Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

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Ginevere
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von Ginevere »

fruba hat geschrieben:Also wir haben es hier auch so, ich mache es immer so das ich erst alles richte und dann die große anziehe. Ich setze sie dazu bei mir auf den Schoss (Knie mich am Boden) am besten man thematisiert es gar nicht so.
Das ist hier der Schlüssel zur Lösung der meisten Probleme.
Nicht groß drüber sprechen, das macht es nur immer immer schlimmer. Meine Dreijährige ziehe ich auch noch jeden Morgen an. Ich weiß zwar dass sie es auch alleine könnte aber den Stress erspare ich uns beiden. Wenn sie es einfordern würde, würde ich sie natürlich lassen.
LG Gini
… mit A🩰 3/09 und E 🏐 3/12
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Emjoni
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von Emjoni »

Von meiner Seite eine ganz klare Stimme für erst anziehen und dann frühstücken. Nach dem Frühstück sind die Klamotten auch nicht mehr blitzeblank. Grobe Flecken wische ich dann halt mit nem Lappen ab. Lediglich wenn sie klatschnass ist (weil irgendetwas umgekippt ist) ziehe ich sie nochmal um.
Und ich ziehe sie an! Auf meinem Schoß. Dabei reden wir nicht übers anziehen, sondern über den Tag, über Träume, über das leckere Frühstück dass wir danach essen. Ich kann hier völllig knicken, dass sie sich morgens alleine anzieht. Sie kann es rein motorisch und sie kann es auch wenn mehr Leute da sind (und im Kiga), aber hier zu Hause unter meiner 'Wache' und unter Zeitdruck geht es nicht. Da sind tausend andere Sachen für sie wichtiger.

Und wir bereiten abends alles vor! Packen ihren Rucksack, suchen ein Frühstück aus, legen unsere Anziehsachen raus. Unsere Klamotten für draußen und Gepäck (Schuhe, Jacken, Rucksäcke) packe ich morgens vor die Wohnungstür. Da ziehen wir uns dann fertig an, weniger Ablenkung. So bald wir nämlich aus der Wohnung raus sind ist sie in Los-geh-Modus. Und da geht das dann viel schneller.

Sprich, ich bin hier morgens bis ins Detail organisiert. Da habe ich eine Weile für gebraucht und viel mit meiner Tochter drüber geredet, was für sie einfacher ist. Die Idee dass wir sie vor dem Frühstück anziehen kam von ihr! Und auch, dass sie abends die Unterwäsche für den nächsten Tag anzieht. Sie hasst nämlich morgens den Moment wo sie ganz nackt ist, ihr ist das zu kalt wenn sie noch nicht richtig wach ist. Und sie hat gesagt, dass Bewegung sie wach machst. Eine Runde ins Bad hüpfen hilft sehr!
Seit der Morgen so geplant ist, ist er frei von Aufforderungen, Ermahnungen, Drängeleien und weitesgehend von Stress.
Es grüßt Emjoni mit Tochter (2009)

When you become a mother you stop being the picture and start being the frame. ~Unknown
Sonnenblume278
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von Sonnenblume278 »

Wir brauchen hier morgens auch eine Stunde bis wir aus dem haus gehen können, ohne Frühstück. Allerdings bin ich auch etwas unorganisiert frühs, da fallen mir immer soviele sachen ein, dich ich "schnell erst noch" machen möchte. :oops: Dann macht Tochterkind das ganz genauso. Ich stelle den Kurzzeitwecker ein, das gibt ihr die Chance was zu spielen und mir schnell was zu erledigen. Wenn der klingelt, treffen wir uns Bad und können uns ohne Streit anziehen.
Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen, so wie Gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben (Goethe)
Liebe Grüße Anke
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Nuala
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von Nuala »

Ich glaube kindliche "Eigenheiten" haben drei Hauptgründe:
1. typische Entwicklungsphasen (wie hier schon einige geschrieben haben)
2. Charakter (gibt verträumtere Kindere und fixere)
3. Verstärkung durchs Umfeld
Und auf letzteren Punkt möchte ich gerne eingehen, auch in Zusammenlegung zu deinem Satellitenkinder-Posting.
Ich hoffe du nimmst mir das nicht übel, aber immer wenn wir uns gesehen haben und etwas unternehmen wollten hat es gefühlt EWIG gedauert bis wir gehen konnten. Das war schon so als Elina 8 Monate alt war.
Ich verstehs ja auch zum Teil, bin oft verpeilt, vergess was oder finde was nicht... bin dann halt eher hektisch und hüpf hysterisch herum - du hattest da oft lange noch die Ruhe weg.
Ich glaub je gezielter und klarer man SELBER vorgeht, umso mehr überträgt sich (mit der Zeit!) diese Effizienz auf die Kinder.
Wenn man sich deinen anderen Thread durchliest - das Weggehchaos, einpacken, noch dies und das suchen... dann ist nicht verwunderlich wenn deine Große das beginnt zu übernehmen... das Suchen der Sachen die mitgenommen werden müssen, das Trödeln, das Warten...
Wiegesagt, es ist definitiv auch das Alter und vermutlich auch der verträumte Charakter. Aber ich glaub das Umfeld verstärkt auch.
Was helfen könnte: Klarheit. Organisation. Ordnung. Routine. Und ein wenig Geduld und Leichtigkeit.
Ja, Leichtigkeit ist IMMER das Zauberwort! Bin ich locker drauf, dann geht alles ganz leicht. Je angespannter und genervter ich bin, je mehr ABER und Negativität ("das geht nicht, das klappt eh nicht") umso mehr geht alles des Bach runter.
Je besser meine Laune ist umso lustiger und spontaner kann ich die Marotten oder Entwicklungsschubphasen der Kinder in spielerischer Weise lenken:
zB. Kind schnappen und einfach anziehen, dazu ein lustiges Quatschlied oder eine witzig-doofe Geschichte erzählen (damit das Kind vergisst zu protestieren)
zB. Spiele oder Wetten veranstalten: meine Große hat manchmal keine Lust aufs Klo zu gehen bevor wir gehen. Dann muss sie aber garantiert 10 Min. nachdem wir aus dem Haus sind. Spiel: "Wer aufs Klo geht und es kommt ein Lulu raus, gewinnt!!!" Wir gewinnen immer beide. *ggg* Und es gibt viel Gekicher und Hurra-Geschrei anstatt Motzen und Schhimpfen.
zB. Mama stellt sich dumm (funktioniert suuuuuuper bei uns): "Oh? Was ist denn das? Aaah, eine Hose von mir!" "Neiiiiin, das ist meine!" "Echt??? Die passt dir doch nicht!" "Doch!!! Ich zeigs dir!!!!" Und schon zieht sie sich an.
Usw. Usf.
So, abrupter Abbruch, es ist kurz nach sieben, Kinder müssen in die Dusche!
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hennnamae
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von hennnamae »

Nuala hat geschrieben:Ich glaub je gezielter und klarer man SELBER vorgeht, umso mehr überträgt sich (mit der Zeit!) diese Effizienz auf die Kinder.
Definitiv!

Ein dreijähriges Kind ist meiner Meinung nach noch nicht in der Lage, selbstständig derlei Ansagen zu befolgen und umzusetzen. ICH verhalte mich auch immer so, was ich auch von meinen Kindern verlange. Wenn ich sage, jetzt wird sich angezogen, wird sich auch tatsächlich angezogen. Ich lege die Kleidung hin, die angezogen wird (hier wird definitiv NICHT über Kleidung diskutiert. Das gibt es einfach nicht!), nehme dann aber auch an der Situation selbst teil. Ich sag nicht einfach "zieh dich an" und gehe raus, was anderes zu machen. Diese Eigenverantwortung, Konzentration und Disziplin erwarte ich sogar noch nicht mal von meiner bald 6jährigen. Ich kann sie nur fördern und unterstützen, wenn ich ihr die Umgebung dazu schaffe, selbst beteiligt und reges Vorbild bin.

Heißt praktisch:
Ich lege die Kleidung raus, versammele beide Kinder um mich, minimiere Umgebungsreize (heißt, ich beginne nicht mit der Anziehaktion, wenn ich weiß, dass ich unterbrochen werde, z. B. von der gestellten Eieruhr, Klodrang, etc.). Wenn wir uns anziehen, ziehen wir uns an. Basta. Dann beginne ich, den kleinen auf dem Bett fertig zu machen, er hilft dabei schon prima mit und die große zieht sich dabei an. Ich helfe ihr, falls nötig. Als die beiden kleiner waren, hab ich zuerst den kleinen angezogen und dann die große begleitet.

Konzentrier dich auf sie. Bringt ein Ding geordnet zu Ende. Aber erwarte nicht zu viel von ihr!

Wir ziehen uns im übrigen nach dem Frühstück an. Wenn man die Dinge konzentriert und beständig tut, ist die Reihenfolge ziemlich wurscht.
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Nuala
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von Nuala »

So. Wieder da.
Also ich weiß dass diese Tricks und Spiele nur dann funktionieren wenn man grad selbst gut drauf ist. Wenn man mal genervt ist wird alles nur noch schlimmer. *seufz*
Erziehung ist immer Selbsterziehung. Wenn ich will dass mein Kind leiser ist muss ich auch leiser sein. Und zwar konsequent. Richtig Vorleben bringt fast alles in die richtige Bahn.
Vorleben ist auch viel wichtiger als reden. Wenn ich meine Kinder non-stop bequatsche hören sie mir nicht mehr zu. Ich muss was TUN. Ich muss vorleben was ich sehen möchte. Und dann warten bis sie es auch tun.
Wieso geht das bei schlechten Angewohnheiten eigentlich immer viiiiel schneller? :?
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Nuala
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von Nuala »

Ps: Ein Spiel hab ich noch: die weinenden Kleider.
"Buhuuuu, ich bin so allein, niemand zieht mich an... Oh! Was spüre ich da? EINEN FUSS!!! Juhuuuuuu!!!"
;)
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von fruba »

Sorry fürs O.T.
Ich finde ein Problem ist ja auch das man sich oft verunsichern lässt. Nicht selten denkt/hört man das ein Kind das selber machen sollte weil es das für die Entwicklung und Selbstständigkeit bzw. dem Selbstwertgefühl braucht.
Heute morgen habe ich die Maikäferdame in den Kindi gebracht, hatte den Kleinen im Sling. Normalerweise muss ich ihr beim Umziehen recht viel helfen weil sie total verträumt ist. Sie hat uns kurzer Hand raus geschickt und gemeint das macht sie alleine. Ich hab dann nur die Sachen aufhängen dürfen.
Glücklich mit drei Kindern 2009, 2011 und 2016.

Hoffnung und Zuversicht verstecken sich manchmal wie die Sonne hinter einem Berg - und obwohl man sie nicht sieht, trotzdem ist es hell.
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Nuala
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von Nuala »

Ich hoffe ich hab dich nicht verärgert mit dem was ich geschrieben habe (weil du hier jetzt nimmer schreibst). :oops:
Ich habs absolut nicht böse gemeint, gell? *umarm*
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Re: Ständiges Trödeln. GNA! Ein Frustposting.

Beitrag von SoGuMaPiLe »

Wir haben einen time timer. Ist wie eine Zeitschaltuhr, nur sieht man, wieveil Zeit einem noch bleibt, weil eine rote Fläche die verbliebene Zeit anzeigt. Ist zwar sauteuer (rel. billig gemacht, aber teures Patent) aber hilft uns echt. Meine zwei Töchter sind 3 und 5 und wir hatten auch das Thema "Trödeln". Wenn wir jetzt pünktlich wo sein müssen, mache ich den Time Timer an und sie können selbst sehen, wieviel Zeit ihnen noch für die Tätigkeiten bleibt, die sie machen müssen. Bis auf wenige Situationen (wo geweint wurde, weil sie es nicht schafften), klappt es bis jetzt super. Man muss den Kindern halt eine realistische Zeit vorgeben. Z.B. abends haben sie 20 min. Zeit, sich bettfertig zu machen/machen zu lassen, sonst gibt es keine Geschichte. Bis jetzt gab es das nur ein Mal!
LG
Sonja mit ihren drei Spazen:
Maja (02. 07), Pia (06. 09) und klein Leo (05. 12)
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