Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

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DieTine
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von DieTine »

Angora hat geschrieben:Puh, weißt du, dass ist ein schweres Thema. Ich erzähle dir mal, wie es mir ging. Ich wohnte alleine und mein Sohn war die ersten zwei Jahre ein richtiger BrüllBär. Eben ein Schreikind, egal was ich tat, er schrie vor allem abends und nachts (tagsüber pennte er ja im Tragetuch... ) ich hab ihn nie vernachlässigt, war und bin immer für ihn da, wusste aber auch irgendwann, dass ich wenn ich versuche was dagegen zu tun, es nur noch schlimmer mache. Also hab ich ihn getragen, schreiend. Eines abends klingelte u klopfte eine Nachbarin an meiner Tür u meinte, also wenn das so weiterginge, müsste sie das Jugendamt informieren, ich wär ja eindeutig überlastet u würd mein Kind immer nur schreien lassen. Ich hatte ihn zum Glück im tt, sie sah, dass ihre Einschätzung nicht ganz stimmen konnte u ich sagte ihr auch, dass er genauso brüllen würd, wenn ich nicht alleine wäre! Aber seitdem hab ich noch immer Angst, dass wieder wer klingelt u mit dem Jugendamt droht!
Klar ist es jetzt in dem von dir geschilderten Fall etwas anders, wenn du ja auch die Eltern schreien hörst. Aber woher nimmst du die Diagnose Depression??? Hat die Nachbarin dir das persönlich gesagt? Ich hatte nämlich im Studium mal Depressionen u die hat keiner meiner Freunde erkannt! Weil ichs prima überspielt hab. Ich glaub nicht, dass man das den Leuten einfach ansehen kann. Vielleicht ist das Kind auch einfach anstrengend (meins ists noch immer u ab u an, wenn er gar nicht hört u weiter nur blödsinn macht oder das was ich ihm untersagt ahb,werd ich auch mal laut)
wenn du also überhaupt der Nachbarin was sagen möchtest, dann machs bitte nicht in einem Moment wo wieder Geschrei ist, sondern wenn ihr euch vielleicht so seht, dann einfach mal nachhaken, ob Zuhause alles ok ist, ob sie Hilfe brauchen kann oder reden möchte. Man verurteilt sooo schnell Leute u dann ists nachher doch anders (was ich bei der Schilderung trotz allem hoffe, für das Kind)
Nur um das mal am Rande zu erwähnen, das Jugendamt ist keine Institution die in erster Linie Kinder sofort wegnimmt, sondern sie versuchen (zumindestens in 99% der Fälle) sich erst einmal einen Einblick zu verschaffen und eine familienunterstützende Hilfe anzubieten. Ich erwähne das jetzt nur weil sich das geschriebene so "anhört" als würde nach dem Informieren des Jugendamtes jemand kommen und dir dein Kind wegnehmen. Ich weiss, vielleicht hast du es auch ganz anders gemeint, ich hatte nur so den Eindruck und möchte das noch einmal richtig stellen. Vielleicht haben andere ja auch den Eindruck, nur diese haben dann vielleicht nicht die entsprechenden HHintergrundinformationen :mrgreen:
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Johana
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Re: AW: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Johana »

rilke hat geschrieben:Dank euch mal..
Also von ihren manisch-depressiven Phasen weiß ich sicher, aus erster Quelle, das es stimmt. Da ruckelt nix dran.

Die Sache ist die,
Das Mädel ist jedes Wochenende stundenlang bei uns! Isst hier oft Mittag, Abend oder zwischendurch..
Dann Düsen die 2 Mädels (meine Tochter also mit) rüber zu denen für kurze zeit usw..
Wechselt sich quasi ab, mehr bei uns eben.
De Mutter arbeitet 2 Tage die Woche und sieht an diesen Tage ihre Tochter gar nicht.
Ja, sie ist überfordert und verkrümelt sich die anderen Abende zum sporteln. Der Gatte ist ja oft weg, daher hat sie dann ne Babysitterin.
Sie unternimmt auch nie was mit dem Mädel..nie! Der ist total langweilig und dann Stacheln die sich eben hoch.
Mit d Mutter hab ich jetzt nicht sooooo den Super Draht, grad weil ich deren Vorgehen Null und niente gut heiße.
Wir unterscheiden uns quasi in allem und ich lasse die kleine trotzdem oder grad deswegen zu uns.
Sie merkt, hier ist vieles anders. Sie fühlt sich wohl und ja, sie ist Zuhause sehr anstrengend. Hier aber nicht.

Ich weiß nun nicht, was ich von euch möchte. Ich glaube, ich musste nur mal meine Gedanken sortieren oder so.
Mir tut das Kind schon leid. Doch, ja.
Ud ich sag's mal ganz Platt, da ich's echt nicht kapier, ich versteh nicht, wie einem ein Kind too much sein kann, wenn man es wirklich nur an 3-4 Nachmittagen die Woche hat und sieht!!!!!!
(Die anderen Tage ist sie wegorganisiert)

Wenn die Frau wirklich manisch depressiv ist (wie du ja aus erster Quelle weißt), dann sollte es dich nicht wundern, wenn ihr EIN Kind mitunter "too much" ist!

LG
nexia
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von nexia »

ich unterschreib mal beiden vorrschreiberinnen . "werten und kommentieren" der mutter gegenüber finde ich sehr schwer. desweiteren kann man eine psychisch kranke frau auch einach nicht mit diesen "maßstäben" messen wie eine gesunde.
sie ist krank, so sagst du, dann ist sie eben nicht einach nur mal traurig oder schlecht drauf sondern echt krank!
claudia mit großer ju* 06/06 und kleiner fi* 04/08
Angora

Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Angora »

@dietine: Dankeschön! Nee das war mir schon klar, hab ja seit Geburt Kontakt zum JA, da Alleinerziehend u Ausbildung. Aber dennoch kriegt man es mit der Angst zu tun, wenn jemand plötzlich in deiner Tür steht u damit droht!
reformkost
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von reformkost »

also ich finde ein Kind kneifen, wenn du es gesehen hast, ist eine Misshandlung. Grundsätzlich geht das als Erziehungsmethode nicht und ist gem. unserem GG verboten. Manisch depressiv kann je nach schwere der Erkrankung und Therapie / Medikation auch eine KWG sein. Ob du dies meldest oder dich mit der Familie selbst auseinandersetzt musst du allein entscheiden...
In solch einer Situation, sähe ich ein Hilfsangebot des JA u.U. aber als sinnvoll an.
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rilke
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von rilke »

Ich hole den thread mal hoch, da ich nicht weiss, wohin akut mit meinen gedanken. :)

Heute nacht um 0 uhr bin ich fast ausm bett gefallen. Mein mann sprang hoch und dachte, unsere tochter sei aus dem bett geflogen oder würde weinen.
Aber--- nein. Es war die nachbarin, die mit der tochter einen fetten streit hatte.
Das war so laut (und wir haben wände, die eigtl nix durchlassen!) und die schrien und bummerten..
Da stieg mein adrenalin ud ich bat meinen mann mal anzurufen.
Es kann ja sonstwas sein, auch mit der mutter, keine ahnung.

Da ging jedenfalls keiner ran und danach war ruhe (streit ging so 20 min).

Heut morgen lud meine tochter die nachbarstochter zum spielen ein und da entschuldigte sich die nachbarin, es gab streit, die tochter hätte wieder gebockt und ihr tuts leid wegen der ruhestörung.

Ich hab sie dann bissle am arm berührt/angefasst/getätschelt..nennt es wie ihr wollt, und ihr gesagt, dass wir null sauer seien deswegen, wir uns nur sorgen machten. Es hätte ja auch was mit ihr sein können.
Ich sagte, ich weiss wie schwer es manchmal mit kind ist etc, sie gern auch jederzeit anrufen kann, die tochter bringen, egal was. Das kann auch nachts sein und sie kann sie mir in die hand drücken. Aber sie brauch damit nicht allein bleiben.

Der ehemann ist ja oft weg grad.

Sie hatte dann tränen n den augen und ich hoffe nun, dass sie in harten zeiten einfach echt was sagen kann, sich traut.

Ja. Das wollt ich kurz loswerden und bin froh, jetzt endlich mal was direkt gesagt zu haben.

Lg
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Bianca86
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Bianca86 »

Ich finde deine Reaktion und dein Angebot einfach nur klasse!
Grüße, Bianca mit Tochter (Februar 2011) und Sohn (August 2014)
Engerl
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Engerl »

super reaktion. Das ist wirklich klasse.
L 08/2011
K 07/2013
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yogacat
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von yogacat »

super! sie kommt dann hoffentlich auf dein angebot zurück.
08u11
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von 08u11 »

Toll. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wenn mir mal alles zuviel ist und mein Mann ist ewig beim Arbeiten, dass es auch schon nützt nur zu wissen: Ich könnte zu den Nachbarn gehen und Hilfe holen. Dann ist der Druck weg und ich komme wieder allein klar.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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