Kiri hat geschrieben:Ich hab beim ersten Kind ein paar Monate Windefrei gemacht und bin dann auf Windeln umgestigen, beim zweiten habe ich nur noch gewickelt. Ich fand windelfrei stressig und ich wollte meine Engergy und meine Aufmerksamkeit lieber fuer anderes verwenden, obwohl wir durchaus Zeiten hatten, in denen es sehr gut lief. Dieser staendige Fokus auf die Ausscheidungen fand ich anstrengend und es nahm fuer mich einfach zu viel Zeit und Platz ein. Ausserdem sass bei uns das Kind eben doch auch oefters in seinen Ausscheidungen, und wollte dann oft auch nicht gewechselt werden.
Liebe Gruesse
Ein bisschen so ähnlich ist es bei uns auch!
Ich hab einfach nicht so viel Kapazität. Wir führen ein ziemlich buntes Leben, viele Freunde, viele Baustellen, viel unterwegs, viel Durcheinander, wir sind Freelancer (Kunst- und Kulturschaffende) und haben kaum feste Strukturen. Ausser der Bettzeit, die mein Sohn sehr radikal vorgibt, ist eigentlich bei uns jeden Tag alles anders als am Vortag.
Die Zeichen sind ja oft sehr subtil, da hab ich es schon manchmal als stressig empfunden die ganze Zeit darauf zu achten, ob...oder nicht... oder doch....
Eine Weile war es so, dass er absolut nicht in die Windel machen wollte und ganz klar signalisiert hat-da habe ich ihn dann konsequent abgehalten. Auch bei Freunden, auch unterwegs im Winter, auch auf öffentlichen Toiletten...
Irgendwann aber waren seine Zeichen für mich nicht mehr so klar zu erkennen, weil jetzt neben Hunger, müde, Bauchweh und Pipi -was ich ziemlich zuverlässig unterscheiden konnte- auch noch Schub-Quengeligkeit bzw. der Wunsch nach Unterhaltung dazugekommen ist. Und hier kann ich nicht mehr so genau sagen, ob er muss oder nicht. Nachdem ich ein paar Mal falsch lag und völlig nassgeschwitzt auf einer Bahnhofs-Toilette mein weinendes Kind wieder ins Tragetuch gebunden habe, habe ich mich dafür entschieden, ihm und mir das nicht mehr anzutun und das Abhalten nicht mehr ausserhalb der Wohnung zu versuchen.
Nach wie vor macht er Pipi ins Klo wenn wir Zuhause sind und ich ganz sicher bin, dass er muss.
Das ist manchmal aber nur 2 Mal am Tag.
Er trinkt extrem viel Wasser (was ich übrigens hochgradig seltsam finde bei einem 5 Monate alten Still- und BLWKind, aber das nur so am Rande) und muss dementsprechend oft! Ich glaube, ich würde nur noch zum Klo rennen, wenn ich jedes Pipi auffangen wollen würde...

Ich finde es total toll und eine unglaubliche Bereicherung, diese Art von Kommunikation aufrecht zu erhalten, sie gibt mir das Gefühl im Einklang mit meinem Kind zu sein, es macht mich stolz, wenn ich seine Zeichen lesen und richtig deuten kann. Es ist super, so ein tolles "Geheimnis" mit meinem Mann zu haben, wenn wir beide genau wissen, warum unser Kind plötzlich quengelt, und der Rest der Welt die wildesten Vermutungen anstellt. Und das allerschönste: seinem breiten Grinsen nach zu urteilen, findet mein kleiner Baby-Sohn es auch super, das Plätschern ins Klo zu hören und noch mal ganz anders verstanden zu werden.
ABER: ich hab aufgehört, im Halbschlaf Windeln abzumachen und einen kleinen schlaffen Mehlsack aus dem warmen Bettchen zu zerren-wenn er sich herumwälzt wie verrückt mache ich es manchmal. Oft reicht aber auch ihn für 2 Minuten zu stillen, dann entspannt er sich und macht in die Windel. Das ist für uns beide gemütlicher, glaube ich.
Ausserdem dagegen spricht für mich der krasse Windel-Verschleiss. Ich mag ihm nicht die nasse Windel wieder anziehen, die Lösung mit Unterhose und Binde hat aber bei den Wassermassen nicht funktioniert, also habe ich an manchen Tagen locker 12 oder sogar mehr Windeln verbraucht...
Zu teuer und zu umwelt-sauig!
Und ich habe das Gefühl, dass er ein bisschen besser schläft, seitdem er auch problemlos in die Windel Pipi macht! Das kann aber auch mit Beikost, Alter, Wetter, momentanem Befinden ect. zutun haben.
Aber wie gesagt, davon ab finde ich Windelfrei super und bin gerne bereit den Mehraufwand in Kauf zu nehmen um uns dieses kleine Plus an Achtsamkeit und Kommunikation zu gönnen. Nur halt nicht zu ehrgeizig...
LG, Niki