Hallo Isbel,
vielen Dank für Deine ausführlichen Berichte; ich bin sicher, dass wir da schon eine Lösung finden werden.
Also zunächst zu den Akutmaßnahmen:
Bitte nimm unbedingt weiterhin - nach Deiner eigenen Einschätzung, ggf. in Absprache mit Deinem betreuenden Arzt - Schmerzmittel. Oberstes Ziel unserer Bemühungen ist auf jeden Fall schmerzfreies Stillen.
Wenn Du das Gefühl hast, dass Hütchen Dir derzeit schmerztechnisch Erleichterung verschaffen könnten, probier sie unbedingt aus!..
Offensichtlich ist mit der Saugtechnik Deines Babys etwas NICHT in Ordnung - d.h. Hütchen machen da den Kohl auch nicht mehr fett sozusagen. Alles, was Dir derzeit hilft und den Schmerz reduziert, ist richtig.
Dann zur Wahrnehmung praller oder weicherer Brüste: Berücksichtige unbedingt, dass prall nicht gleichbedeutend ist mit "voller Milch", und schlaff nicht heißt "alles alle"! Das ist sehr wichtig. Prall heißt einfach nur: "länger nicht getrunken, deshalb erhöhte Durchblutung, eingelagertes Gewebswasser und wochenbettbedingt geschwollenes Drüsengewebe", mehr nicht.
Und "alles alle" ist egal, so lange Du Dich beim Stillen wohlfühlst und entspannen kannst - dann kommt nämlich von selbst der nächste MSR. Momentan fühlst Du Dich NICHT wohl und entspannt, vollkommen klar, das würde niemand, der so schlimme Schmerzen hat wie Du gerade.
Und in der Tat, während hohe Konzentrationen an Schmerz- und Stresshormonen durch Deinen Körper rauschen, haben es die Stillhormone etwas schwerer. Dementsprechend muss jetzt erstmal OBERSTES Ziel sein, Dich zu entlasten, d.h. das Schmerzlevel und den Stress (z.B. auch durch Angst vor dem nächsten Anlegen!..) zu verringern. Das ist wichtiger, als ab jetzt sofort kunstvoll an der Saugtechnik Deines Babys zu feilen.
Ansonsten noch ein homepathisches Mittel, das mir zur Milchsteigerung empfohlen wurde. Alfalfa DH4 3 Tabletten vor jedem Stillen.
Kannst Du auf jeden Fall wieder weglassen:
Möglicherweise haben Eure derzeitigen Schwierigkeiten AUCH ursprünglich mit Problemen mit der Milchbildung zu tun - die Schilddrüse wäre da definitiv Kandidat Nr. 1, das sollte schnellstmöglich überprüft werden. In diesem Falle muss mit richtigen Medikamenten behandelt werden (Schilddrüsenmedis und ggf. Medikamente, die die Milchbildung steigern).
Oder aber, Eure derzeitigen Schwierigkeiten haben NICHT ursprünglich mit Milchbildungsproblemen zu tun - in diesem Falle sollte bei den tatsächlichen Ursachen angesetzt werden und nicht sinnlos "einfach so" irgendwelche Mittel eingenommen werden.
Ist dieser Ansatz OK für Dich?
Aber ich versuche nach 1 Stunde stillen wenigstens 1 Stunde Pause dazwischen zu bekommen, weil die BW mir zu weh tun und die Vasospasmen abends wieder schlimmer werden.
Diesen Ansatz finde ich für Euch sehr gut. Ich möchte vorschlagen, die Dauer der Stillmahlzeit auch noch etwas weiter zu verkürzen, maximal 40 Minuten (also 20 Minuten pro Seite). Dann abdocken und Baby ANDERS bei Laune halten, z.B. im Tragetuch, gern auch mit Mamafingernuckeln - ich bin sicher, das macht bei Euch nix kaputt, im Gegenteil. Nach Ende der Mahlzeit mindestens 1 Stunde Stillpause einhalten.
und ich sie unterwegs noch nicht stillen kann ohne meine Kissen

In welcher Stillposition stillst Du denn für gewöhnlich?
LG
Julia