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Re: Fragen zum Stillen/Finger nuckeln bei 2 Tage altem Säugl

Verfasst: 05.09.2013, 17:29
von DornsInge
spätestens alle 4 ist richtig, frühestens gibt es aber keins. wenn hunger--dann brust. das ist das ammenmärchen von der alten milch im bauch wo neue drauf kommt..aber wenn du gegessen hast, und isst nach 30min wieder was, bekommst du auch kein bauchweh..

schluckauf ist ganz normal..so halten sie sich zb auch die atemwege frei

Re: Fragen zum Stillen/Finger nuckeln bei 2 Tage altem Säugl

Verfasst: 05.09.2013, 17:42
von jusl
Ja, das ist immer schwierig, wenn man widersprüchliche Tipps hört. Als Mutter musst Du dann entscheiden, "nach wem" Du Dich richten willst, das ist immer irgendwie blöd...

Ich geh einfach mal der Reihe nach:
Seit gestern hab ich Milcheinschuss, was sich aber super aushalten lässt. Gestern haben wir oft und erfolgreich angelegt, gar kein Problem. Nun habe ich heute schon recht viel Milch und der Kleine trinkt gut, aber er kommt natürlich nicht mehr so häufig. Ich hab einfach das Gefühl er ist richtig gut satt. Ihn zu wecken ist ein richtiger Akt. Wenn ich ihn jetzt wecke zum stillen, dann stillt er höchstens fünf Minuten und meistens auch nur eine Seite um dann wieder einzuschlafen. Ist es es besser öfter und dafür kürzer zu stillen?
Das ist ohne weitere Daten für uns nicht entscheidbar. Viele Babys kommen mit "oft und kurz" wunderbar zurecht. Ob es auch für Dein Baby das richtige ist, zeigt sein Verhalten (das ich nicht kenne), seine Ausscheidungen (die ich nicht kenne) und seine Gewichtsdaten (die auch nicht kenne).
Gilt das 8-12x am Tag auf Dauer auch nach dem Milcheinschuss oder darf ein Baby dann auch weniger bekommen.
Ja, das gilt definitiv für die gesamte Vollstillzeit, also die ersten StillMONATE (nicht nur -tage ;-)).
Es gibt Babys, die auch mit nur 5-7 Mahlzeiten gut gedeihen, die sind aber selten (ich kenne nur *grübel* vier - gegenüber *grübel* HUNDERTEN von Babys, die 8-12 Mahlzeiten brauchen).
Ab wann ist Fingernuckeln ok, wie lange muss er sich an die Brust gewöhnt haben?
Das ist nicht vorherzusagen. Bei flachen BW ist es wichtig, dass Dein Baby zunächst eine gute Stilltechnik lernt und FESTIGT, ehe er weitere Mund-Reize bekommt. Wenn sich das Stillen gut eingespielt hat (also wenn andocken und dranbleiben 100%ig OHNE PROBLEME klappt und er gut gedeiht), kannst Du es ja mal probieren mit dem Finger.
Ich hatte ihn angelegt und sie meinte, ich solle ihn nicht so nah ranziehen, weil er sich dann daran gewöhnt, dass saugen anstrengend ist.
Das verstehe ich nicht... woran soll er sich gewöhnen?!? (Oder nicht gewöhnen??) Die von mir beschriebene Stillhaltung (Baby NAH an der Brust) ist in JEDEM Stillfachbuch beschrieben, absolutes Standardwissen, und auch total plausibel, wenn man die Physiologie des Saugvorgangs betrachtet.
Sie sagte, ich solle auf jeden Fall beide Brüste jedes Mal stillen? Ist das wichtig?
Normalerweise sollten in den ersten Lebenswochen immer beide Brüste angeboten werden, damit die Milchproduktion gut anläuft. In manchen Fällen kann es aber günstiger sein, von dieser Regel abzuweichen (z.B. bei massiver Überproduktion).
Sie meinte ich solle ihm frühestens in zwei Stunden und spätestens in vier Stunden wieder was geben.
Sie meinte zu häufiges Anlegen fördert die Blähungen und "Verdauungsprobleme" die wir zwischendurch schon mal hatten.
Diese Hinweise sind völlig veraltet. Seit vielen Jahren wird in jeder Stillfachliteratur einhellig das Stillen nach Bedarf propagiert. Beim Stillen nach Bedarf gibt es ausdrücklich KEINE Mindestabstände. Es gibt keinerlei wissenschaftliche plausible Theorien oder gar empirische Belege dafür, dass Stillen nach Bedarf zu Verdauungsproblemen führt, ganz im Gegenteil. Stillen nach Bedarf sorgt dafür, dass ein Baby immer die richtige Milch in der richtigen Zusammensetzung bekommt, führt zu Wohlgefühl und minimiert Stress für alle Beteiligten.

Hilft Dir das erstmal weiter?

LG und einen guten Start in die Zeit daheim,
Julia