So, es ist mal wieder Zeit für einen Bericht: Erst einmal, die Kinderzahnärztin rät zum Abstillen bis 2 Jahren und empfiehlt eine systemische Familienberaterin. Putzschule haben wir nächste Woche, mal gespannt, ob das was bringt.
Aber unser Hauptthema ist ja das Schlafen... Mittags stille ich jetzt nicht mehr gemütlich auf der Couch, sondern es wird jeden Tag gelaufen! Sie schläft mittlerweile sicher im Kinderwagen ein, zeigt sogar auf ihren Anzug und sagt "Heia"!
Ich habe ab Januar mal eine Woche konsequent das Pantley-Abdocken durchgezogen, gepaart mit eigener Intuition, denn nach dem 50. Abdocken (oder mehr?) habe ich die Brust teilweise einfach eingepackt. Die erste Nacht war schlimm, aber ab dann lief es immer besser. Sie schlief sogar einmal 7 Stunden am Stück.

Einige Zeit haben wir vorher aber noch gestillt, irgendwann konnte ich das komplett weglassen.Seitdem klappt das abendliche Einschlafen (bis auf Ausnahmetage, weiß nicht was da los ist) ohne Brust und wohlgemerkt immer noch ohne Schnuller oder eine Flasche. Ich bin stolz auf mein Mädchen! Manchmal quengelt sie kurz, aber manchmal dreht sie mir direkt den Rücken zu. Oft möchte sie aber meine Hand halten, ganz goldig. Am Anfang hatte ich mehrere Stunden Freizeit am Abend, mittlerweile max. 2 Stunden, eher eineinhalb. Aber auch besser als früher. Soweit zu den Fortschritten... Nur verhält sie sich nachts entgegen aller schlauen Ratgeber, die sagen, dass ein Kind, das alleine einschlafen kann, das auch nachts tut! Ich glaube mittlerweile, dass es wirklich Gewohnheit ist. Wenn sie das erste Mal wach wird, dann holen wir sie ins Beistellbett rüber. Und ab dann geht es unverändert weiter, selten hatte ich 5 Stunden, wenn es gut läuft mal 3, schlimm ist es wieder bei einer Dreiviertelstunde, vor allem gegen Morgen. Was dann in Dauernuckeln ab fünf endet. Ich gebe zu, dass ich das Abdocken nicht mehr konsequent durchgezogen habe, weil ich das beim Arbeiten einfach nicht schaffe. Ganz zu verweigern habe ich auch probiert, das endete in richtig schlimmem Gebrüll.
Ich bin derzeit in einem Zwiespalt: Es sprechen viele Gründe für das Weiterstillen, aber auch einige dagegen. Ich habe mal in mich hineingehört und mir das auch notiert. Aber klarer bin ich deswegen noch nicht. Diese Ambivalenz spürt sie wahrscheinlich auch. Das gute Gespräch mit einer Stillberaterin hat ergeben, dass ich mehr an meinen Mann delegieren sollte. Der hat sie an einem Abend, an dem ich beruflich weg war, durch Tragen zum Einschlafen bekommen und er konnte sie sogar ABLEGEN! An anderen Abenden, an denen wir probiert haben, dass er reingeht, schrie sie länger und wurde irgendwann im Viertelstundenrhythmus wach. Vor ein paar Tagen ging es gar nicht, sie schrie so fürchterlich, dass sie noch nach einer Dreiviertelstunde Stillen schluchzte.

Die Stillberaterin hat mir aber etwas die Angst genommen, dass ich ihr schaden kann, weil der Papa sie ja begleitet, sie jetzt sicher gebunden ist und der Papa eine Hauptbezugsperson ist (wir teilen uns die Betreuung). Aber leicht fällt mir das nicht. Dennoch will ich nun mal wieder was für mich tun, auch mal abends rausgehen. Sie versteht ja jetzt soooo viel mehr.
Ich weiß auch nicht so recht, ob es nachts nicht sinnvoller ist, sie ganz abzustillen, ich glaube das verwirrt sie eher und sie ist auch sehr hartnäckig was das Abdocken angeht. Tagsüber hing sie die letzten Wochen ständig an meiner Brust, stillte öfter als ein Neugeborenes, aber oft aus Langeweile. Nun versuche ich sie abzulenken, wir gehen viel raus, so dass wir jetzt tagsüber noch zweimal stillen.
Mir sitzt noch meine Hochzeit im Sommer im Nacken, da ich nicht weiß, wie ich feiern soll, wenn sie so schläft wie jetzt... Die Stillberaterin meint, bis dahin hätte sich das erledigt. So wie mein Kind die Brust liebt, bezweifle ich das eher.
Manchmal denke ich, ich kann es ihr zumuten nachts ohne Stillen auszukommen, denn sie kann ja eigentlich friedlich ohne einschlafen und ich habe so viele Monate alles gegeben. Aber dann tut sie mir wieder leid, ich kann das Weinen einfach nicht ertragen, werde sofort wieder schwach...
