Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?
Verfasst: 30.06.2013, 18:28
Das klingt alles ziemlich schlimm und verfahren - ich hatte auch eine Postpartale Depression, die leider nicht - also: gar nicht - behandelt wurde. Obwohl ich keine Angststörung dazu hatte, kann ich das absolut nachvollziehen, dass du dich wären so einer Phase total außer Gefecht gesetzt und außer Stande siehst, dich um das Kind zu kümmern. Langfristig kann ich dir nur die Daumen drücken, dass du stillfreundliche Mediziner findest, die dir helfen, da wieder "raus" zu kommen, mit Medikamenten, die weder dir noch dem Baby schaden. Ärzte und Therapeuten, die nicht sehen, wie wichtig die Stillbeziehung momentan für dich ist, die Stillen als "Luxus" ansehen, sehen vielleicht auch nicht dein "ganzes" Problem?! Es mag bequem sein, dir ein paar Pillen zu verabreichen und "dann ist alles gut". Aber das wäre es eben nicht, es ist nur "abgeschaltet", nicht "abgeschafft".
Wenn ich dich richtig verstehe, geht ja nicht nur um das Stillen, sondern auch insgesamt um dein Gefühl, ihn "allein" zu lassen, eine "Rabenmutter" zu sein, für 9 Tage den gesamten Kontakt zu ihm zu unterlassen (telefonieren geht ja in dem Alter noch nicht) - das greift viel tiefer, als die Frage "Muttermilch oder Flaschenmilch". Wie kommen denn deine Schwester und das Kind miteinander aus? Wäre sie in der Lage, einen "Anfall" von dir evtl. abzufangen?
Theoretisch - also rein physich - müsste es klappen, dass du 9 Tage mit Abpumpen überstehst und trotzdem noch Milch hast, wenn du wieder kommst.
Was in dir und dem Kind in dieser Zeit allerdings psychisch vorgeht, kann wohl niemand vorhersagen.
Wenn es "nur" um die Immunisierung gegen Hepatitis B und Diphterie geht, solltest du dir ernsthaft überlegen, ob du das Risiko nicht lieber eingehst und den Kleinen mitnimmst, um dich wohler zu fühlen.
Ich bin eine echte Impfbefürworterin, auch weil ich eine Ausbildung im medizinischen Bereich habe, aber du solltest gut abwägen. Was meint denn dein Mann dazu? Ich meine: Wenn du ein Risiko für das Kind da eingehst, geht ihn das ja auch etwas an.
Soweit ich weiß, gibt es in Deutschland auch immer wieder Fälle von Diphterie - meist aus Reisen in die GUS-Staaten mitgebracht - wirklich "sicher" sein kannst du dir hier also momentan auch nicht. Und die Übertragungswege von Hepatitis B (Körperflüssigkeiten) wird dein Kind bei sorgsamer Hygiene in der Türkei auch nicht "betreten".
Masern, Mumps, Windpocken und Meningokokken können dir auch hier begegnen (gegen den Haupt-Meningokokkenstamm in Deutschland kann man momentan noch nicht mal impfen, das sind eher die Nebenstämme, bzw. die, die in anderen Ländern häufiger sind), einzig bei Polio (Übertragungsweg Fäkal-oral) wäre ich da etwas skeptischer.
Du könntest auch mal bei der Türkischen Botschaft anfragen, ob die dir weiter helfen können, z.B. mit Daten aus dem Gesundheitsministerium zu den einzelnen Krankheiten und Regionen.
Letztlich sind natürlich auch das nur Statistiken und es hilft einem wenig, wenn die Wahrscheinlichkeit nur 1% beträgt und man erwischt genau dieses eine Prozent - aber das gilt für alle Länder, für dein ganzes Leben.
Wenn ich dich richtig verstehe, geht ja nicht nur um das Stillen, sondern auch insgesamt um dein Gefühl, ihn "allein" zu lassen, eine "Rabenmutter" zu sein, für 9 Tage den gesamten Kontakt zu ihm zu unterlassen (telefonieren geht ja in dem Alter noch nicht) - das greift viel tiefer, als die Frage "Muttermilch oder Flaschenmilch". Wie kommen denn deine Schwester und das Kind miteinander aus? Wäre sie in der Lage, einen "Anfall" von dir evtl. abzufangen?
Theoretisch - also rein physich - müsste es klappen, dass du 9 Tage mit Abpumpen überstehst und trotzdem noch Milch hast, wenn du wieder kommst.
Was in dir und dem Kind in dieser Zeit allerdings psychisch vorgeht, kann wohl niemand vorhersagen.
Wenn es "nur" um die Immunisierung gegen Hepatitis B und Diphterie geht, solltest du dir ernsthaft überlegen, ob du das Risiko nicht lieber eingehst und den Kleinen mitnimmst, um dich wohler zu fühlen.
Ich bin eine echte Impfbefürworterin, auch weil ich eine Ausbildung im medizinischen Bereich habe, aber du solltest gut abwägen. Was meint denn dein Mann dazu? Ich meine: Wenn du ein Risiko für das Kind da eingehst, geht ihn das ja auch etwas an.
Soweit ich weiß, gibt es in Deutschland auch immer wieder Fälle von Diphterie - meist aus Reisen in die GUS-Staaten mitgebracht - wirklich "sicher" sein kannst du dir hier also momentan auch nicht. Und die Übertragungswege von Hepatitis B (Körperflüssigkeiten) wird dein Kind bei sorgsamer Hygiene in der Türkei auch nicht "betreten".
Masern, Mumps, Windpocken und Meningokokken können dir auch hier begegnen (gegen den Haupt-Meningokokkenstamm in Deutschland kann man momentan noch nicht mal impfen, das sind eher die Nebenstämme, bzw. die, die in anderen Ländern häufiger sind), einzig bei Polio (Übertragungsweg Fäkal-oral) wäre ich da etwas skeptischer.
Du könntest auch mal bei der Türkischen Botschaft anfragen, ob die dir weiter helfen können, z.B. mit Daten aus dem Gesundheitsministerium zu den einzelnen Krankheiten und Regionen.
Letztlich sind natürlich auch das nur Statistiken und es hilft einem wenig, wenn die Wahrscheinlichkeit nur 1% beträgt und man erwischt genau dieses eine Prozent - aber das gilt für alle Länder, für dein ganzes Leben.