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Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 29.05.2012, 22:14
von Morgaine47
Zum Thema Abhängigkeit: Mein Sohn ist 21 Monate udn wird ungefähr genausooft gestillt wie Deiner. Und trotzdem geht er seit dem er 12,5 Monate alt ist erst in die Krippe und seit dem er 18,5 Monate alt ist in den KiGa. Beide Eingewöhnungen liefen völlig unproblematisch, er kann sich also trotz der Stillerei sehr gut von mir lösen. Leider manchmal etwas zu gut, da er völlig angstfrei gerne auch mal abwandert beim Spielplatz, weshalb ich dann ordentlich hinterherrennen kann. Das sind dann Momente wo ich mir ein etwas mehr abhängiges Kind wünschen würde (nicht erntshaft, ich bin froh dass er so selbstständig ist).
Stillen und auch viel Stillen führt also nicht automatisch zur Abhängigkeit. Auch habe ich hier schon oft gelesen, dass gerade die "Langzeit"-Stillkinder eher unabhängig sind.
Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 29.05.2012, 22:31
von luna24
Ich unterschreibe mal komplett bei jusl.
Ich selbst bin auch alles andere als eine gluckenhafte Mutter und mein Sohn hat in dem Alter noch fast voll gestillt - und trotzdem war mein Sohn immer sehr selbstständig für sein Alter. Und ich habe auch gesagt "er stillt" - weil ich das (vor allem in dem Alter) als zutreffender empfinde (aber das ist einem wahrscheinlich nicht so klar, wenn man nicht selbst ein Kind in dem Alter gestillt hat). Und ja, ich habe auch "egoistischen" Motiven heraus gestillt - ich wollte nachts nicht aufstehen und nicht mal richtig aufwachen, ich wollte nicht stundenlang ein unzufriedenes Baby stundenlang durch die Wohnung tragen (wenn sich das Problem durch stillen sofort beheben lässt), ich wollte mein Kind nicht gegen seinen Willen an Breimahlzeiten und Fläschchen gewöhnen. Als Abhängikgkeit habe ich das nie erlebt, sondern eher als perfekte Ko-Regulation und vor allem sehr kräftesparend - so bleibt einfach sehr viel mehr Energie für unabhängige Aktivitäten von Mutter und Kind.
Mittlerweile ist er knapp drei und stillt nur noch abends kurz zum Einschlafen - ohne dass ich ihn jemals dazu gedrängt hätte, weniger zu stillen. Und ich habe es kürzlich ja schon in einem anderen Thread geschrieben: wenn er nachts aufwacht, dann will er meistens gar nicht stillen, sondern er steht auf, sagt zu mir, ich soll liegen bleiben, geht in die Küche, macht das Licht an, trinkt ein Glas Wasser, macht das Licht wieder aus, kommt zurück ins Bett und schläft weiter. Ohne, dass ich ihm jemals Wasser als Stillalternative angeboten hätte.
Ich würde Dir auch raten, die Stillbeziehung nur dann zum Thema in der Therapie zu machen, wenn DU ein ernsthaftes Problem damit hast - was Du schreibst, klingt aber alles sehr normal.
Alles Gute!
Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 29.05.2012, 22:33
von Tragling
Nur ganz kurz: Hier wurde im 2-Stden-Takt gestillt (vor allem nachts) bis kurz zum 2. Geburtstag.
Jetzt erst kommt sie meistens nur 1-2x in der Nacht, aber durchaus auch wieder 3-4x.
Und das Loslassen.... meine Beziehung zur Schwiemu ist nicht grade die Beste, ich fand ihre Methoden schon als Jugendliche zumindest komisch, heute kann ich das in Worte fassen.
Die Kleine war noch nie ohne mir oder meinen Mann bei ihr und das wird auch noch so bleiben (abgesehen davon, dass uns 300 km trennen).
Und Tagesmutter oder Kiga hab ich bis jetz auch nicht geschafft.
Im Herbst starten wir dann halbtags, weil ich schwanger bin u glaube, dass ich dann dringend 2-3 Stden Verschnaufpause brauchen werde.
Mach Dir bitte nicht viell noch zusätzliche "Probleme" wo keine sind.
Wie auch schon geschrieben: ich finde, Eure Stillbeziehung hat in der Therapie nix zu suchen, die ist nämlich total ok. Ich würde ihr wirklich sagen, dass Du darüber nicht mehr reden möchtest.

Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 29.05.2012, 22:47
von Ursi99
Ohne dass ich mich als Expertin bezeichnen würde - aber das Verhalten der Therapeutin finde ich auch äusserst merkwürdig.
Gibt es nicht KEINERLEI Beweise bzw. Hinweise darauf, dass langes/häufiges STillen abhängig macht?
Es gibt ja diese landläufige Meinung, dass LZS-Mütter ihre Kinder absichtlich klein und unselbständig halten wollen - aber ich frage mich immer, wie das denn gehen soll - man kann doch kein Kind an die Brust zwingen??? Es ist doch eine Sache in beiderseitigem Einvernehmen?!
Zur Häufigkeit: mein Sohn hat bis 13 Monate nachts 2x gestillt und bis heute tagsüber 1-4x. Also ich glaube ein zu häufig oder zu selten gibts da einfach nicht als Pauschalregelung.
Zum Loslassen: ich werde im Bekanntenkreis auch als "Glucke, die nicht loslassen kann" tituliert - auch wenn ich manchmal denke, ich MÜSSTE ihn mehr loslassen (und z.B. mal Fremdbetreuung zulassen), merke ich, dass es für mich einfach nicht stimmig ist und völlig gegen meinen Mama-Instinkt geht - und dann denke ich, dass es für mich/uns vielleicht einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt ist (er ist meistens völlig cool wenn er doch mal ohne mich irgendwo ist). Und unsere Kinder sind ja noch keine 3,5,7 Jahre alt, sondern noch echt klein!!
Wenn Dein Kind irgendwann z.B. gerne in den Kiga geht oder ohne Dich zu anderen Kindern - würdest Du es ihm dann verbieten weil Du es nicht loslassen kannst? Doch bestimmt nicht oder? Ich glaube dann kann man auch nicht von nicht-loslassen-können sprechen oder?
Ich wünsch Dir alles Gute!!
Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 29.05.2012, 23:03
von Weekend
Mach Dir keinen Kopf - meine Maus ist 17 1/2 Monate, trinkt (und ja, wirklich trinkt - ich höre sie ja schlucken

) alle 2-3 Stunden in der Nacht. Tagsüber können die Abstände zwischen alle 2-6 Stunden variieren.
Bindungsproblem sehe ich bei uns keines, sie kann auch ohne Probleme mehrere Stunden bei Opa & Oma sein (ohne Mama). Ich gehe nun einmal davon aus, dass auch bei Euch nicht wirklich ein Bindungsproblem vorliegt - zumindestens keines, dass auf Grund der noch intakten Stillbeziehung besteht

Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 29.05.2012, 23:14
von antje143
hallo,
ich kann verstehen,das du dir gedanken machst...denn gerade zur therapeutin besteht ja meist ein vertrauensverhältnis und wenn sie dir sowas sagt,dann arbeitet es in dir...du hinterfragst dich und schreibst hier...das ist doch super...
und ich kann dir nur von uns schreiben...meine große hat 21 monate lang rund um die uhr max. alle 2 std. gestillt...auch nachts...und ja,es war oft die einzige möglichkeit zur ruhe zu kommen---für uns beide...sie hat ab ca. 9. monat begonnen was zu kosten,doch das stillen war ihr sehr wichtig...und ich habe irgendwann beschlossen,das ich es ihr überlasse,wie lange sie es braucht...das war unsere sache und viele andere um uns herum hatten ein problem damit,doch ist es deren problem...

ich habe sie 5 jahre und 5 monate gestillt,dabei 3 jahre udn 3 monate tandem mit der kleinen...
beide kinder brauchen und brauchten exklusivzeit mit mir,und das war das stillen bei uns...beide sind jeweils mit etwas über 3 in den kiga,weil sie es wollten und es macht ihnen spaß...sie spielen auch eigenständig und machen ihre sachen für sich,da "stört" mama nur...
mir wurden jeweils schon um das erste lebensjahr herum prophezeit,das ich verwöhnte kinder heranziehe,die mit mir machen können,was sie wollen...was habe ich alles für "nette" tips bekommen...
meiner meinung nach sind sie altersgerecht entwickelt und auch sehr selbstbewußt,was manchen erwachsenen wenig zusagt...denn meine kinder haben eben bindung und wissen,was sie wert sind--ohne von anderen abhängig zu sein---auch mir gegenüber können sie sich sehr deutlich abgrenzen...
deswegen,vertraue deinem instinkt und lasse deine therapeutin reden...sie sagt,was aus ihrer sicht für sie so ist...das ist für sie völlig in ordnung...doch du bist du und ihr habt eure geschichte...sie muß weder dein leben leben noch ist sie für dein kind verantwortlich...das ist deine aufgabe und dabei kannst du das so handhaben,wie es zu euch paßt...
ich habe meiner therapeutin irgendwann von dem stillen und so wneiger bis gar nichts mehr erzählt,weil DAS meine sache ist und ich echt an anderen "baustellen" arbeiten wollte...
Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 29.05.2012, 23:27
von Sycorax
Molly_82 hat geschrieben:er stillt nachts..- da meinte sie er saugt nur ...ich stille und das was er macht ist quasi passiv.
ist zwar wortklauberei wie sie selber merkte aber was denkt ihr
Um die Wortklauberei mal weiterzuführen: Wenn meine Tochter stillt, liege ich passiv da und schlafe manchmal sogar dabei ein. Sie macht während dessen viel: sie saugt, regt meine Milchproduktion an, schluckt ... ich finde das überhaupt nicht passiv.
Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 29.05.2012, 23:40
von under30
Molly_82 hat geschrieben:@sijjay
ihrer meinung nach sollte ein kind in dem alter nur noch 1x nachts stillen...da es ja nicht mehr um nahrungsaufnahme geht. sie meinte noch das ich ihn dann halt stille um meine ruhe zu haben. nun ja stimmt auch irgendwie.
Hallo,
und was bitte ist daran verkehrt, dass du nachts schlafen willst und dementsprechend Ruhe haben möchtest?
Was bitteschön sollst du stattdessen machen? Rumtragen?
Du bist in einer Therapie weil es dir nicht gutgeht. Wenn du noch weniger Ruhe haben solltest, geht es dir dann besser?
Merkwürdige Therapeutin hast du da.
Meine Kleine ist auch 15 Monate, wir stillen tagsüber 3 -4 mal, manchmal öfter, manchmal seltener. Nachts ist von 1 mal stillen und 10 mal stillen alles dabei.
Uns geht es gut damit, also sehe ich keinen Grund was zu ändern.
Warum nur noch einmal stillen? Sind kleine Kinder Maschinen welchen wir die Stillanzahl und Dauer einprogrammieren?
Fassungslos
Theresa
Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 30.05.2012, 19:26
von 4tiere
jusl hat geschrieben:Das "Problem" dabei ist: auch Therapeuten sind nur Menschen. Sie gucken abends Hipp- und Pamperswerbung von durchschlafenden Flaschenbabys im Fernsehen. Sie bringen entsprechend ihr persönliches Empfinden zum Thema Stillen ein - ohne stillberaterische Ausbildung oder persönliches thematisches Interesse ist das Wissen, auf dem die Empfindungen fußen, genaus so überholt (um nicht zu sagen falsch) wie bei allen anderen Otto-Normalos auch.
Ich glaube das ist genau das grösste Problem! Im Bereich Babyzeit gibt es so viel Halbwissen, was noch auf die viktorianische bzw. NS-Zeit zurückgeht und durch die Medien (Werbung, Filme etc.) genährt wird. Und besonders im Bereich Stillen ist dieses Halbwissen sehr verbreitet. Auch ich dachte vor unserem jetzigen Mäuschen, dass Langzeitstillen nicht normal sei und das obwohl ich schon zwei Kinder gestillt habe. Frag mich nicht, wie ich es gemacht habe, dass sie mit ca. 11/2 abgestillt waren und geferbert wurden. Aber heute weiss ich, dass es anders geht und auch besser für unsere Maus ist. (Das ist meine persönliche Meinung.) Und ich weiss, wie es besser und einfacher geht und was normal ist. DEM FORUM SEI DANK!!!!!!!!!!!!!!!
Und dieses Halbwissen führt zu folgendem:
Molly_82 hat geschrieben:ich möchte betonen das ich tatsächlich probleme habe ihn loszulassen ...aber nicht auf dieser ebene glaube ich. eher im Bezug auf schwiegermutter und tagesmutterebene grins.
Auch mein Umfeld, denkt, ich könne nicht loslassen usw... ABER sie wissen es nicht besser! Und in Bezug auf die Schwiegermutter ist der Wunsch (das Baby selbst zu haben) der Mutter des Gedankens! Gerade der Generation fällt es schwer, zu verstehen, dass unsere Babys nicht deren Besitz sind bzw. zu deren Zeitvertreib da sind. Sondern, dass wir für unsere Babys bedingungslos da sind.
In diesem Sinne: Mach weiter wie bisher!!!!!!!!
Und wenn deine Therapeutin noch was zum Stillen sagt, nicke und lass es gut sein ... Ich habe auch einen Chiropraktiker (wir liegen nachts manchmal recht unbequem und ich verdrehe mich dann), der mir immer was von Schlafhygiene erzählt. Der soll mich aber nur einrenken und nicht bekehren.
Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater
Verfasst: 30.05.2012, 19:51
von Leyket
Molly_82 hat geschrieben:ps... sie empfahl mir eine stillberatung
Ich finde, dass sie damit ihre Grenze schon auch gewahrt hat.
Sie hätte ja auch raten können, stillen Sie aus jenen welchen Gründen bald ab, warten Sie nicht zu lange. Andere hätten das vielleicht sogar getan?
Von daher finde ich jetzt die Methoden der Therapeutin nicht merkwürdiger als die mancher Kinderärzte oder so. Im Gegenteil ist doch das eine blendende Empfehlung gewesen.