Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

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Missy
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Re: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von Missy »

Zeit verbringen ist relativ. Die beiden sehen sich etwa alle 3 Monate, wir wohnen etwa 200km weit weg. Vor Ostern werden wir sie wohl nicht mehr sehen. Aber vielleicht hat unser Gespräch bis dahin ja schon gefruchtet.

Danke für eure Antworten. Manchmal hilft es wirklich, einfach mal alles aufzuschreiben, um klarer sehen zu können. :)
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
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Hasenmama
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Re: AW: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von Hasenmama »

Missy hat geschrieben:Ich habe nochmal nachgedacht. Ich mag es nicht, wenn er so extrem bespaßt wird: Guck mal hier, tu mal dies, lach doch mal, schau mich an,...
Er ist doch kein Zirkuspony, sondern ein kleiner Mensch mit eigener Persönlichkeit, er ist nicht dazu da, die Bedürfnisse anderer Leute zu befriedigen und er muss nicht „funktionieren“.
Ja guck
Ja feiiiin
Ja wo isser denn
Ja was hatter denn
Ja guck
...
Ich weiß nicht, ob das wirklich an dir liegt - meine sm ist jedenfalls auch so und das fällt nicht nur mir auf.
Ich habe den Eindruck, sie tut alles, um eine Reaktion des Hasen zu bekommen.
Interessanterweise ist ihr jede Reaktion recht, auch weinen :(
Ich passe auf, solange der Hase noch so klein ist, dass er sich nicht wehren kann. Möchte das nicht diskutieren. Sie ist nämlich extrem schnell eingeschnappt.
Mittlerweile hat sie sich dran gewöhnt, dass ich ihn kaum aus der Hand gebe, mein Mann spielt glücklicherweise auch mit. Ist das ein weg für dich?

gesendet von smartfön mit innovativer Groß- und Kleinschreibung
Gruß von der Hasenmama
mit dem kleinen Hasen (07/13)
(ka)
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Re: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von (ka) »

Weißt du meine Kinder haben im Babyalter auch gerne Abends geweint wenn meine Anspannung abfiel nach einem anstrengenden Tag an dem ich die ganze zeit angespannt war wegen Leuten die ich nicht mochte
...
Was ich damit sagen möchte : sieh genau hin - in erster Linie ist das dein Problem mit dieser Frau und erst in zweiter Linie warscheinlich das deines Babys... Dagegen kannst du zb da nicht mehr hinfahren oder später irgendwann deinen Mann alleine mit Kind dahin fahren lassen oder weggehen wenn ihr da seid und nur zum stillen kommen oder eben immer wider die auseinander Setzung darüber mit deiner sm suchen ...
Ka mit Räubertochter (geboren 10/06) und zwei Wichtelsöhnen (geboren 12/2010)
dunkelblaublog
miss_undercover
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Re: AW: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von miss_undercover »

Dieses extreme Bespielen und Kommentieren und Animieren ist ein ziemlich weit verbreitetes Großeltern-Phänomen - dieses Forum ist voll von Berichten darüber. Grade beim ersten Kind ist es oft schwierig, dass andere so ganz anders mit unserem Kind umgehen als wir das - sehr bewusst und wohl überlegt - tun. Doch ich bin überzeugt, dass es viele gute Wege gibt, mit einem Kind authentisch liebevoll zu sein. Auch Kitzeln und Babysprache sprechen und sanftes (!!!) Kneifen und Drücken können da Strategien sein. Für Babys kann das auch ganz interessant sein, zu merken: X trägt mich eher rum, Y tobt mit mir und Z riecht nach Parfüm und kitzelt mich gern. Unmittelbar negative Reaktionen - Kopf wegdrehen, weinen - würde ich natürlich ernst nehmen und z. B. sagen: "Ich glaube, jetzt braucht er ein bisschen Ruhe". Aber abendliches Schreien würde ich jetzt nicht auf eine spezielle Art des Umgangs zurückführen ("Wenn du das machst, schreit er heute Abend wieder") weil total viele Babys abends weinen nach aufregenden Tagen.

Noch ein Denkanstoß: Durch dich lernt dein Sohn einen sehr bewussten Umgang mit Nähe und Distanz kennen. Das ist gut. Durch die Oma lernt er ein andres Konzept kennen - das ist eine wertvolle Ergänzung. So weiß er später, dass es unterschiedliche Wege gibt, die körperlichen Grenzen enger oder weiter zu stecken, und kann auswählen, wie er es selbst haben möchte.
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eve
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Re: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von eve »

Weil ich hier so oft kitzeln gelesen hab, Fred Donaldson, der den Begriff "Ursprüngliches Spiel" geprägt hat, meint, dass kitzeln kein Spiel ist. Der Kitzeln de hat immer die Machtposition und reagiert oftmals zu spät auf die Wünsche des Gekitzelten. Nur mal so :)
Novemberkind (2010) und Septemberbaby (2014)
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Starla
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Re: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von Starla »

Missy, hier war es genau so. Beanie hat erst mal nur geschrien, wenn die Oma (meine Schwiemu) kam. Sie hat sich auch darüber gefreut "Das ist Musik in meinen Ohren", "Oh, du bist aber schön laut". Ich habe Beanie viel ins Tragetuch gesteckt um sie vor "Übergriffen" zu retten. Ich habe wirklich viel erlaubt, aber besonders dieses Küssen überall und Kneifen ging mir auf die Nerven. Meine Schwiemu raucht auch noch und ist nicht sehr reinlich. Letztlich hat das Abwehr- und Schutzverhalten, das mein Mann und ich an den Tag gelegt haben, dazu geführt, dass es zu einem Rieseneklat kam. Jetzt ist Beanie älter und könnte ihre Grenzen sehr gut selbst verteidigen, aber der Kontakt ist gleich Null, was für uns nicht weiter schlimm ist (es sind noch andere Punkte hinzugekommen).

Es mag sein, dass sich ältere Menschen freuen, dass sie durch Babies/Kleinkinder wieder Körperkontakt/Zärtlichkeit bekommen, aber bitte nur, wenn es auf gegenseitig beruht: Z.B. quengelndes Baby wird auf dem Arm genommen und gewiegt oder das Kind Spaß am Spiel hat. Ein Baby ist wirklich nicht dazu da, das Defizit an menschlicher Nähe einiger anderer auszugleichen. Mir kommt es aber oft vor, dass gerade die Generation der Großeltern (mir haben schon entfernt Bekannte der Generation 60plus versucht das Baby vom Arm zu nehmen) da kein Pardon kennt und nur endlich diese süßen Babies herzen will. Leider ist bei diesen Menschen auch oft noch nicht angekommen, dass Babies schon "echte" Menschen und Persönlichkeiten sind und keine Püppchen.

Liebe Missy, ich finde nicht, dass dein Unbehagen nur deinen Hormonen geschuldet ist. Ich kenne viele Mütter, die lassen ihre Mütter und Schwiegermütter ruhig machen trotz Unbehagen und gewinnen dadurch eine neue Beziehung zu diesen, die dann auch darin resultiert, dass es für das Kind Zeit, Aufmerksamkeit, Liebe und Geschenke/Geld gibt. Wenn diese Körperlichkeit deiner Schwiegermutter nur eines von mehreren Dingen ist, die zwischen euch stehen und ein Streit eh schon in der Luft liegt, dann würde ich darüber nachdenken, ob man um des lieben Friedens Willen da mitmacht. Was sagt denn der Vater dazu?
Liebe Grüße von Starla mit dem Beanie-Mädchen (08/12) und dem Button-Mädchen (08/18)
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Missy
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Re: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von Missy »

Ich denke, ich muss hier auch nochmal zwei Dinge unterscheiden:

- Meine Einstellung zum Angrabbeln vom Baby
- meine Beziehung zu meiner Schwiegermutter

Weil ich zu meiner Schwiegermutter keine Vertrauensbasis habe, reagiere ich bei ihr natürlich auch heftiger, als bei anderen. Zumal meine Eltern z.B. auch kein Problem damit haben, meine Grenze zu wahren und trotzdem eine gute Beziehung zu meinem Sohn aufgebaut haben (wobei er sie natürlich auch häufiger sieht). Ich habe da auch ein Problem mit der Selbstverständlichkeit. B. ist ihr Enkel und nicht ihr Kind.

eve: Da ist was wahres dran. Ich mag dieses "Ich löse bei dir eine Reaktion aus und du kannst nichts dagegen tun" nicht. Schon gar nicht, wenn zu dieser Person keine Vertrauensbasis besteht, weil sie quasi unbekannt ist.

Starla: Mein Freund musste erst aus seiner Sohn-Rolle rauskommen. Anfangs wollte er es seiner Mutter natürlich recht machen, obwohl ich dann abends heulend auf dem Sofa sass. Er kann schlecht mit seiner Mutter über solche Dinge sprechen, weil er immer direkt Angst hat, sie zu verletzen.
Das geht aber nicht, weil er mit mir zusammenlebt, wir eine eigene kleine Familie haben und ich da ein bisschen Loyalität erwarte. Das sieht er mittlerweile ein.

miss_undercover und (ka): Leider war es aber so, dass er an Tagen mit viel fremdem Körperkontakt abends hysterisch war. Und da muss ich auch an mich denken, denn ICH habe dann abends das schreiende, verzweifelte Baby im Arm, welches nicht schlafen kann. Ganz davon ab, dass ich auch nicht möchte, dass mein Baby verzweifelt und hysterisch schreit vor lauter Reizüberflutung.

Er ist mittlerweile auch in einem Alter, in dem er langsam mobil wird. Dann wird sich das hoffentlich von alleine erledigen. Dann kann er sich selbstständig entziehen, wenn er das möchte. Oder auch selbstständig zu Personen krabbeln. So lange er das noch nicht kann, werde ich weiterhin die Grenzen ziehen, denke ich.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
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Missy
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Re: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von Missy »

Es ist ein schwieriges Thema, das merke ich auch an den unterschiedlichen Meinungen und auffassungen hier.
Eigentlich versuche ich meinem Gefühl und meiner Intuition zu vertrauen. Das ist nur manchmal schwer, wenn das Umfeld das nicht akzeptieren kann.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
Dobby
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Re: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von Dobby »

Hallo,
ich habe nicht alles durchgelesen, aber mir geht es genau wie dir. Es gibt einfach Menschen, die das Baby so stark und übertrieben einfordern! Ich finde das nicht normal. Jeder hatte doch sein eigenes Kind, damit konnten sie knutschen und knuddeln. Als Oma sollte man sich da meiner Meinung nach zurückhalten. Ich kann dir aus Erfahrung sagen es wird besser, je größer die Kinder werden, desto weniger hast du dieses schlechte Gefühl. Wenn meine SE kommen drehen sie komplett durch und machen die ganze Zeit nur was mit unseren Kindern. Mein Mann also ihr eigenes scheint sie nicht so zu interessieren. Ich mache auch keine Ausflüge mit ihnen und meide sie, weil ich einfach die ersten Male mit meinen Kindern gemieden möchte und sich nicht ständig meine SE draufstürzen sollen. Ich weiß ich bin da sehr extrem, aber ich merke je zurückhaltender die Menschen sind desto mehr erlaube und akzeptiere ich.
glückliche Mama mit einem Jungen 7/2010 und einem Mädchen 3/2013
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Missy
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Re: Brauche mal andere Meinungen: körperliche Distanz

Beitrag von Missy »

Dobby hat geschrieben:Hallo,
Ich weiß ich bin da sehr extrem, aber ich merke je zurückhaltender die Menschen sind desto mehr erlaube und akzeptiere ich.
Genau so ist es bei mir auch. Am sichersten fühle ich mich bei Personen, die sich für meine Wünsche und Vorstellungen B. betreffend interessieren, von sich aus nachfragen und mir keine ungefragten Ratschläge aufdrücken wollen.
Mein Vater sagt z.B. immer: Macht das so, wie ihr das für richtig haltet. Ihr macht das gut so.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
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