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Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 09:16
von Mugi0303
Also ich kenne Mütter die stillen und solche die es nicht tun bzw. taten. Zum einen wollten sie es von Anfang an nicht oder hatten Schmerzen und dann recht schnell aufgegeben (keine Nachsorgehebamme). Ich hatte eine sehr gute Hebi beim ersten Kind die mir das Stillen richtig eingeimpft hat und die Grundlagen legt für 3 gute Stillbeziehungen. Hätte aber auch anders laufen können.
Mugi
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 09:46
von lalelu2
Meiner Schwester wurde im KK gesagt, ihre Brustwarzen seien für das Baby viel zu groß und sie könne damit nicht stillen. Glücklicherweise hat sie nicht darauf gehört und dann hats natürlich doch problemlos geklappt
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 10:04
von Carraluma
Da gibts soviel womit den Müttern, die Stillen wollen, das Leben schwer gemacht wird. Angefangen von schlechter oder widersprüchlicher Beratung im Krankenhaus, Hebammen mit zu wenig Erfahrung oder veraltetem Wissen und den vielen ach nur gut gemeinten Ratschlägen aus dem Umfeld.
Das Baby braucht doch unbedingt einen Schnuller. Das Baby muss doch aus einem Fläschchen trinken. Man kann doch nicht so oft/lange Stillen....du kannst ja auch noch beim nächsten Kind stillen, dann hast du mehr Erfahrung...du musst ihn ziehen nur alle xy Stunden. 5 min links und 5 min rechts. ...
Und dann fehlende Unterstützung und Verständnis, wenn anfangs Probleme auftreten wie wunde BW...
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 10:37
von nido56
Ich frage mich auch oft, warum die Muetter in anderen Kulturen diese Probleme nicht haben. Ist da einfach mehr Wissen vorhanden, das von Generation zu Generation weitergegeben wird? Ich koennte mir vorstellen, dass eine Rolle spielt, dass wir, bis wir selbst Muetter werde, oft nie wirklich von stillenden Frauen umgeben waren. Wenn man so aufwaechst, dass immer ein Haufen Frauen gerade ihre Kinder stillen, und man das taeglich miterlebt, dass man dann auch unbewusst schon lernt, wie es geht.
Ich frage mich oft, ob mein etwas trinkschwacher Winzling, der die ersten Wochen zugefuettert werden musste, weil er nicht kraeftig genug gesaugt hat und bei mir die Milch nur sehr, sehr schleppend kam, in einer anderen Kultur oder Zeit einfach gestorben waere, oder ob ich irgednwas haette anders machen koennen, um diesen schwierigen Start zu verbessern. Wenn er z.B. nach der Geburt nicht sofort Glukose bekommen haette, weil er so leicht und etwas unterzuckert war und sich nicht gleich anlegen liess, waere er dann irgendwann doch von selbst an die Brust gegangen und alles waere anders gelaufen?
Ich denke, zum einen fehlen uns, wie gesagt, die Vorbilder, an denen wir lernen koennten. Zum anderen haben wir eben viele Moeglichkeiten einzugreifen: Pulvernahrung, Flaeschchen, Milchpumpen, Stillhuetchen... und wir wollen natuerlich kein Risiko fuer unsere Babys eingehen. Vielleicht greifen wir auch aus Angst oft zu frueh in die Stillbeziehung ein und starten damit die Interventionskaskade. Wenn ich hier so manche Beratung der Stillmods sehe, wo unter genauer Beobachtung auch in Kauf genommen wird, dass ein zartes Vollstillbaby ueber einen Monat braucht, um sein Geburtsgewicht wieder zu erreichen, dann denke ich, dass es z.B. bei uns auch anders gegangen waere. Aber mir hat man erklaert, dass der Kleine so leicht ist, dass er, sollte er mehr als 10% Gewicht verlieren, mit Magensonde auf die Saeuglingsstation muesste. Da habe ich ihm natuerlich sofort die Flasche in den Mund gestopft und zugefuettert, was das Zeug hielt. Ebenso sollte ich danach sofort mit ihm zum Arzt, waere die wochentliche Zunahme unter 150g oder das Geburtsgewicht nach 2 Wochen nicht wieder erreicht gewesen. Sowas macht grosse Angst und wenn dann all die technischen Hilfsmittel zur Verfuegung stehen, dann ist es einfacher, denen zu vertrauen als dem eigenen Koerper.
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 10:41
von EhULao
Also in meinem Umfeld stillt niemand...ich war mit 4 Kolleginnen "zusammen" schwanger, 3 davon haben nach 2-3 Wochen nicht mehr stillen können (ich weiß jetzt aber nicht expizit, warum, ich wollte nicht darauf rumreiten) und eine hat jetzt mit 4 Monaten abgestillt wegen Nachtschlaf. Auch in der Verwandschaft kenne ich nur 1 Cousine, die ihren 2ten Sohn 4 oder 5 Monate gestillt hat, danach "reichte" die Milch nicht mehr laut Hebamme. Meiner wird nun 5 Monate gestillt und nimmt keine Flaschen (Ende daher nicht in Sicht), es fängt daher schon an, dass ich hier wie ein Zaubertier betrachtet werde

Das milchgebende Einhorn quasi

Meine Mutter wuchs in der ehemaligen UdSSR auf, da war es nicht viel anders, ich wurde nur 6 Wochen gestillt, bis die Milch "nicht reichte", bei meiner Schwester war sie allerdings erfahrener und selbstsicherer, die hat sie entgegen aller Ratschläge 8 Monate voll und bis zum 2ten LJ weitergestillt...Ergebnis: ich habe Übergewicht, meine Schwester nicht ...ich denke schon, dass es AUCH mit dem Stillen zusammenhängt!
Gerade wenn ich mir jetzt die Sendungen zu der Katastrophe auf den Philippinen ansehe denke ich immer wieder daran, wie schlimm es sein muss, seinem Kind kein Essen geben zu können (überall auf der Welt). Die Abhängigkeit von Pulvernahrung ist gerade in solchen Situationen ja schrecklich für die Mütter...hier hat es vor einem Jahr schon Panik gegeben, als die Chinesen die Supermärkte leergefegt haben...da ist man mit Stillen ja wesentlich besser dran...die armen Kinder und ihre Mütter...
LG Lee
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 10:49
von Sakura
nido56 hat geschrieben:Ich frage mich oft, ob mein etwas trinkschwacher Winzling, der die ersten Wochen zugefuettert werden musste, weil er nicht kraeftig genug gesaugt hat und bei mir die Milch nur sehr, sehr schleppend kam, in einer anderen Kultur oder Zeit einfach gestorben waere
Fragen, die sicher keiner beantworten kann. Klar war früher und ist noch heute anderswo die Kindersterblichkeit höher.
Andererseits gibt es in ausgeprägten Stillkulturen das Modell des "Fremdstillens". Früher waren es Ammen (deren eigene Kinder dabei aber oft qualvoll zugrunde gingen

) , in Afrika gibt es teilweise Stämme, wo Kinder generell von mehreren Müttern gestillt werden. So wird ganz natürlich sicher gestellt, dass kein Kind daran darben muss, dass seine eigene Mutter z.b. zu wenig Milch hat, oder andere Stillschwierigkeiten das Gedeihen eines Babys beeinflussen.
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 11:09
von nido56
Stimmt, das ist natuerlich auch noch ein Vorteil, wenn alle Frauen in der Famile, im Stamm oder im Dorf stillen: Es ist immer jemand da, der bei Bedarf einspringen kann.
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 12:04
von Schwanhild
Hmmm. Mit dem 2. Zwerg konnte ich nicht gleich heim, somit habe ich beobachtet, wie der Bettnachbarin das Stillen durch die sogenannte Stillberaterin

ausgetrieben wurde.
Und wir sollten mit Glukose zufüttern, war wohl medizinisch indiziert (???), hätte ich nicht selbst um stillfreundliche Methoden gebeten... Wer weiß....
Leider ist es mit der Stillfreundlichkeit in Münchner KHs nicht soooooo weit her. Und dass, obwohl da durchaus die eine oder andere ausgebildete Stillberaterin unterwegs ist. meinen Freundinnen rate ich mittlerweile, sich selbst vorher schlau zu machen und sich sofort Hilfe bei kompetenten Stellen zu holen.
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 13:36
von suri
Ich hatte bei drei Kindern drei verschiedene Hebammen in zwei verschiedenen Bundesländern und bin bei keiner gut beraten worden. Wenn ich nicht selbst so davon überzeugt gewesen wäre, dass ich stillen will und kann, wäre das bei keinem meiner Kinder was geworden. Meine Erfahrungen sind bzgl Hebammen in dieser Hinsicht sehr negativ.
Gestern hatten wir Nachtreffen vom geburtsvorbereitungskurs und von 10 Frauen stillen nur drei voll! Alle anderen haben bei den inzwischen 4 Monate alten Kindern beigefüttert oder schon abgestillt. Das fand ich erschreckend. Die Hebamme sagte auch, dass sie kaum eine Frau kennen würde, bei der die Milch abends reichen würde

und abends fast immer Flasche nötig sei, damit das Kind das Gewicht halten kann
In meinem Freundeskreis wird allerdings viel und lange gestillt.
Re: Mütter stillen oft nicht
Verfasst: 15.11.2013, 14:18
von Masu
Um mich herum stillen die meisten Frauen.
Die Frauen, die ich kenne und die nicht stillen oder nur kurz gestillt haben wollten gern unabhängiger sein und fanden Flasche geben praktischer. Zumindest wird oft so argumentiert. Sie wollen ihren Körper 'endlich' wieder für sich haben und keine Rücksicht nehmen.
Gerade neulich mit einer schwangeren Bekannten gesprochen, die sagte Nein auch beim 2. Kind wird nicht gestillt. Flasche ist praktischer, da sie dann unabhängiger ist und auf ihren Wein nicht verzichten muss, sie hat keine Lust auf stillfreundliche Kleidung und auch keine Lust sich bei Hunger des Babys in 'eine Ecke' zu verziehen. Aber sie überlegt doch es 2 Monate zu probieren, weil sie gehört hat, dass sich der Bauch dann besser zurück zieht :-/
Da ich persönlich die Punkte nicht nachvollziehen kann, denke ich dass es wirklich mangelnde Aufklärung ist. Es gibt einfach noch zu viele Ammenmärchen rund ums Stillen.
Zb. Fremdbetreuung und Stillen. Sei es Kita oder der Papa. Es ist so vieles möglich ohne abzustillen zB vor einem Kitastart.
Auch das Thema Alkohol und Stillen. Das man auch als Stillmama mal 1-2 Gläser Wein trinken darf ist kaum bekannt.
Aber all die Information darüber hätte ich ohne dieses Forum auch nie gehabt und darüber bin ich sehr dankbar.
