Re: Brei = kein BLW???
Verfasst: 22.04.2013, 11:58
Eben, und in vielen Familien ist Grießbrei, Milchreis, Porridge, Kartoffelsuppe usw. normales Familienessen, auch wenn diese Gerichte brei-artig sind. Bei BLW geht es nicht um ein Brei-Verbot, sondern darum, dass nicht tagtäglich extra Baby-Brei ANSTATT des normalen Familienessens angeboten wird. Beim Familienessen soll das Baby eine möglichst BREITE Palette von "Darreichungsformen" kennenlernen, also hart, weich, stückig, flüssig, schaumig, krümelig, knusprig, cremig, knackig, körnig... und durchaus auch breiig.Nun, also streng genommen ist es laut der Verfasserin des BLW-Buches so, dass BLW bedeutet:
* Baby wird nicht gefüttert, sondern isst selbst
* Babys Essen wird nicht püriert und extra gekocht, sondern Baby isst vom Familientisch mit (geeignetes Essen natürlich)
Daher ganz klar: Das gelegentliche Anbieten von Gerichten mit breiiger Konsistenz steht KEINESWEGS im Widerspruch zu "BLW".
BLW umfasst aber mehr als nur die Art des Angebots fester Nahrung. Zentrales Element von BLW ist die eigentliche Wortbedeutung (in der geht es ums Stillen, nicht ums Essen!), nämlich: Baby-gesteuertes Entwöhnen (= Abstillen).
Das Ersetzen von Stillmahlzeiten durch feste Kost (egal welche Form) ist damit NICHT verträglich mit dem BLW-Konzept, da hierbei die Anzahl der Stillmahlzeiten aktiv verringert wird und hierdurch die Stillzeit tendenziell verkürzt wird.
Unterm Strich:
BLW heißt, dass das Baby seinen Abstillprozess im eigenen Tempo selbst steuert, ohne Beeinflussung von außen. Stillen nach Bedarf wird die gesamte Stilzeit über beibehalten. Wesentliches Kennzeichen ist dabei, dass das Baby keine klassische Babykost nach "Mahlzeiten-Fahrplan" gefüttert bekommt, etwa um nach und nach Stillmahlzeiten zu ersetzen, sondern dass es selbst vom Familientisch (was auch immer, Konsistenz egal) mitisst, ohne jeglichen Mindestmengen-Druck.
LG
Julia