So, jetzt möchte ich mich auch einmal zu Wort melden:
Die Aktion der Lehrerin wäre in Schleswig-Holstein nach Landesdatenschutzgesetz und Schulgesetz eindeutig Rechtswidrig, ggf. kommt § 203 StGB zum Tragen.
Durch die Anmeldung der Kinder werden eindeutig personenbezogene Daten an fremde Dritte übermittelt, das ist nur mit Zustimmung möglich, eine wirksame Pseudonymisierung ist auf Grund der sonstigen detaillierten Angaben, die den Diensteanbietern gemacht werden, nahezu unmöglich.
Warum ich persönlich etwas gegen diese Dienste habe:
Es können Profile der kindern in schulischen Kernkompetenzen (Lesen und Rechnen) gebildet werden und dies über Jahre. Diese Datensammlungen haben prinzipiell einen hohen Marktwert, insbesondere für Personaler. Ich selber verdiene mein Geld mit Datenanalysen und weiß leider ziemlich genau welch einen Unsinn man verzapfen kann.
Ich möchte den Diensteanbietern keine unlauteren Absichten unterstellen, aber die Daten sind vorhanden und können genutzt werden. Die Gefahr ist mir für meine Kinder eindeutig zu hoch.
Für Lehrer sind diese Dienste natürlich attraktiv: kostengünstig, umfangreiche Auswertungen (Kopfnoten!) und ein moderner Touch, schließlich macht man ja was mit Internet...
Man muss sich aber eindeutig vor Augen führen, dass die Lehrer meist in gutem Glauben handeln, die sind sich der Tragweite Ihres Handelns oftmals gar nicht bewusst. Es ist m. E. ein massiver Eingriff in die Grundrechte der Kinder, ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung wird schwer verletzt. Ich als Erziehungsberechtigter habe diese Grundrechte aber zu schützen und kann solche Eingriffe nur erlauben, falls der Vorteil eindeutig überwiegt, dieses ist hier eindeutig nicht der Fall.
Nicht das wir uns falsch verstehen, ich halte viel vom elektronischen Lernen, aber die Daten der Kinder haben nichts in Privathand zu suchen. Ich persönlich würde den Weg bevorzugen selbst ein LearningManagementSystem (LMS), z. B. Chamilo (
http://www.chamilo.org) für die Schule aufzubauen. Inhalte gibt es unter freien Lizenzen im Internet (z. B.Open Educational Ressoures,
http://www.oercommons.org/, Wikibooks u. ä.). Es ist natürlich der härtere Weg, aber er lohnt sich, insbesondere, da die Kinder auch die Möglichkeit haben eigene Ressourcen beizusteuern und nicht nur Konsumenten sind.
So, zum Thema Websperren: Falls der Router eine Fritzbox ist:
http://service.avm.de/support/de/SKB/FR ... schraenken
Aber, Medienkompetenz ist kein technisches Problem. Du wirst nie jeden Dreck Filtern können, die Herausforderung ist, die Kinder zu verantwortungsbewussten Nutzern zu erziehen.
Gruß
der Ehemann