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Re: instrument lernen

Verfasst: 23.10.2011, 22:01
von katpaje
mit knapp 6 hat mein großer mit klavier angefangen. einzelunterricht in der musikschule. er hat da vorher das komplettporgramm durchlaufen :wink: vom babyalter an. am ende der früherziehung durften die kinder verschiedene instrumente ausprobieren, er hat sich fürs klavier entschieden. trompete stand auch noch zur debatte, ber da wir ohnehin ein klavier haben, ist es dann das geworden. es macht ihm großen spaß, immer noch - besonders wenn er seinen freunden etwas vorspielen kann. das ist immer total süß :D

Re: instrument lernen

Verfasst: 11.05.2016, 21:52
von Nuala
Ich kram hier mal rauf... Meine Kleine hat begonnen Geige nach der Suzuki-Methode zu lernen und ich muss sagen, dieses Methode ist für mich SuT pur. Da geht es um Beziehung, um Respekt, uns Gemeinsame. Die Musik als (wohl schönstes!) Mittel zum Zweck. Es macht mir Spaß, es macht ihr Spaß und sogar der großen Schwester macht das Zuschauen Spaß.
Die Gruppenstunden haben eine voll schöne Gemeinsam-Dynamik, es wird absolut kindgerecht und verspielt rangegangen... Ja, ich hör schon auf zu schwärmen, man merkt, dass ich es toll finde.
Wenn ich auf dieses Art und Weise Klavier gelernt hätte (und auf MEINE Art und Weise habe ich das eh: viel nach Gehör, weil Noten für mich heute noch abstrakt und nichtssagend sind), DAS wäre eine ewige Liebe geworden!

Re: instrument lernen

Verfasst: 11.05.2016, 22:04
von leira
Was ist die suzuki methode? Meiner spielt auch geige

Gesendet von meinem SM-G925F mit Tapatalk

Re: instrument lernen

Verfasst: 12.05.2016, 07:11
von Enni
Gibt es so eine Methode denn auch für Klavier?

Ich scheitere nämlich immer wieder an den Noten. Ich kann sie lesen, kann die Theorie, ich weiß das alles im Prinzip, aber es ist so furchtbar anstrengend, dass es keinen Spaß macht. Ich bräuchte jemanden, der mir Sachen vorspielt, aber mein Mann hat dazu auch nicht immer Lust.

Re: instrument lernen

Verfasst: 12.05.2016, 07:27
von Nuala
leira hat geschrieben:Was ist die suzuki methode? Meiner spielt auch geige

Gesendet von meinem SM-G925F mit Tapatalk
Die wurde letztes JH von einem Japaner erfunden.
Der ethische Background scheint wohl aus dem Zen-Buddhismus zu kommen.
Es geht um Beziehung: die Mutter (oder der Vater) ist von Anfang an Partner des Kindes im Instrument-Kompetenz-Erwerb (geht mit in die Stunden, übt gemeinsam mit den Kind usw.). Im Idealfall kennt man sich auch ein wenig mit dem Instrument aus, lernt mit und nimmt auch mal eine Stunde.
Die Methode wird schon sehr früh verwendet (teilweise ab zwei Jahren je nach Instrument - ja, es gibt auch Suzuki-Klavierlehrer), da das Instrument mithilfe der Mutterspracherwerb-Kompetenzen erlernt wird: also ganz natürlich, ohne Drill, ohne Noten, nach Gehör, verspielt und im Miteinander. Da gibt es lustige Sprüche, Lieder, es wird im Rhythmus geklopft und gesungen.
Viel Wert wird auf gleichbleibende Abläufe und Technik (Anatomie, gesunde Haltung, usw.) gelegt - und das aber absolut fantasievoll und spielerisch. Also einfach nur rumhacken am Klavier oder wildes Herumstreichen auf der Geige ist nicht damit gemeint. Die Instrumente werden mit Respekt behandelt - genauso wie auch Kinder und Eltern.
Auf YouTube gibt es jede Menge Beispiele.
Suzuki legt auch Wert auf die Gemeinschaft und das Musizieren zusammen: Kinder treffen sich bei ihrem Lehrer und musizieren gemeinsam. Es gibt "Wettbewerbe" im Sinne von sich gegenseitig etwas Vorspielen und andere "Leistungen" anerkennen.
Zumindest ICH habe Suzuki so verstanden. Natürlich gibt es auch ambitionierte Eltern, die die Suzuki-Methode als Wunderkind-Schiene benutzen (was manchmal auch funktioniert, da die Kinder schon sehr früh gut spielen können). So ist es aber nicht gemeint. Suzuki meinte außerdem: jedes Kind hat Talent. Und Erziehung ist Liebe.

Re: instrument lernen

Verfasst: 12.05.2016, 07:39
von Nuala
http://www.amazon.de/gp/aw/d/3764923016 ... 9MPB6DRM5D

Ich hab das Buch noch nicht, möchte es aber UNBEDINGT lesen.

Re: instrument lernen

Verfasst: 12.05.2016, 07:46
von Enni
Das klingt total schön! Und es klingt, als habe ich früher auf eine ähnliche Weise Geige gelernt. Ich begann mit sechs Jahren, hatte viel Spaß. Meine Mutter spielte immer mit (allerdings mit dem Klavier), ich spielte nahezu alles nach dem Gehör und hatte viel Spaß dabei.
Leider war der Spaß nachdem meine Mutter drei Jahre später verstarb komplett vorbei und kam auch nie wieder. Im Nachhinein klar - ich hatte keinen "Partner" mehr, statt dessen gab es Druck und Zwang.
Mit 16 oder 17 habe ich es dann ganz gelassen.

Re: instrument lernen

Verfasst: 12.05.2016, 19:29
von Nuala
Enni, das klingt gleichzeitig voll schön und sehr traurig! :cry: Es tut mir leid wegen deiner Mutter.
Ja bei Suzuki gibt es Klavierbegleitung! Meistens über CD, aber durchaus auch "life". Ich übe grad die Begleitung des "Stückes", das meine Tochter spielt weil ich es schön finde gemeinsam zu musizieren.

Re: instrument lernen

Verfasst: 12.05.2016, 19:47
von Enni
Genau, das gemeinsame Musizieren war das Schönste daran. Gemeinsam etwas Schönes schaffen, schöne Klänge, eine schöne Atmosphäre. Gerne wurde auch während des "Übens" (für mich fühlte es sich nicht wie "Üben" an, deshalb die Anführungszeichen) gesungen, auch mein Vater kam oft dazu und sang dann dazu oder spielte auch mit seinem Instrument (er spielte Balalaika).

So macht Musik Spaß, und ich glaube, so kann (fast?) jeder Spaß an Musik haben.

Re: instrument lernen

Verfasst: 12.05.2016, 19:53
von Nuala
Ja so macht es Spaß und so ist es schön!

Ich erinnere mich so gerne an meinen Erasmusaufenthalt vor viiiielen Jahren: wir Erasmusstudenten teilten uns ein kleines Haus OHNE PC, TV, Radio... Smartphones gabs noch nicht... Und wir hatten 2 oder 3 Gitarren. Wir saßen abends oft stundenlang zusammen, redeten, spielten Spiele oder Gitarre und sangen. Und diese Musik ist es, die uns HEUTE noch verbindet. Das hat uns zusammenwachsen lassen, diese Gemeinsamkeit. Und Musik ist bis heute wichtig.