Hallo Traubi,
Traubi hat geschrieben:Nur frage ich mich ob dieses Phänomen wirklich so selten ist oder nur niemand darüber spricht.
Solange es so unbekannt ist, und betroffene Mutter (und das sie betreuende Fachpersonal!) dafür keinen Namen wissen, kann man nicht sagen, wie groß die Zahl der Betroffenen ist. Da werden sicherlich auch viele schnell abstillen, ohne je mit jemandem drüber zu sprechen

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Traubi hat geschrieben:Mir fiel es nicht leicht im Internet etwas darüber zu finden, wo man doch sonst alles auf unzähligen Baby Websites lesen kann... Auch meine Hebamme wunderte sich, Sie hätte von so etwas noch nie gehört.
Wer hat Dir denn letztlich bei der Diagnose geholfen? Deine Frauenärztin? Hat sie mit Dir evtl. auch über Möglichkeiten medikamentöser Behandlung gesprochen?
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Traubi hat geschrieben:Ich habe mir die Links aus dem ersten Beitrag schon angeschaut. Unbedingt möchte ich noch mal die Maßnahmen beim starken MSR probieren. Ich hatte da schon mal ein bisschen was versucht mit den verschiedenen Anlegetechniken, mich dabei aber nicht sonderlich geschickt angestellt.
Dein Baby ist auch wirklich noch sehr klein - ihr seid ja quasi noch im Wochenbett! Mit der Zeit wirst Du mehr Übung bekommen und die für Euch passende Stillposition finden. Es lohnt sich, da zu experimentieren.
Mit so einem kleinen Baby (zumal bei starkem MSR) bietet es sich z.B. an, zurückgelehntes Stillen zu probieren: dabei liegst Du gut abgestützt auf dem Rücken mit leicht erhöhtem Oberkörper, Dein Baby liegt bäuchlings zwischen Deinen Brüsten/auf Deinem Bauch. Normalerweise wird ein junges Baby (vor allem, wenn es mit nackten Beinchen auf Deinem nackten Bauch zu liegen kommt) in dieser Haltung sogar recht gut selbst andocken und muss dabei nur minimal gestützt werden.
Nun weiß ich natürlich nicht, ob das für Dich dann nicht insgesamt zu viel Körperkontakt wäre. Wie geht es Dir denn mit Kuscheln Haut an Haut mit Deinem Baby - ist das okay?
Traubi hat geschrieben:Allerdings mochte ich auch schon früher (ohne Baby und MSR) die Berührung meiner Brust nicht, ich weiß nicht warum, aber das kommt auch noch dazu denke ich. Generell fällt es mir sehr schwer Körperkontakt zuzulassen wenn er von mir nicht gewünscht ist.
Das ist tatsächlich nochmal eine ganz andere Baustelle. Hast Du jemanden, mit dem Du darüber sprechen kannst? Und - viel vordringlicher: Hast Du wen, der Dir bei der Betreuung des Babys hilft und es auch mal Tragen kann, wenn es Dir zu viel wird?
Ich könnte mir vorstellen, dass Du von einer Trageberatung profitieren würdest, die auf Rückentrageweisen fokussiert, damit Du Dein Baby möglichst bald auf dem Rücken tragen kannst: für das Baby ist es genauso wohltuender Körperkontakt wie vorn getragen zu werden, aber für den Tragenden ist es weit weniger "kuschelig", man fühlt sich freier und es ist nicht Brust an Brust mit dem Baby.
Traubi hat geschrieben:Dass Abpumpen nichts an den Gefühlen an sich ändert stimmt. Aber für mich ist es trotzdem angenehmer.
Traubi hat geschrieben:Ich füttere sie nur gelegentlich mit abgepumpter Milch. Besonders wenn sie abends gehäuft kommt und immer nur wenig trinkt, ist für mich alle paar Tage eine Grenze erreicht an der ich nicht mehr kann. Denn die negativen Gefühle kommen ja dann ständig auf. Dann Pumpe ich eine große Menge ab und füttere sie mit der Flasche (Medela Calma Sauger). So habe ich dann wieder ein bisschen Zeit mich zu sammeln.
Okay, das ist sehr verständlich. Es ist gut, dass Du da so gut auf Dich hörst! Dann lass uns schauen, dass Du das Bedürfnis Deines Babys nach Milch und Saugmöglichkeit so gestillt bekommst, dass es das Stillen möglichst wenig beeinträchtigt.
Ich denke da z.B. an Becher/Softcup für den Hunger und Herumtragen und/oder am kleinen Finger von Mama oder Papa nuckeln lassen für Beruhigung und Saugbedürfnis (Fingerkuppe nach oben, Richtung Gaumen halten, Fingernagel ganz kurz). Dafür würde dann die Saugerflasche wegfallen können. Wäre das für Dich vorstellbar?
Traubi hat geschrieben:Zur beginnenden Saugverwirrung:
Wenn sie eine hätte, was ja durchaus sein kann, bestünde diese dann dauerhaft?
Nein, nicht unbedingt. Das ist aber auch nicht wirklich erheblich, da es sich bei einem so jungen Baby (das auch schon mit Verschlucken und An- und Abdocken kämpft) so oder so lohnt, möglichst schnell auf stillfreundliches Zufüttern (Link siehe oben) umzusteigen. Je ungestörter von Flaschen und Schnullern Dein Baby das Stillen erlernen darf, desto weniger Probleme wirst Du mit häufigem, frustrierten An- und Abdocken haben (das schnell unnötige MSR auslösen kann).
Hilft Dir das erstmal weiter?
LG, blueberry