ärztin nicht noch einmal extra gewogen, die Ärztin hat die Daten der Hebamme übernommen (Kinderärztin war bei uns zum Hausbesuch). Meine Hebamme ist momentan im Urlaub und ich glaube erst Mitte nächster Woche wieder zu erreichen, darum komme ich gerade nicht an die übrigen Daten.

Die Strichliste für Stillen und WIndeln werde ich ab heute führen.

Zum Anlegen:
blueberry hat geschrieben: 1. Hat schonmal jemand geschaut, ob Dein Baby evtl. ein zu kurzes Zungenbändchen hat? (Kann sie die Zunge über die untere Kauleiste herausstrecken? Ist beim Weinen evtl. eine Einbuchtung in der Zungenmitte zu sehen, so dass die Zunge herzförmig aussieht?)
Ein zu kurzes Zungebändchen hat Elisa denke ich nicht, sie kann ihre Zunge weit heraus strecken (das zeigt sie oft und gerne), und beim Weinen ist sie auch nicht herzförmig.
blueberry hat geschrieben: 2. Wenn Dein Baby dann angedockt ist:
- liegen Ohren, Schultern und Hüften in einer Linie? (oder muss das Baby Hüfte oder Kopf zur Seite drehen, um andocken zu können)
Ja, in der Regel schon, wenn nicht, dann korrigiere ich das sofort - das war auch das erste, was mir unsere Hebamme/Stillberaterin eingebläut hat.
blueberry hat geschrieben:- ist der Mund weit geöffnet und hat Dein Baby einen guten "Mundvoll" Brust im Mund? (Von der Unterlippe sollte mehr vom Warzenhof erfasst sein als von der Oberlippe).
- sind die Lippen nach außen gestülpt?
Da bin ich mir leider nicht immer so ganz sicher, im Großen und ganzen, denke ich aber schon. Ich mag nur nicht immer nachschauen, weil sie davon sehr schnell genervt ist. Oft ist der Mund zum Ende der Malzeit aber deutlich weniger geöffnet als beim Anlegen (mehr so wie ein Erwachsener den Mund zum Trinken oder Essen öffnet). Wenn die LIppen nach innen gestülpt sind, saugt sie die Brust mittlerweile gar nicht erst an.
blueberry hat geschrieben:- liegt die Zunge beim Saugen über der unteren Kauleiste? (in den Mundwinkeln sichtbar)
Ja, das kann man meistens sehen. Trotzdem habe ich manchmal richtig das Gefühl der Kauleisten auf der Brustwarze, bzw. kurz dahinter. Wenn ich dann nachschaue, sieht es aber meistens ansonsten ganz gut aus (Lippen nach außen gestültpt, viel Brust im Mund), könnte es sein, dass das auch durch die offene Wunde kommt? Denn an der schlimmeren, linken Seite ist das Gefühl deutlicher, an der Rechten Seite sind die Schmerzen beim Trinken mittlerweile minimal (ich kann sie an der Seite auch ohne Probleme außer Haus trinken lassen).
blueberry hat geschrieben:- hat Dein Baby sein Kinn eng an Deiner Brust - Nase frei oder sacht die Brust berührend?
- hat Dein Baby seinen Kopf leicht Richtung Nacken gestreckt (etwa wie ein Erwachsener, der an einer Blume schnuppern möchte)?
Darauf achte ich auch, es klappt aber nicht immer (im Liegen ist die Nase meistens fast in der Brust vergraben, weil sie während ich versuche sie anzulegen, den Kopf sofort richtung Kinn zieht, um ganz schnell die Brust zu finden).
blueberry hat geschrieben: Ich würde Dir die Asymmetrische Anlegetechnik vorschlagen wollen. Eine Anleitung findest Du hier: Anleitung Asymmetrische Anlegetechnik. Mit dieser Technik lässt sich oft eine Verbesserung erzielen, wenn man mit "klassischem Anlegen" Schwierigkeiten hat, ausreichend viel Brust in den Babymund zu bekommen.
Die Anleitung habe ich mir schon kurz nach der Geburt etliche Male durchgelesen, gerade so wie die Brustwarze dann in den Mund "gerollt" wird - ich hatte das Gefühl, es so nur noch schlimmer zu machen, weil die Maus zuschnappt, bevor die Brustwarze richtig im Mund ist.
Ansonsten klappt das Anlegen im Sitzen am besten so, dass ich sie auf den Unterarm gegenüber der Brust lege (so wie beschrieben), der Arm liegt auf einem Kissen, das auf meinem Schoß liegt, mit der anderen Hand die Brust zum Kind führe (! ich weiß, dass es anders herum sein sollte, aber so habe ich das Gefühl, einen besseren Überblick zu haben, und kann die Brust schnell wegnehmen, wenn sie doch zu wild wird, anders herum finde ich es schwieriger), und wenn sie dann richtig angedockt ist, lege ich sie auf den anderen Unterarm, so dass sie mit dem Kopf in der Armbeuge liegt, und stopfe mir für den besseren Halt ein Kissen darunter, so kann ich dann auch lange und entspannt sitzen.

Durch die Reaktion der Frauenärztin gestern (Einen Satz nach hinten und zur Arzthelferin "Frau XY, haben sie DAS gesehen?!"), überlege ich nun, ob ich nicht die linke, schlimmere Seite doch noch ein paar Tage länger abpumpen sollte... auf der rechten Seite ist mittlerweile nur noch eine recht kleine offene Stelle (vielleicht 2x2mm), links dagegen wesentlich mehr, und auch deutlich mehr Schmerzen beim Trinken.

Bei dem Link zum Soor, den du gepostet hattest, finde ich mich tatsächlich wieder, was die Beschreibung der Schmerzen angeht, nur tut es zwischen den Stillmalzeiten deutlich mehr weh, als beim Stillen selber (außer auf der linken Seite). Allerding bin ich mir nicht so ganz sicher, ob meine Brustwarzen nicht auch weiß sind (sie fühlen sich auf jeden Fall hart an, im Gegensatz zu vor der Geburt). Irgendwie habe ich das Gefühl, ein wenig das Urteilsvermögen in der Hinsicht verloren zu haben - weil ich jeden Tag diese Baustelle sehe, und da eine Veränderung nicht mehr so doll auffällt. Da aber meine Hebamme nichts dazu gesagt hat, überlege ich nun, ob man das einfach der "Betriebsbilndheit" zuschreiben sollte, oder da tatsächlich keine nennenswerten Auffällligkeiten sind...

Viele Grüße und danke für deine Mühe!
Julia

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 18.03.2014, 09:58
von Havelwelle
Havelwelle hat geschrieben:
blueberry hat geschrieben:- ist der Mund weit geöffnet und hat Dein Baby einen guten "Mundvoll" Brust im Mund? (Von der Unterlippe sollte mehr vom Warzenhof erfasst sein als von der Oberlippe).
- sind die Lippen nach außen gestülpt?
Da bin ich mir leider nicht immer so ganz sicher, im Großen und ganzen, denke ich aber schon. Ich mag nur nicht immer nachschauen, weil sie davon sehr schnell genervt ist.
...Ergänzung: "genervt" heißt bei Elisa, dass sie dei Brust nur noch anschreit und gar nicht mehr trinken will :( Darum habe lässt sie mir leider auch nicht viel Spielraum zum ausprobieren oder üben - selbst wenn die letzte Malzeit noch nicht lange her ist.

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 18.03.2014, 15:59
von blueberry
Hallo,

kurz hierzu:
Havelwelle hat geschrieben:Zum Wiegen: ist es ausreichend, wenn ich sie unter den gleichen Bedingungen wiege wie gestern (gegen 17 Uhr mit frischer Windel, ansonsten nackig)?
Es kommt drauf an, was sich problemloser reproduzieren lässt, falls wir engmaschiger wiegen wollen: wenn Du 17:00 Uhr üblicherweise jeden Tag zuhause bist und es sich da anbietet, das Baby auszuziehen, dann gern unter diesen Bedingungen. Bei vielen Familien hat sich "morgens nach dem ersten Stillen, Baby mit frischer Windel und Body" bewährt, weil man dazu üblicherweise sowieso zuhause ist :wink: .

Zu allem anderen später.

LG, blueberry

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 19.03.2014, 02:03
von blueberry
Hallo Havelwelle,
Havelwelle hat geschrieben:Die Strichliste für Stillen und WIndeln werde ich ab heute führen.
Gut. Die entsprechenden Angaben kannst Du dann einfach in der kopierten Tabelle mit anfügen. (Datum, Gewicht, ## x gestillt, [## ml MuMi zugefüttert], #x Pipi, #x Stuhl)
Havelwelle hat geschrieben:Ich habe gerade eben in einer anderen Frauenaztpraxis angerufen, wo die Ärztin auch gleichzeitig Stillberaterin ist. Dort hat man mich erstmal zu einer anderen Stillberaterin weiter geleitet, die mit der Praxis zusammen arbeitet. Ich habe dort auch gleich um Rückruf gebeten (sie ist erst ab morgen wieder zu erreichen).
Okay, prima :D !Jemanden vor Ort zu haben, bei dem man sich beraten lassen kann, ist in Eurem Fall sicherlich sinnvoller als online-Beratung.

Sprich dort ruhig auch Deine Vermutung, es könne ein Vasospasmus sein, an. Vasospasmus, Soor und schlechte Wundheilung können ursächlich zusammenhängen und gemeinsam zu Schmerzen beim und nach dem Stillen führen.

Die Stillberaterin kann Dir auch helfen, einzuschätzen, ob die (trotz der langen Stillpause immer noch nicht verheilten) Wunden auf den BW evtl. an einer Infektion liegen, die medikamentös (durch Tabletten oder Salben) behandelt werden muss. Ich verlinke Dir dennoch schonmal Hinweise zur Behandlung wunder Brustwarzen.

Evtl. wäre es auch sinnvoll, dass Du mal die Milchpumpe mitnimmst zur Stillberaterin - dass während vier Wochen Abpumpen die Verletzungen nicht abgeheilt sind, könnte u.U. auch an einem nicht passenden Pumptrichter liegen (die gibt es ja in verschiedenen Größen).

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Havelwelle hat geschrieben:überlege ich nun, ob ich nicht die linke, schlimmere Seite doch noch ein paar Tage länger abpumpen sollte... auf der rechten Seite ist mittlerweile nur noch eine recht kleine offene Stelle (vielleicht 2x2mm), links dagegen wesentlich mehr, und auch deutlich mehr Schmerzen beim Trinken.
Du weißt, dass Du auch stillverträgliche Schmerzmittel nehmen darfst?

Wenn Du links zu manchen Mahlzeiten derzeit lieber abpumpen möchtest, weil die Schmerzen (trotz Schmerzmittel und Versuchen, die Anlegetechnik zu verbessern) zu stark sind, würde ich Dir ans Herz legen wollen, zum Verfüttern der Milch statt Fingerfeeding lieber eine saugfreie Füttermethode zu wählen.
Die von Dir beschriebenen Probleme beim Anlegen (Mund nicht weit genug auf, Hektik und Unruhe, wenn es nicht schnell genug geht; eher spitzes Mündchen statt "Gähnen", ...) könnten mit dem Fingerfeeding in Verbindung stehen. Informationen findest Du im Text zu stillfreundlichen Zufüttermethoden.


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Havelwelle hat geschrieben:Darauf achte ich auch, es klappt aber nicht immer (im Liegen ist die Nase meistens fast in der Brust vergraben, weil sie während ich versuche sie anzulegen, den Kopf sofort richtung Kinn zieht, um ganz schnell die Brust zu finden).
Vor dem Andocken sollte Dein Baby so vor Dir liegen, dass Deine BW in Höhe Babynase/Baby-Oberlippe ist. Wenn Dein Baby den Kopf Richtung der eigenen Brust ziehen muss, um anzudocken, kann es den Mund nicht weit genug aufmachen (kannst Du selbst einfach mal ausprobieren: wenn man den Mund weeeeit aufmachen will, legt man den Kopf leicht in den Nacken. Mit Kinn auf der Brust kann man nicht gähnen :wink: ).

Meist lässt sich "Babynase in die Brust gedrückt" korrigieren, indem man das Baby mit seinem Po enger an Mamas Körper heranzieht.

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Wenn asymmetrisches Anlegen bisher nicht gut bei Euch geklappt hat (Du kannst es dennoch immer mal wieder ausprobieren), magst Du es vielleicht mal mit Intuitivem Stillen versuchen.

Die dort beschriebene Stillposition und -herangehensweise hat viele Vorteile: Das Baby macht mit seinen Ärmchen und dem Köfpchen das, was es seinen Reflexen zufolge soll - nämlich sich abstützen, vorwärtsbewegen und die BW finden - statt den Kopf wild zu bewegen und nach Halt suchend mit den Armen rumzufuchteln. Außerdem liegt es näher an Dir dran und macht beim Anlegen automatisch und von selbst das, was man mit der asymmetrischen Anlegetechnik "künstlich" zu erzeugen sucht. Außerdem verschlucken sich bäuchlings liegende Babys nicht so leicht wie in Seiten- oder gar Rückenlage und verlieren nicht so leicht die Brust aus dem Mund, da die Schwerkraft so mit dem Baby arbeitet und nicht gegen es.

Nehmt Euch dafür genügend Zeit und mach Dir keinen Stress. Vielleicht magst Du Dich einfach mal ein bisschen nackt mit dem Baby ins Bett verkrümeln für einen Tag (oder halben Tag) und es nach ausgiebigem Kuscheln immer wieder mal selbst auf den Weg gehen lassen... .

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Alles Gute für den Termin mit der Stillberaterin vor Ort! :D

LG, blueberry

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 20.03.2014, 07:53
von Havelwelle
Hallo blueberry,

Ich schreibe dir kurz vom Handy aus, denn gerade ist hier sehr viel los...

18.3.
Stillen 8x ,Stuhl 1x, Pipi 6x

19.3. 5770g
Stillen 9x, Stuhl 2x, Pipi 6x

Ich habe das Gefühl, dass die Schmerzen beim Stillen recht erträglich sind, wenn sie gut angelegt ist. Leider ist das für mich nicht immer reproduzierbar, bzw. Kann ich dann oft nicht sagen, was genau falsch ist. Aber so sind die Schmerzen für mich auch ein guter Indikator, ob ich Alles richtig mache oder nicht - das will ich nicht mit einem Schmerzmittel aufs Spiel setzen (ich habe in der zweiten Woche nach der Geburt ausschließlich nur noch mit Ibuprofen stillen können, ich glaube aber das hat die Heilung nicht unbedingt begünstigt, weil ich oft einfach nicht mehr gemerkt habe, wenn sie falsch anlag).

Die Stillberaterin hat sich gestern leider nicht mehr gemeldet, ich werde aber heute nochmal anrufen.
Weiterhin ist es so, dass die Brust etwa 10 Minuten nach dem stillen anfängt, weh zu tun, auch wenn das stillen selber ohne Schmerzen funktioniert hat.

Viele Grüße,
Julia

Gesendet von meinem GT-I9305 mit Tapatalk

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 20.03.2014, 10:45
von blueberry
Hallo Julia,

15.1. 4590g (Geburtshaus nach Geburt)
23.1. 4370g (Hebamme, am gleichen Tag war die U2)
25.1. 4450g (Hebamme)
27.1. 4500g (Hebamme)
30.1. ------- Beginn Abpumpen und Fingerfeeding
14.2. 5100g (U3 Kinderärztin)
18.2. 5300g (Hebamme)

28.2. ------- Anlegen wieder rechts
09.3. ------- Anlegen wieder links und rechts

17.3. 5710g (Waage aus der Apotheke, nachmittags)
18.3. ------- 8x Stillen, 6x Pipi, 1x Stuhl
19.3. 5770g (morgens?), 9x Stillen, 6x Pipi, 2x Stuhl

Dann bitte morgen nochmal unter gleichen Bedingungen wiegen (wiegst Du jetzt morgens mit Windel und Body?).

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Havelwelle hat geschrieben:Weiterhin ist es so, dass die Brust etwa 10 Minuten nach dem stillen anfängt, weh zu tun, auch wenn das stillen selber ohne Schmerzen funktioniert hat.
Siehst Du nach dem Stillen (oder wenn der Schmerz einsetzt) eine Verfärbung der Brustwarze (weiß, blau - oder auch Farbwechsel)?
Havelwelle hat geschrieben:Zudem habe ich etwa 10 Minuten nach dem Stillen immer ein ziemlich fieses Brennen in der Brust (manchmal auch in beiden), welches etwa eine Stunde anhält.
Wenn es in beiden Brüsten schmerzt: setzt der Schmerz dann gleichzeitig auf beiden Seiten ein? Hattest Du dann an beiden Brüsten gestillt bei der Mahlzeit oder nur an einer (und die andere schmerzt trotzdem mit)?

Hattest/hast Du diese Schmerzen (und den Schmerz beim MSR) eigentlich von Anfang an? Und hattest Du sie auch nach einer Pumpsitzung?

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Havelwelle hat geschrieben:Der Besuch beim Osteopathen (wir hatten drei Sitzungen) hat meiner Meinung nach leider wenig gebracht. Unsere Hebamme meinte, dass es beim Trinken besser aussähe, das kann ich aber nicht beurteilen, denn Schmerzen habe ich ja immer noch.
Nicht nur die Schwierigkeiten, den Mund weit zu öffnen, sondern auch diese Dinge:
Havelwelle hat geschrieben:Ich habe das Gefühl, die Brust rutscht Elisa beim Stillen immer ein wenig aus dem Mund (ich habe relativ große Brüste), obwohl ich schon [...]. Ich höre auch ab und zu ein "klacken" beim trinken, so wie wenn man die Zunge gegen den Gaumen saugt und dann gegen den Sog wegzieht.
gemeinsam mit der Lieblingsseite:
Havelwelle hat geschrieben:der rechten Seite (von Anfang an auch ihre "Lieblingsseite", und auch nicht ganz so stark verletzt wie links)
könnten durch Blockaden bedingt sein. Manchmal helfen Besuche beim (idealerweise auf Kinder und Säuglinge spezialisierten) Osteopathen da schon weiter, manchmal bringt erst ein Besuch bei einem KISS-Spezialisten den Durchbruch.

Auf dieser Seite gibt es nähere Informationen zu KISS und eine Therapeutenliste (Ärzte die nach Gutmann arbeiten, kommen im Babyalter meist mit einer einzigen Sitzung für Diagnostik und Behandlung aus).

-----------
Manche junge Babys brauchen in den üblichen Stillpositionen aber auch einfach noch Hilfe dabei, die Brust im Mund zu behalten - sprich: Mama muss die Brust "vorformen" und dann (im C-Griff) während der gesamten Mahlzeit stützen und in der richtigen Position halten, damit sie nicht aus dem Mund rutscht.

Vorformen heißt: Du fasst die Brust zwischen Daumen und restlichen Fingern ein Stück hinter dem Warzenhof und drückst sie ein bisschen flach, so dass mehr Brust in den Mund passt (Effekt "Sandwich statt Apfel" :wink: ). Vor dem Andocken sollte die Brustwarze auf Babys Näschen/Oberlippe zeigen, so dass von der Unterlippe mehr Warzenhof erfasst wird als von der Oberlippe. (Der Abstand Deiner Finger/Daumen zum Warzenhof ist nötig, damit das Baby den Warzenhof mit erfassen kann).

Eine Alternative zum "Brust als Sandwich formen und stützen" könnte wie gesagt das oben verlinkte "Intuitive Stillen" sein.

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 20.03.2014, 13:47
von blueberry
Nachtrag: Hast Du von heute früh auch ein Gewicht, das Du mir schonmal aufschreiben könntest (erstmal ohne Windelanzahl etc.)?

Ich meld mich dann nachher noch wegen der Gewichtsauswertung.

LG, blueberry

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 20.03.2014, 20:13
von Havelwelle
hallo blueberry!

Heute waren es 5800g.
Wir wiegen nachmittags nackig mit frischer Windel - das lässt sich für uns besser einrichten als morgens.

Ich hoffe, ich komme später noch dazu, auf den Rest zu antworten, hier wird gerade heftig geschimpft anstatt zu trinken :(

Gesendet von meinem GT-I9305 mit Tapatalk

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 21.03.2014, 02:56
von blueberry
Hallo Havelwelle,

Danke für die Wiegedaten. Ich fass mal alles zusammen und dann schauen wir es uns an:

15.1. 4590g (Geburtshaus nach Geburt)
23.1. 4370g (Hebamme, am gleichen Tag war die U2)
25.1. 4450g (Hebamme)
27.1. 4500g (Hebamme)
30.1. ------- Beginn Abpumpen und Fingerfeeding
14.2. 5100g (U3 Kinderärztin)
18.2. 5300g (Hebamme)

28.2. ------- Anlegen wieder rechts
09.3. ------- Anlegen wieder links und rechts

17.3. 5710g (Waage aus der Apotheke, nachmittags)
18.3. ------- 8x Stillen, 6x Pipi, 1x Stuhl
19.3. 5770g, 9x Stillen, 6x Pipi, 2x Stuhl
20.3. 5800g

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Leider fehlen am Anfang einige Werte (Dein Baby wird ja nicht erst 8 Tage nach der Geburt wieder gewogen worden sein :wink: ), so dass ich nicht genau einschätzen kann, wie groß die Gewichtsabnahme am Anfang war und was das niedrigste Gewicht nach der Geburt war.
Havelwelle hat geschrieben: Natürlich nahm Elisa nur schleppend wieder zu, und auch nach 10 Tagen war das Mekonium noch nicht ganz ausgeschieden, die Kinderärztin machte sich auch so langsam Sorgen.
Deine starken Schmerzen, die verzögerte Ausscheidung des Mekoniums und die Tatsache, dass nach 14 Tagen das Geburtsgewicht noch nicht wieder erreicht war, sind allerdings Hinweise auf Probleme beim Stillen.

Wenn wir vom niedrigsten (bekannten) Gewicht am 23.1. ausgehen, war die Zunahme in den vier Tagen bis zum 27.1. aber mit 130g /halbe Woche sehr ermutigend (allerdings sind so kurze Zeiträume nicht zuverlässig auswertbar). Drei Tage später (ab dem 30.1.) hast Du begonnen, ausschließlich zu pumpen und per Fingerfeeding zu füttern, so dass wir rückblickend (mit den vorliegenden Daten) die Zunahme unter ausschließlichem Stillen schlecht einschätzen können.

Nach zwei Wochen Pumpen+Fingerfeeding wurde wieder gewogen: die Zunahme vom 27.1. bis 14.2. betrug durchschnittlich 240g / Woche. Das ist ein ganz normaler Wert und ein sicheres Zeichen dafür, dass mit Deiner Milchbildung in dieser Zeit alles in bester Ordnung war und Dein Baby gut mit Milch versorgt war :D . (Zum Vergleich: Die normale durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme liegt für gesunde Stillkinder
in den Monaten 0-2 im Bereich 170-330 g [Quelle].)

Vom niedrigsten (bekannten) Gewicht am 23.1. bis zum letzten von Deiner Hebamme ermittelten Gewicht während des Fingerfeedings am 18.2. ergibt sich damit auch eine völlig normale durchschnittliche Zunahme von rund 230 g / Woche.

Danach haben wir leider einen Monat lang keine Wiegedaten (und jetzt einen Waagenwechsel - was die Auswertung zusätzlich erschwert). Wenn wir uns die Zeit zwischen dem 18.2. und jetzt anschauen, ergibt sich eine durchschnittliche Gewichtszunahme von nur rund 110 g / Woche. Das ist ein niedriger Wert (normal wären im 2. LM 170-330 g).

Ich vermute im Wesentlichen drei Ursachen für diese Gewichtsentwicklung:
* ineffektive Stilltechnik Deines Babys nach vierwöchiger Stillpause und Gewöhnung an Fingerfeeding (evtl. auch schon von Anfang an)
* die ungewöhnlich lange Nachtpause, die Dein Baby in den letzten Wochen hatte
* das Stillen mit nur einer Brust pro Mahlzeit

Dass Du genügend Milch bilden kannst, wissen wir schon - das ist prima :D . Dein Baby braucht im Moment aber noch etwas Hilfe, um an diese Milch auch heranzukommen. Ich möchte Dir darum folgende Dinge vorschlagen:
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Erster Ansatzpunkt wäre: häufig genug Stillen. Gesunde, gut gedeihende Stillbabys stillen normalerweise 8-12 mal in 24 h. Bei Gedeihproblemen ist es darum sinnvoll, mindestens 10, eher 11-12 mal Stillen in 24 h anzupeilen.

Direkt ins Auge fällt da bei Euch die zu lange Nachtpause: Die meisten Babys brauchen nachts unbedingt Mahlzeiten, um gut zu gedeihen. Lange Schlafpausen sind für Babys nicht empfehlenswert. Mindestens eine, besser zwei nächtliche Stillmahlzeiten sind jetzt notwendig - dazu muss das Baby nicht zwingend ganz wach sein (im Halbschlaf funktioniert das Stillen meist auch recht gut). Schläft Dein Baby bei Dir in Deinem Zimmer?

Tagsüber sollten von Mahlzeitbeginn bis zum Beginn der nächsten Mahlzeit nicht mehr als 2 Stunden vergehen. Nachts nicht mehr als 4 Stunden. Sobald Dein Baby sich meldet, natürlich jederzeit auch öfter.

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Zweiter Punkt: beide Seiten anbieten. Wenn Dein Baby an der ersten Seite loslässt, bitte die zweite Seite anbieten (und wenn es da loslässt gern auch nochmal wieder die erste).

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Dritter Punkt: um (vorübergehendes), stillfreundliches Zufüttern von abgepumpter Muttermilch werden wir vorerst nicht herumkommen, bis Dein Baby gelernt hat, an der Brust effektiver zu trinken. Ich würde gern zügig mit 200-250 ml zugefütterter MuMi pro Tag beginnen - z.B. in 4-5 Portionen zu je 50 ml. Damit sollte sich recht bald ein Effekt auf die Gewichtsentwicklung zeigen.

Ich hatte Dir ja schon den Text zu stillfreundlichen Zufüttermethoden verlinkt - hattest Du schonmal Gelegenheit da reinzuschauen?
Als Methode kämen Bechern (oder Softcup) jeweils NACH dem Stillen in Frage
oder das Zufüttern WÄHREND des Stillens (an der Brust) mit dem Brusternährungsset (BES).
Schau mal, welche Zufüttermethode Du Dir vorstellen kannst.
(Du könntest auch einfach heute schonmal mit einem kleinen Becherchen beginnen und mittelfristig auf das BES umstellen.)

WICHTIG: bitte KEIN Fingerfeeding mehr, da es die bestehenden Andockprobleme verstärken könnte.

(Hast Du Aufzeichnungen über die Tagespumpmengen und Mahlzeitengrößen aus der Abpumpzeit? Das wäre interessant für mich zu wissen.)

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Das Ganze werden wir mit sorgfältiger, täglicher Dokumentation von Gewicht, Stillhäufigkeit und Ausscheidungen (wie schon begonnen) hier im Thread begleiten - und dann bekommen wir bestimmt bald die Kurve zurück zum Vollstillen. Da bin ich sehr zuversichtlich :D


Was meinst Du dazu - wollen wir das so versuchen?

LG, blueberry

Re: Schmerzen und wunde Brustwarzen

Verfasst: 21.03.2014, 17:18
von Havelwelle
Hallo blueberry,
blueberry hat geschrieben: Siehst Du nach dem Stillen (oder wenn der Schmerz einsetzt) eine Verfärbung der Brustwarze (weiß, blau - oder auch Farbwechsel)?

Wenn es in beiden Brüsten schmerzt: setzt der Schmerz dann gleichzeitig auf beiden Seiten ein? Hattest Du dann an beiden Brüsten gestillt bei der Mahlzeit oder nur an einer (und die andere schmerzt trotzdem mit)?

Hattest/hast Du diese Schmerzen (und den Schmerz beim MSR) eigentlich von Anfang an? Und hattest Du sie auch nach einer Pumpsitzung?
Nach dem Stillen ist die Brustwarze manchmal blau (beim Pumpen war sie danach immer blau oder dunkelrot - das habe ich aber auf die Wunden und die dünne Haut dort geschoben). Das Brennen fängt meistens so 10 - 20 Minuten nach dem Stillen an, und hält dann eine bis zu zwei Stunden an. Dann ist die Brustwarze auch weiß. Sehr unangenehm und schmerzhaft ist es auch, wenn mir kalt wird, dann zieht es richtig von den Brustwarzen aus in die ganze Brust. Die Schmerzen fangen meistens auf der Seite, auf der ich gestillt habe an und sind dort auch stärker, die andere Seite schmerzt aber auch. Die Schmerzen zwischen dem Stillen habe ich erst, seit ich meine Maus wieder anlege, beim Pumpen hatte ich während des Pumnpens und auch dazwischen keine, bzw. kaum Schmerzen.
Beim Pumpen habe ich auch den MSR nicht bemerkt, beim Stillen sind die ersten Sekunden hingegen sehr schmerzhaft, als ob sich ganz viele kleine Zähnchen in der Brust festbeißen würden. Da ich diesen Schmerz nur beim Andocken habe, und nicht zwischendurch nochmal, bin ich mir aber nicht so sicher, ob das überhaupt der MSR ist.
blueberry hat geschrieben: Manchmal helfen Besuche beim (idealerweise auf Kinder und Säuglinge spezialisierten) Osteopathen da schon weiter, manchmal bringt erst ein Besuch bei einem KISS-Spezialisten den Durchbruch.

Auf dieser Seite gibt es nähere Informationen zu KISS und eine Therapeutenliste (Ärzte die nach Gutmann arbeiten, kommen im Babyalter meist mit einer einzigen Sitzung für Diagnostik und Behandlung aus).
Daran habe ich auch schon gedacht, allerdings bin ich bisher noch unentschlossen, da die Diagnose, bzw. das "Krankheitsbild" ja irgendwie nicht so richtig anerkannt ist... ich denke darüber nach!

blueberry hat geschrieben:
Manche junge Babys brauchen in den üblichen Stillpositionen aber auch einfach noch Hilfe dabei, die Brust im Mund zu behalten - sprich: Mama muss die Brust "vorformen" und dann (im C-Griff) während der gesamten Mahlzeit stützen und in der richtigen Position halten, damit sie nicht aus dem Mund rutscht.
Das mache ich eh. Das mit dem Herausrutschen ist meinem Gefühl nach besser geworden. Vielleicht noch als Ergänzung: unsere Tochter ist relativ groß und kräftig, sie wirkt oft schon viel älter als sie eigentlich ist. Daher wird für mich das Anlegen im Rückengriff immer komplizierter, ich weiß nicht, wohin mit ihren Beinen, wenn ich sie nicht quetschen will, außer ich lehne mich dabei nach vorne - damit sind aber Rückenschmerzen vorprogrammiert. Hast du da noch einen Tip?
Das mit dem Intuitiven Stillen ist glaube ich nichts für uns. Ich habe es zwar noch nicht ausprobiert, aber nach der Schwangerschaft könnte ich Zwillinge auf dem Rücken liegend gleichzeitig stillen... :cry: ich denke, meine Maus würde dabei so weit mit dem Kopf nach unten hängen, dass sie dafür auch sehr viel Unterstützung bräuchte - ich stelle mir das sehr kompliziert vor.

Was die Gewichtsentwicklung angeht, so möchte ich das lieber mit unserer Kinderärztin klären, bzw. beobachten lassen. Ich habe das Gefühl, dass uns das hier so öffentlich nicht gut tut, sondern im vertrauten Rahmen besser geht. Zumal die Maus seit ein paar Tagen kräftig mit der Brust schimpft und vermutlich eh nicht so viel trinkt, wie sie müsste - das sorgt bei mir eh schon für Stress. Ich nehme deine Hinweise aber gerne zu Herzen und mit zur Kinderärztin - ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel.

Nächste Woche sind wir mit der "offline-Stillberaterin" verabredet, die wird uns dann mal beim Stillen zuschauen. und mir hoffentlich eine Einschätzung zum Thema Soor und Vasospasmus geben können.

Liebe Grüße,
Havelwelle