Re: Doch noch vollstillen möglich?
Verfasst: 03.08.2013, 10:10
So, jetzt aber.
Zunächst zur Gewichtsentwicklung:
Auch 2-Stunden-Abstände sind völlig normal und damit keineswegs ein Zeichen dafür, dass das Baby nicht satt geworden ist oder so. Junge Säuglinge stillen für gewöhnlich 8-12 mal in 24 Stunden, manche auch noch öfter. Das bedeutet rund um die Uhr durchschnittlich alle 2 Stunden stillen, und falls ein Baby irgendwann doch mal 3 oder 4 Stunden am Stück schläft, dann entsprechend NOCH öfter, um auf diesen Durchschnitt zu kommen. Also: Ganz normal.
Empfehlenswert kann da sein, nach dem ersten Loslassen das Baby nicht erneut anzulegen, sondern einfach direkt irgendwas lustiges zu machen (aufstehen, rumtragen, schaukeln, ein Spielzeug anbieten usw.), und später, wenn das Baby wieder Appetit zeigt (möglichst BEVOR es weint!..) einfach wieder stillen.
Unruhe allein ist also kein sicherer Beweis dafür, dass Zufüttern nötig ist. Eine Zufütterindikation erkennt man stattdessen daran, dass folgende Kriterien NICHT erfüllt sind:
das Baby
* scheidet unauffällig aus (mindestens 4 Pipi-Windeln am Tag)
* nimmt unauffällig zu (zwischen 2 und 4 Monaten durchschnittlich zwischen 110 und 330 g/Woche)
* trinkt mindestens 8-12 mal in 24 Stunden, mit guter Technik.
Mein Vorschlag ist, diese 3 Punkte in nächster Zeit genauer anzuschauen und zu dokumentieren. Möglicherweise reicht das schon, um die derzeitige Zufüttermenge deutlich senken zu können.
Da Ihr praktisch von Geburt an zugefüttert habt, steht nicht fest, dass Deine Milchbildung auf Vollstillniveau (=100%) gesteigert werden kann. Das müssen wir genauer beobachten. Eure Chancen stehen aber ganz gut, weil die Zufüttermengen überschaubar sind (vermutlich im Bereich 15-45 %).
Sinnvoll ist definitiv, die Zeit an der Brust zu erhöhen, denn dies ist mit Abstand die beste Möglichkeit, die Milchbildung zu steigern (vorausgesetzt Dein Baby trinkt kräftig und mit guter Technik (keine Schmerzen bei Dir!..)). Ungünstig ist, die derzeit notwendige Zufüttermilch per FLASCHE zu füttern, denn bei vielen Babys beeinträchtigt die Gabe von künstlichen Saugern die Fähigkeit, korrekt an der Brust zu trinken. Besser wäre also, wenn Du auf eine stillfreundliche Zufüttermethode umsteigst.
Meine Empfehlung lautet entsprechend:
* ab sofort stillfreundlich zufüttern, entweder saugfrei oder während des Stillens (z.B. mit dem BES), keine Schnuller
* tägliche Doku des Babygewichts (nach guter Methode gemessen), der Anzahl der Pipi-Windeln, der Stillhäufigkeit und der Zufüttermenge
* mindestens 10 mal in 24 Stunden das Stillen anbieten, möglichst bevor sie weint
* Zufüttermenge zunächst auf z.B. 300 ml begrenzen. Das einige Tage lang so lassen, und ab dann in ca 20 ml-Schritten von Tag zu Tag weiter verringern. Durch die sorgfältige Doku sehen wir sofort, ob das in Ordnung geht und Dein Baby weiterhin bestens versorgt ist.
Was hältst Du von diesem Vorgehen?
LG
Julia
Zunächst zur Gewichtsentwicklung:
Die Gewichtszunahme lag bislang bei rund 230 g/Woche, das ist ein hoher Wert (Quelle). Sie ist also offensichtlich bestens versorgt, und Eure Chancen stehen gut, dass Ihr die Zufüttermenge deutlich reduzieren könnt.Sie hat eigentlich seit der Entlassung immer gut zugenommen und die Hebamme meinte es macht auch nichts wenn sie mal weniger zunehmen würde.
Es ist normal, dass Babys immer weniger schlafen je älter sie werden. Dein Baby ist ja kein Neugeborenes mehr - es würde also auch beim problemlosen Vollstillen nicht mehr automatisch 3-4 Stunden schlafen, sondern länger und öfter wachbleiben und auch beschäftigt werden wollen.Wenn ich es ohne Zufüttern versuche spielt es sich eher so ab:
Erst die eine Brust, sie dockt ab, dann die andere Brust, sie hört wieder auf und scheint satt. nach einer minute ist das Geschrei wieder groß. Dann geht es wieder an die Brust. Das ganze geht dann so lange bis sie danach wenigstens nicht mehr schreit. In den meisten Fällen bleibt sie aber danach unruhig. Selten schläft sie danach zufrieden ein für ca. 2-3 Stunden. Wenn sie allerdings gar nicht satt wird und wir schon 2 Stunden am Stillen sind füttere ich zu weil sie dann nur noch nervös an der Brust zerrt. Dann trinkt sie aber auch nochmal ihre ca.60-100 ml. Anfangs hat sie nach dem Zufüttern auf jeden Fall ihre 3-4 Stunden geschlafen. Mittlerweile hat sie trotzdem oft nach 2 Stunden wieder Hunger. Manchmal hab ich das Gefühl das sie Bauchweh hat und deshalb dann noch mehr trinken will zur Beruhigung. Volle Windeln hat sie so zwischen 5-6 am Tag. Nasse Windeln ebenso.
Auch 2-Stunden-Abstände sind völlig normal und damit keineswegs ein Zeichen dafür, dass das Baby nicht satt geworden ist oder so. Junge Säuglinge stillen für gewöhnlich 8-12 mal in 24 Stunden, manche auch noch öfter. Das bedeutet rund um die Uhr durchschnittlich alle 2 Stunden stillen, und falls ein Baby irgendwann doch mal 3 oder 4 Stunden am Stück schläft, dann entsprechend NOCH öfter, um auf diesen Durchschnitt zu kommen. Also: Ganz normal.
Empfehlenswert kann da sein, nach dem ersten Loslassen das Baby nicht erneut anzulegen, sondern einfach direkt irgendwas lustiges zu machen (aufstehen, rumtragen, schaukeln, ein Spielzeug anbieten usw.), und später, wenn das Baby wieder Appetit zeigt (möglichst BEVOR es weint!..) einfach wieder stillen.
Unruhe allein ist also kein sicherer Beweis dafür, dass Zufüttern nötig ist. Eine Zufütterindikation erkennt man stattdessen daran, dass folgende Kriterien NICHT erfüllt sind:
das Baby
* scheidet unauffällig aus (mindestens 4 Pipi-Windeln am Tag)
* nimmt unauffällig zu (zwischen 2 und 4 Monaten durchschnittlich zwischen 110 und 330 g/Woche)
* trinkt mindestens 8-12 mal in 24 Stunden, mit guter Technik.
Mein Vorschlag ist, diese 3 Punkte in nächster Zeit genauer anzuschauen und zu dokumentieren. Möglicherweise reicht das schon, um die derzeitige Zufüttermenge deutlich senken zu können.
Da Ihr praktisch von Geburt an zugefüttert habt, steht nicht fest, dass Deine Milchbildung auf Vollstillniveau (=100%) gesteigert werden kann. Das müssen wir genauer beobachten. Eure Chancen stehen aber ganz gut, weil die Zufüttermengen überschaubar sind (vermutlich im Bereich 15-45 %).
Sinnvoll ist definitiv, die Zeit an der Brust zu erhöhen, denn dies ist mit Abstand die beste Möglichkeit, die Milchbildung zu steigern (vorausgesetzt Dein Baby trinkt kräftig und mit guter Technik (keine Schmerzen bei Dir!..)). Ungünstig ist, die derzeit notwendige Zufüttermilch per FLASCHE zu füttern, denn bei vielen Babys beeinträchtigt die Gabe von künstlichen Saugern die Fähigkeit, korrekt an der Brust zu trinken. Besser wäre also, wenn Du auf eine stillfreundliche Zufüttermethode umsteigst.
Meine Empfehlung lautet entsprechend:
* ab sofort stillfreundlich zufüttern, entweder saugfrei oder während des Stillens (z.B. mit dem BES), keine Schnuller
* tägliche Doku des Babygewichts (nach guter Methode gemessen), der Anzahl der Pipi-Windeln, der Stillhäufigkeit und der Zufüttermenge
* mindestens 10 mal in 24 Stunden das Stillen anbieten, möglichst bevor sie weint
* Zufüttermenge zunächst auf z.B. 300 ml begrenzen. Das einige Tage lang so lassen, und ab dann in ca 20 ml-Schritten von Tag zu Tag weiter verringern. Durch die sorgfältige Doku sehen wir sofort, ob das in Ordnung geht und Dein Baby weiterhin bestens versorgt ist.
Was hältst Du von diesem Vorgehen?
LG
Julia